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Jeder zweite Österreicher leidet an Parodontitis

Rund jeder zweite Österreicher im mittleren Lebensalter hat Parodontitis, eine Entzündung, die bis zur irreversiblen Zerstörung des Zahnhalteapparats führen und in Folge das Risiko für weitere Erkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen kann. Das betont Dr. Corinna Bruckmann von der Bernhard Gottlieb Universitätszahnklinik der MedUni Wien anlässlich der Europerio 7, des größten Parodontologen-Kongresses der Welt am Wiener Messegelände. Umso wichtiger sei die Vorbeugung. An der Zahnklinik gibt es jetzt ein neues Prophylaxe-Zentrum, wo noch intensiver vorbeugend zur Zahngesundheit beigetragen werden soll. Auch, und vor allem bei Parodontitis, berichtet die Bernhard Gottlieb Universitätszahnklinik.

Risikofaktoren für die entzündliche Parodontitis – auch bekannt unter der Bezeichnung Parodontose – sind u. a. Rauchen, schlechte Mundhygiene, falsche Ernährung oder schlecht eingestellter Diabetes mellitus und genetische Veranlagung. Anzeichen für Parodontitis sind regelmäßiges Zahnfleischbluten, sich zurückziehendes Zahnfleisch oder auch lockere Zähne. Die Erkrankung ist heimtückisch, weil sie lange Zeit schmerzfrei und unbemerkt voranschreitet. Vorbeugende Untersuchungen sind daher ratsam.

Im neuen Prophylaxe-Zentrum nimmt die Parodontologie einen hohen Stellenwert ein. Unterschieden wird dabei zwischen Primär- und Sekundär-Prophylaxe: Zwischen Patienten/-innen, die vorbeugend etwas gegen Parodontose und für die Zahnerhaltung tun wollen, und jenen, die bereits in einer parodontalen Therapie waren und lebenslange Behandlung brauchen, damit die Erkrankung nicht erneut ausbricht.

„Wir sind sozusagen die Detektive für die Zähne“, sagt Dr. Bruckmann, die das Prophylaxe-Zentrum leitet. „Wir können ein ganz genaues Muster erkennen und die Patienten/-innen beraten, was sie vorbeugend tun können. Unser Zentrum ist eine Anlaufstelle für Menschen, die ein parodontales Problem haben.“ Wobei der erste Weg stets in die Ambulanz führt. Dort wird mit einem Röntgen der erste Befund erstellt.

Quelle: BDÖ 2/12

04.01.13

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