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Entstehung einer Erkältung

Der Großteil aller Infektionen des oberen Atemtraktes entsteht durch nichtbakterielle Erreger. Zahlreiche Virustypen können bei der Entstehung einer Erkältung nachgewiesen werden.

U. a. haben saisonale, soziale, Alters- und Geschlechtsfaktoren sowie die Ernährung Einfluss auf eine Erkältung, deren Entstehung und Ausbreitung. Kühlere Jahreszeiten und feuchte klimatische Gegebenheiten begünstigen Viruserkrankungen.

Wie hängen Kälte und Erkältungen zusammen?

Kälte allein kann keine Erkältung verursachen. Zugluft, Kälte und Unterkühlung reichen für sich nicht aus, um zu einer Erkältung zu führen.

Häufig beginnt eine Erkältung mit einem Schnupfen und dem subjektiven Empfinden zu frösteln. Voraus geht jedoch meist erst eine Virusinfektion, die zur Ausschüttung von Botenstoffen führt. Diese Botenstoffe, die während der Entstehung einer Erkältung ausgeschüttet werden, veranlassen eine Erhöhung der Körpertemperatur bzw. der Solltemperatur des Körpers, indem sie auf die Wärmeregulation der Hirnanhangdrüse, des Hypothalamus, Einfluss nehmen. Der Körper versucht während der Entstehung einer Erkältung, die Kerntemperatur des Körpers auf die Solltemperatur zu bringen. Deshalb verringert er die Durchblutung, kühlt die Haut und die Gliedmaßen ab, stellt die Körperbehaarung auf – eine Gänsehaut wird sichtbar -, erhöht den Muskeltonus bis hin zum Muskelzittern. Somit ist das Empfinden von Kälte während der Entstehung der Erkältung eine Folge der Virusinfektion und verursacht selbst nicht den Erkrankungsbeginn.

Insbesondere der indirekte Einfluss von Kälte auf die Erhöhung des Ansteckungsrisikos ist zu unterstreichen. Der Grund hierfür ist, dass sich Menschen bei kalter Witterung häufiger in Gebäuden und schlecht gelüfteten Räumen und damit in unmittelbarer Nähe zu infizierten Menschen aufhalten. Die Kälte führt zunächst einmal zu einer Verschlechterung der Durchblutung und behindert somit den Transport weißer Blutkörperchen, der Abwehrzellen des menschlichen Körpers, zu der Stelle, an der die Viren in den Organismus eingedrungen sind.

Auch tropische Temperaturen führen zu feuchten und erhitzten Körpern, auf denen ein Windzug zu einer starken Auskühlung des Körpers führen kann. Deshalb ist es wichtig, den Körper auch nachts, während des Schlafens, nicht über längere Zeit dem direkten Luftstrom eines Ventilators oder einer Klimaanlage auszusetzen.

Während der kalten Jahreszeit ist das Immunsystem zudem durch den Mangel an Vitamin D, das in der Haut durch Sonnenlicht gebildet wird, geschwächt. Im Winter ist die Sonneneinstrahlung wegen der kurzen Tageslichtdauer gering, es wird folglich kaum das abwehrstärkende Vitamin D gebildet. In der Folge kommt es zu einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen wie Erkältungen.

Somit kann auch der das Immunsystem schwächenden Vitamin-D-Mangel aufgrund der kurzen Sonneneinstrahldauer an Wintertagen ursächlich für den Zusammenhang von Kälte und der gehäuften Entstehung von Erkältungen sein.

Erkältungsviren

An der Entstehung von rund der Hälfte aller Erkältungen sind Rhinoviren beteiligt, deren Inkubationszeit (Zeitraum zwischen Ansteckung und Ausbruch einer Erkrankung) ein bis drei Tage beträgt. Die akuten Beschwerden von Erkältungen, die durch Rhinoviren ausgelöst werden, sind Schnupfen, Halsschmerzen, Reizhusten und Krankheitsgefühl. Bei Kleinkindern kann gelegentlich sogar ein Pseudokrupp-Anfall auftreten.

Die Parainfluenza-Viren sind sogar für die Entstehung von 40-60% des kindlichen Pseudokrupps verantwortlich. Im Erwachsenenalter verursachen diese Viren eher selten eine Erkältung.

