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Ernährung in der Weihnachtszeit: In Maßen ist vieles erlaubt

Die Weihnachtszeit steht vor der Tür und damit für viele Diabetiker die Frage: Was ist erlaubt – und was nicht? Denn meistens ist es mit einem reichhaltigen Weihnachtsessen nicht getan – süße und fettige Verlockungen verführen durch die gesamte Adventszeit.

„Im Prinzip gibt es für Diabetiker keine ganz speziellen Empfehlungen – ein bisschen Maß zu halten und zu schauen, was man isst, gilt für Diabetiker wie für alle anderen Menschen auch. Plätzchen sollte eigentlich niemand in rauen Mengen essen“, erklärt Dr. Heike Entenmann, Ernährungsberaterin und promovierte Oecotrophologin. Sie empfiehlt Diabetikern lieber selbst zur Ausstechform zu greifen. „Wer selbst Plätzchen bäckt, weiß, was drin ist. Den Zuckeranteil kann man dann zudem etwas reduzieren. Sehr gut für Weihnachtsgebäck eignet sich auch Zimt, gerade für Typ-2-Diabetiker.

Zimt bewirkt, dass der Blutzuckerspiegel u. U. nicht so drastisch ansteigt.“ Typische vorweihnachtliche Leckereien, die ebenfalls gut für Diabetiker geeignet sind, seien auch Lebkuchen und Gewürzspekulatius. „Lebkuchen haben einen hohen Nussanteil und in Nüssen sind die gesunden ungesättigten Fettsäuren enthalten“, erläutert die Ernährungsexpertin. Auch wenn im Grunde alles erlaubt ist – sie hält es dennoch für wichtig, sich auf eine Sache zu beschränken. „Wer Plätzchen isst, sollte vielleicht nicht auch noch zum Schokoweihnachtsmann greifen.“

Ähnliches gilt auch für den Besuch auf dem Weihnachtsmarkt: Ein Becher Glühwein ist schon okay – aber da Alkohol die Gefahr von Hypoglykämien erhöht, sollte es auch besser bei einem bleiben. „Zudem sollte es wirklich nur normaler Glühwein sein – und nicht „Glühwein mit Schuss“, wie man ihn manchmal auch auf Weihnachtsmärkten findet“, empfiehlt Dr. Entenmann. Um das Risiko einer Hypoglykämie zu senken, dürfe man dann auch etwas Kohlenhydrathaltiges essen. Dr. Entenmann rät aber von der fettigen Bratwurst eher ab. „Bratwurst enthält viele gesättigte Fettsäuren, ist daher nicht unbedingt empfehlenswert.“ Sie empfiehlt die leichteren Alternativen, die es ebenfalls auf Weihnachtsmärkten gibt, wie Champignonpfannen, Schupfnudeln mit Kraut, gegrillten Fisch oder Grünkohl.

Und wenn das Fest gekommen ist und das traditionelle Weihnachtsmenü auf dem Tisch steht? Dr. Entenmann möchte auch hier den Diabetikern nichts ausreden: „Wer Gans mag, kann sie auch essen. Dann aber mit mehr Rotkohl und vielleicht nur einem Knödel.“ Dies entspreche auch den aktuellen Empfehlungen in der Ernährungspyramide: „Wir sind mittlerweile davon abgekommen, die Kohlenhydrate soweit unten einzuordnen. Ganz unten stehen Obst und Gemüse, dann kommen die Proteine, also Fleisch, Fisch und Milchprodukte sowie Vollkornprodukte und an dritter Stelle erst einfache Kohlenhydrate wie Kartoffeln und Nudeln“, erklärt sie. Eine weitere gute Möglichkeit, um bereits vor einem reichhaltigen Festmahl ein bisschen zu sparen, sei ein leichtes Frühstück wie Quark und Beeren mit ein wenig Süßstoff. Und zum Nachtisch? „Da empfehle ich z. B. eine leichte Joghurtmousse mit Sauerkirschen, das hat wenig Fett.“

Immer gut nach dem Essen: Ein kleiner Spaziergang, um Kreislauf und Verdauung wieder in Schwung zu bringen. Und dafür die ganze Familie einspannen. Denn Bewegung tut allen gut, nicht nur den Diabetikern. Die Ernährungsexpertin plädiert dafür, in der Weihnachtszeit, so schön sie auch sein mag, nicht essensmäßig zu übertreiben. „Ich sage immer: Wir sündigen nicht zwischen Weihnachten und Neujahr, sondern zwischen Neujahr und Weihnachten“, schließt sie.

Quelle: BD 4/2011

29.12.11

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