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Lungenkrebs

Unter Lungenkrebs – geläufig ist auch der Begriff Bronchialkarzinom – versteht man die Neubildung bösartiger Zellen (maligne Neoplasie) im Lungengewebe bzw. in den unteren Atemwegen (Bronchien oder Bronchiolen).

Lungenkrebs
© iStock - utah778

Lungenkrebs: Treibermutationen beschleunigen das Tumorwachstum

Lungenkrebs wird meist erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Bei mehr als zwei Drittel der Erkrankten ist eine Heilung deshalb oft nicht mehr möglich. Entsprechend ungünstig fällt die Prognose für viele Patientinnen aus. Doch neue zielgerichtete Therapien haben die Überlebenschancen in den vergangenen Jahren deutlich verbessert.

Um Betroffene effektiv behandeln zu können, ist eine umfassende molekularpathologische Diagnostik notwendig. Auf diese Weise werden die sogenannten Treibermutationen identifiziert, die das Wachstum des Tumors ankurbeln. Die Krebszellen beschleunigen ihr Wachstum selbst, indem sie Wachstumsfaktoren ausschütten, die dann wiederum die Zellteilung (und damit ihre Vermehrung) anregen.

Eine umfassende Genanalyse zeigt, über welche Treibermutationen der Tumor verfügt. Moderne diagnostische Verfahren, wie das Next-Generation-Sequencing, ermöglichen eine schnelle und genaue Analyse des Tumormaterials.

Krankheit kann über viele Jahre kontrolliert werden

Mit speziellen Medikamenten können festgestellte Treibermutationen blockiert werden. Ihre Identifikation mithilfe einer umfassenden Diagnostik offenbart also die wichtigsten Angriffspunkte für eine zielgerichtete Therapie. Mit deren Hilfe kann das Fortschreiten der Erkrankung deutlich verlangsamt werden. Mit dieser Behandlung wird in der Regel ein langfristiger Erfolg erzielt, da sich der Tumor und ggf. vorhandene Metastasen zurückbilden und die Krankheit auf diese Weise über mehrere Jahre kontrolliert werden kann.

Doch nur, wenn der Krebs auf jede Mutation, für die eine Therapie zur Verfügung steht, auch getestet wird, haben Patientinnen die Möglichkeit, effektiv behandelt zu werden. Derzeit werden bei rund einem Drittel der Betroffenen nicht alle diagnostischen Möglichkeiten ausgeschöpft. Diesen Patientinnen können dann nicht von den neuen spezifischen Behandlungsoptionen profitieren. Aus diesem Grund sollten Betroffene ihren behandelnden Arzt unbedingt auf mögliche Diagnostikverfahren ansprechen und sich darüber umfassend aufklären lassen.

Behandlung von Resistenzen

Allerdings können Tumorzellen auch gegen zielgerichtete Verfahren Resistenzen entwickeln. Für einige dieser Resistenzen gibt es spezielle Medikamente. Spricht ein Tumor also nicht mehr auf eine Behandlung an, kann eine erneute Analyse von noch vorhandenem Tumorgewebe Klarheit bringen, ob eine weitere Therapie, mit der die Resistenzen dann gebrochen werden, erfolgversprechend ist.

Quelle: Leben? Leben! 3/2020

21.04.2021
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