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Diagnose von Besenreiser

Die Diagnose von Besenreiser erfolgt i. d. R. anhand eines Patientengespräches (Anamnese) mit einer anschließenden körperlichen Untersuchung. Bei der Anamnese kann der Arzt wichtige Informationen darüber erhalten, ob in der Familie des Patienten gehäuft Venenleiden auftreten bzw. aufgetreten sind. Ist dies der Fall, kann eine genetische Veranlagung für entsprechende Erkrankungen wie Krampfadern, Venenentzündungen und Venenverschlüsse vorliegen, für die die Besenreiser ein erstes Anzeichen sein können. Die Besenreiser werden anschließend in der körperlichen Untersuchung anhand ihres typischen Aussehens diagnostiziert.

Andere Erkrankungen, die eine ähnliche Symptomatik zeigen, sind selten, sodass hier kaum differenzial-diagnostisch abgegrenzt werden muss. Es sollte jedoch unbedingt festgestellt werden, ob der Patient zusätzlich zu den Besenreiser auch an Krampfadern leidet. Krampfadern sind im Gegensatz zu Besenreiser kein kosmetisches Problem, sondern medizinisch zu behandeln, da sie zu Durchblutungsstörungen führen können. Besenreiser können einen Hinweis auf ein solches Venenleiden geben, insbesondere wenn das Arzt-Patienten-Gespräch ein hohes Risiko einer erblichen Veranlagung für Venenerkrankungen ergeben hat.

Symptome von Krampfaderleiden (Varikosen)

Das erste Symptom, das bei einem Krampfaderleiden (Varikosen) auftritt, ist das Sichtbarwerden von bläulichen, knotig verdickten Venen unter der Haut. In diesem Stadium stellt es bereits ein kosmetisches Problem für die meisten Betroffenen dar. Im weiteren Verlauf kommt ein Schweregefühl in den Beinen hinzu, welches bei stehender und sitzender Position auftritt und bei einem Hochlagern der Beine verschwindet.

Neben diesem Schweregefühl, das vorwiegend abends auftritt, können weitere Symptome wie Schwellungen, Juckreiz und Kribbeln auftreten. Nächtliche Wadenkrämpfe stören nicht selten den Schlaf der Betroffenen. Bei vielen Personen nehmen die Beschwerden in den Sommermonaten zu, bei Frauen verstärken sie sich zudem während der Monatsblutung.

Diagnose von Krampfadern

Leidet eine Person an Besenreiser, sollte festgestellt werden, ob zudem ein Krampfaderleiden vorliegt. Im Patientengespräch kann gezielt nach bereits aufgetretenen Symptomen gefragt werden, insbesondere bei Verdacht auf eine erbliche Veranlagung für Venenleiden.

Auch bei der körperlichen Untersuchung können oberflächliche Krampfadern möglicherweise als knotig verdickte Venen entdeckt werden. Um auch tief gelegene Krampfadern und die tatsächliche Funktionsstörung der Venenklappen diagnostizieren zu können, werden bildgebende Verfahren eingesetzt. Hier gibt es im Wesentlichen zwei Möglichkeiten:

  • die Durchführung einer Duplexuntersuchung
  • Untersuchung anhand einer Phlebografie

Duplexuntersuchung zur Diagnose

Die Duplexuntersuchung ist die derzeit überlegene Untersuchungsmethode bei Venenleiden, die am häufigsten angewendet wird. Bei der Duplexuntersuchung handelt es sich um eine Kombination aus Ultraschall (Sonografie) und einer Doppleruntersuchung, mit der sich die Wandstrukturen der Gefäße und die Blutflussverhältnisse darstellen lassen. Mit diesem Verfahren kann der Arzt erkennen, ob sich in einem Gefäß ein Gerinnsel gebildet hat, in welche Richtung das Blut fließt und ob Blut durch undichte Venenklappen in die Venen zurückläuft. Im Allgemeinen kann allein durch die Duplexuntersuchung eine tragfähige Diagnose gestellt werden.

Phlebografie zur Diagnose

Die Phlebografie wird in erster Linie dann eingesetzt, wenn bei der Duplexuntersuchung kein klarer Befund gestellt werden konnte oder Unstimmigkeiten bei der Diagnose auftraten. Bei der Phlebografie handelt es sich um ein Röntgenverfahren, bei dem ein Kontrastmittel eingesetzt wird, um die Blutgefäße darstellen zu können. Das Kontrastmittel ist jodhaltig und wird in den Fußrücken gespritzt.

Weitere Diagnoseverfahren

Es gibt weitere Verfahren, mit denen Krampfadern diagnostiziert werden können. Allerdings kommen sie nur noch selten zum Einsatz, da sie durch die bildgebenden Verfahren ersetzt wurden. Beim Trendelenburg-Test legt sich der Patient auf dem Rücken auf eine Liege, das Blut in den Venen wird weitestgehend aus den Beinen ausgestrichen. Anschließend wird ein schmaler Druckverband um den Oberschenkel angelegt und der Patient steht auf. Der Arzt beobachtet, wie schnell sich die oberflächlichen Venen füllen und kann daran feststellen, ob die Funktionalität der Venenklappen der oberflächlichen Venen und der Perforansvenen gegeben ist.

Ein weiteres Testsystem ist der Pratt-Test. Mit ihm kann die Funktion der Perforansvenen, also der Verbindungsvenen zwischen dem oberflächlichen und dem tiefen Venensystem, überprüft werden. Auch bei diesem Verfahren wird zunächst in Rückenlage des Patienten ein Abfließen des Blutes aus den Venen herbeigeführt. Das Bein wird anschließend vom Fuß bis zur Leistengegend bandagiert, dann steht der Patient auf. Der Verband wird von der Leiste an abgewickelt, während ein zweiter Verband an der Leiste beginnend angelegt wird. Zwischen den beiden Verbänden wird immer ein Hautstreifen freigelassen, an dem die Venenfüllung beobachtet wird.

Der Perthes-Test dient der Überprüfung der tiefen Beinvenen. Es wird ein schmaler Verband um den Oberschenkel des Patienten gewickelt, der die Venen staut. Der Arzt beobachtet die Füllung der oberflächlichen Venen, während durch Bewegung die Muskelpumpe betätigt wird.

Lydia Köper

11.02.15

Diagnose