Durch Adeno-Viren entstehen 2-5% aller Erkältungen. Halsschmerzen, geschwollene Lymphknoten am Hals, Husten, Schüttelfrost, Fieber, Kopfschmerzen und gelegentlich Hautausschlag (Hautexanthem) sind typische Symptome von Erkältungen, die durch dieses Virus entstehen.

Das Respiratorische Synzytialvirus (RSV) gehört zur Gruppe der Paramyxoviren. In geringer Häufigkeit werden durch dieses Virus jährliche, epidemieartig im Winter oder Frühjahr auftretende Erkältungen ausgelöst. Bei einem Kind können nach einer Inkubationszeit (Zeitraum zwischen Ansteckung und Ausbruch einer Erkrankung) von drei bis fünf Tagen Lungenentzündungen ausgelöst werden.

Akute Atemwegserkrankungen wie Erkältungen werden auch in 3-4% der Fälle vom Corona-Virus verursacht. Die Inkubationszeit (Zeitraum zwischen Ansteckung und Ausbruch einer Erkrankung) beträgt drei bis fünf Tage. Die Erkältung entsteht vorwiegend in den Wintermonaten und kann wie eine Epidemie entstehen.

Bei Säuglingen oder Kleinkindern wurde 2001 ein neues Virus entdeckt, das offenbar auch bei Erwachsenen häufig zu Erkältungen führt: Der so genannte Metapneumo-Virus hat einen erheblichen Anteil an der Entstehung von Erkältungskrankheiten während der Wintermonate, so der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI).

Ebenfalls Erkältungen verursachen Coxsackie- und ECHO-Viren. Durch diese Viren entstehen auch ernstere Atemwegserkrankungen wie Pseudokrupp und Lungenentzündungen. Fieber und Magen-Darm- sowie muskuläre Begleiterscheinungen treten häufig und gleichzeitig als Symptome der Erkältung auf.

Krankheitsentwicklung einer Erkältung (Pathogenese der Erkältung)

Die Viren nisten sich in den Schleimhäuten der Nase, des Rachens und im Hals ein. In diesen Zellen vermehren sich die Erreger während der Entstehung einer Erkältung. Die Viren aktivieren jedoch gleichzeitig durch das Eindringen in den menschlichen Organismus das Immunsystem. Das Immunsystem beginnt, sich gegen die Eindringlinge zu wehren. Die Schleimhäute der Nase und des Rachenraums schwellen an und produzieren vermehrt Sekret. Das Abwehrsystem der Infizierten ist alarmiert, es entstehen Allgemeinbeschwerden wie Fieber und Abgeschlagenheit. Die Einnistung und Vermehrung während der Entstehung einer Erkältung ist z. B. abhängig von der momentanen Belastung und der körperlichen Situation der Betroffenen.

Das Immunsystem wird von einer Unterkühlung stark belastet. Klimatisierte und beheizte Räume – deshalb treten Erkältungskrankheiten besonders im Winter gehäuft auf-, hoher Alkohol- und Nikotinkonsum sowie schlechte Lebensgewohnheiten können für die Entstehung einer Erkältung förderlich sein.

Ist das Immunsystem geschwächt, können sich die Viren besonders gut ausbreiten. Bei einer geschwächten Abwehrlage der Infizierten können die oberen und unteren Atemwege zusätzlich mit Bakterien besiedelt sein, die unter anderem Nasennebenhöhlenentzündungen und Bronchitis verursachen.

Ansteckung durch Erkältungsviren

Die Ausbreitung der Erkältung erfolgt über Tröpfcheninfektion. So können Infizierte ihre Viren über Niesen, Husten, Schnäuzen und Sprechen auf ihre Mitmenschen übertragen. Meist dauert es nach der Ansteckung zwei bis fünf Tage bis die Krankheit ausbricht.

Besonders an Fingern, Händen, Taschentüchern, aber auch an Türgriffen, der Computertastatur, am Telefon und anderen Gegenständen haften die Viren noch weitere zwei Stunden und sind auch aktiv, sodass es zu einer erhöhten Ansteckungsgefahr durch mangelnde Handhygiene kommt.

Birgit Lindner

10.03.15

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