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Fortschritte in der Behandlung von Eierstockkrebs

Jedes Jahr erkranken rund 7.300 Frauen in Deutschland an Eierstockkrebs. Da mit der Krankheit im Frühstadium keine spezifischen Symptome einhergehen, wird sie häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt. Deshalb ist eine vollständige Heilung oft nicht mehr möglich, z. B. wenn sich bereits Metastasen gebildet haben. In der Therapie geht es dann in erster Linie darum, das Wachstum des Tumors so gut wie möglich einzudämmen und dabei eine gute Lebensqualität zu erhalten.

Die Überlebensrate hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich verbessert. Die Gründe dafür sind vielfältig und unter anderem auf Neuerungen bei den Behandlungsmethoden zurückzuführen.

Krebszellen sterben ab

Zu diesen verbesserten Behandlungsmethoden zählt die Behandlung mit sogenannten PARP-Inhibitoren. Sie bewirken, dass die Krebszellen ihre DNA-Schäden (hervorgerufen durch die Chemotherapie) nicht mehr reparieren können. Die Zelle stirbt ab (Apoptose/Zelltod).

Der Einsatz dieses Wirkstoffes verlängert das sogenannte progressionsfreie Überleben, also den Zeitraum, bis ein neuer Tumor auftritt, deutlich. Damit verbessert er vor allem die Lebensqualität der Patientinnen.

Allerdings kommen PARP-Inhibitoren in der Therapie nur zum Einsatz, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Die Behandlung kommt für Frauen mit einer Krebserkrankung im fortgeschrittenen Stadium infrage, bei denen ein Rezidiv aufgetreten ist und die vorher bereits zwei Chemotherapien (platinhaltig) erhalten und auf (mindestens) die letzte davon angesprochen haben.

Chemotherapie per Infusion in die Bauchhöhle

Neuerungen gibt es zudem beim Einsatz der Chemotherapie. Sie ist im Rahmen der Erstlinientherapie neben der Operation die zweite Säule der (Standard-)Therapie und erfolgt in der Regel im Anschluss an die Operation (adjuvante Chemotherapie), wird aber auch bei der Behandlung von Rezidiven eingesetzt. So sollen vorhandene Tumorzellen im Körper zerstört werden, die bei der Operation nicht entfernt werden konnten.

Es ist aber auch möglich, die Chemotherapie vor der Operation einzusetzen, dies wird dann als neoadjuvante Chemotherapie bezeichnet. Der Wirkstoff kann, wie üblich, über die Vene verabreicht werden oder direkt in die Bauchhöhle (mit einer Infusion), ein neuer Therapieansatz. Denn gerade in der Bauchhöhle bilden sich bei Eierstockkrebs häufig Metastasen. Erste Studien mit Patientinnen in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium haben gezeigt, dass dieses Vorgehen (Chemotherapie in die Bauchhöhle mit anschließender Operation) das Fortschreiten der Krankheit erheblich verlangsamen kann.

Operation wichtigste Säule der Therapie

Nach wie vor ist die Operation die wichtigste Säule der Therapie. Sie kommt zum Einsatz, wenn die Krankheit erstmalig entdeckt wurde, aber auch zur Behandlung von Rezidiven. Um nach Möglichkeit zu verhindern, dass Tumorzellen im Bauchraum zurückbleiben, werden neben den Eierstöcken auch Eileiter, Gebärmutter, das große Bauchnetz und das Bauchfell (Teile davon) herausgenommen. Hat sich der Krebs im Bauchraum bereits weiter ausgebreitet, kann es unter Umständen notwendig sein, auch Teile des Darms zu entfernen. Darüber hinaus werden die Lymphknoten in diesem Bereich (unter anderem im kleinen Becken) entnommen. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass sich die Tumorzellen nicht über die Lymphbahnen weiter im Körper verbreiten können.

Die Operation wird so umfassend durchgeführt, da die vollständige Entfernung des Tumors die Heilungschancen erheblich beeinflusst. So kann eine Ausbreitung der Krebszellen verhindert werden. Nicht immer gelingt es jedoch, das gesamte Tumorgewebe zu entnehmen. Z. B. dann nicht, wenn der Tumor bereits in benachbarte Organe hineingewachsen ist.

Da die Operation bei Patientinnen mit Eierstockkrebs besonders komplex ist, sollten Betroffene sich in einer spezialisierten Klinik behandeln lassen. Nur so kann der bestmögliche Erfolg der Behandlung gewährleistet werden, was sich dann positiv auf Heilungs- und Überlebenschancen auswirkt.

Antikörperbehandlung soll Wachstum der Krebszellen verhindern

Zusätzlich kann die Erkrankung mit einer Antikörpertherapie behandelt werden, die allerdings nicht bei allen Patientinnen die Heilungs- und Überlebenschancen verbessert. Sie kann bei einer Erstbehandlung oder bei einem Wiederauftreten des Tumors (Rezidiv) zum Einsatz kommen. Die Behandlung mit Antikörpern kann die Zeit bis zum Fortschreiten des Tumors verlängern. Überwiegend wird sie bei Frauen eingesetzt, bei denen während der Operation nicht das ganze Tumorgewebe aus dem Bauchraum entnommen werden konnte. Für sie geht mit der Behandlung mit Antikörpern eine erhöhte Überlebenswahrscheinlichkeit einher.

Antikörper sollen das Wachstum der Krebszellen bremsen, indem sie verhindern, dass sich neue Blutgefäße bilden, die die Tumorzellen zum Wachsen brauchen. Die Dauer einer Therapie mit Antikörpern ist von der individuellen Erkrankungssituation abhängig.

Quelle: Leben? Leben! 4/2018

09.04.19