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Schlafapnoe und COPD

Die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) geht häufig mit einer Schlafapnoe einher. Das ist eine Erkrankung, bei der es zu mehrfachen Atemstillständen in der Nacht mit einer anschließenden Weckreaktion des Körpers kommt. Betroffene merken von dem häufigen nächtlichen Aufwachen meist nichts, fühlen sich am nächsten Tag jedoch wie gerädert und antriebslos. Bei monotonen Tätigkeiten fallen sie oft kurz in den Schlaf (Sekundenschlaf). Das ist besonders beim Autofahren oder beim Bedienen von Maschinen gefährlich.

Neben der bleiernen Müdigkeit sind Menschen mit Schlafapnoe häufig von Gedächtnisstörungen betroffen und auch die Herzfunktion leidet. Denn Schlafapnoe kann mit hohem Blutdruck einhergehen und als Folge steigt die Gefahr für Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems wie Schlaganfall und Herzinfarkt. Das gemeinsame Auftreten von COPD und Schlafapnoe erhöht daher das Sterberisiko. Die Kombination von COPD und Schlafapnoe ist vergleichsweise häufig: Bei fortgeschrittener COPD ist etwa jeder sechste Patient betroffen.

Schlafapnoe erkennen

Vor allem COPD-Patienten in den fortgeschrittenen Stadien verspüren schon bei leichten Anstrengungen Atemnot, müssen husten und sich im Anschluss von der Belastung ausruhen. Nicht selten schieben sie daher das Auftreten von starker Müdigkeit sowie verringerter Leistungsfähigkeit auf ihre Krankheit, statt sich auf Schlafapnoe untersuchen zu lassen. Das kann gefährlich sein – im Straßenverkehr, aber auch in Bezug auf die eigene Gesundheit. Bei einem erhöhten Schlafbedürfnis und absinkender Leistungsfähigkeit sollten COPD-Patienten daher unbedingt zum Arzt gehen. Liegt die Ursache nicht in einer weiteren Verringerung der Lungenfunktion, sollte bei diesen Beschwerden immer auch an eine Schlafapnoe gedacht werden.

In vielen Fällen ist es auch der Lebenspartner, der Betroffene darauf aufmerksam macht, dass es im Schlaf zu Atemaussetzern kommt. Denn in der Regel folgen die Atemaussetzer auf lautstarkes Schnarchen, weil die Atemwege eingeengt sind und das Luftholen schwerfällt. Die plötzliche Ruhe erschrickt viele Partner und sie wecken den COPD-Patienten auf, dauert die Atempause zu lang an. In diesem Fall sollten Betroffene rasch zum Arzt gehen, um weitere gesundheitliche Folgen auszuschließen.

Die Diagnose erfolgt in der Regel mithilfe eines Schlaffragebogens und einer ambulanten Messung der Schlafatmung. Die Auswertung der Messergebnisse zeigt oft bereits deutlich, dass eine Schlafapnoe vorliegt. Ist das Ergebnis noch unklar, schließt sich unter Umständen eine Untersuchung im Schlaflabor an, um die Schlafapnoe mit Sicherheit zu diagnostizieren.

Schlafapnoe behandeln

Liegt eine Schlafapnoe vor, besteht die Behandlung häufig in einer kontinuierlichen nächtlichen Überdruckbeatmung, kurz CPAP (vom Englischen: continuous positive airway pressure). Der Patient muss während des Schlafs eine Atemmaske tragen, die Nase oder Mund und Nase umschließt. Das CPAP-Gerät pumpt dann mit einem leichten Überdruck Luft in die Atemwege und hält diese auf diese Weise offen. Denn bei der Schlafapnoe sind die Atemwege eingeengt, was die Atemaussetzer bedingt. Da nun besser Luft in die Atemwege dringt, erhöht sich auch der Sauerstoffgehalt des Bluts und die Atemaussetzer bleiben aus. In vielen Fällen stoppt das CPAP-Gerät zugleich das Schnarchen. Kommen COPD-Patienten mit einem CPAP-Gerät wegen des kontinuierlichen Überdrucks nicht zurecht, lohnt ein Versuch mit einem sogenannten BiPAP-Gerät. Diese Geräte erleichtern COPD-Patienten die Ausatmung, da sie beim Ausatmen den Druck verringern.

Für den Fall, dass eine Überdruckbeatmung nicht infrage kommt, etwa, weil die Maske als störend empfunden wird, kann unter Umständen eine Unterkieferprotrusionsschiene die Lösung sein. Diese Schiene verlagert sowohl den Unterkiefer als auch die Zunge ein kleines Stück nach vorne und sorgt auf diese Weise dafür, dass die Atemwege während des Schlafs offenbleiben. Auch ein Zungenretainer, der die Zunge so platziert, dass sie nicht in den Rachen rutscht, kann bei Schlafapnoe hilfreich sein. Die wirksamste Behandlungsmethode ist jedoch nach wie vor die CPAP- oder BiPAP-Behandlung, weshalb sie nicht von vornherein abgelehnt werden sollte, zumal über die Maske zusätzlich Sauerstoff gegeben werden kann, sollte dies aufgrund eines zu geringen Sauerstoffgehalts als Folge der verringerten Lungenfunktion durch die COPD notwendig sein.

Eine Operation, die Hindernisse im Rachen entfernt und damit der Schlafapnoe entgegenwirken soll, empfiehlt sich insbesondere für Patienten mit fortgeschrittener COPD nur begrenzt. Denn bei einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung ist jeder chirurgische Eingriff eine zusätzliche Belastung für den Organismus.

Quelle: allergikus 1/2019

12.08.19

Folge- und Begleiterkrankungen