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Vitamin B1 (Thiamin)

Vitamin B1, auch als Thiamin bezeichnet, zählt zu den wichtigsten Vitaminen, die der menschliche Körper regelmäßig aufnehmen muss, da die Speicherkapazität des Körpers für Thiamin gering ist. Die Aufnahmekapazität liegt bei 9 bis 16 mg Vitamin B1 pro Tag. Thiamin, das vom Körper nicht aufgenommen werden kann, wird relativ schnell wieder ausgeschieden. Bei täglicher, oraler Einnahme von etwa 6 mg Thiamin pro Tag, wird nicht einmal ein Zehntel der aufgenommenen Menge vom Körper absorbiert. Speichern kann der Körper höchstens etwa 25 mg Thiamin mit einer Verweildauer von etwa 20 Tagen. In der Leber wird aufgenommenes Vitamin B1 relativ schnell nach der Aufnahme in Thiamindiphosphat umgewandelt, welches als Coenzym im Körper aktiv ist und im Energiestoffwechsel eine wichtige Rolle spielt.

Doch nicht nur für den Energiestoffwechsel ist eine regelmäßige Zufuhr von Vitamin B1 notwendig. Thiamin erfüllt noch eine Reihe weiterer wichtiger Funktionen im Körper. So agiert es zum Beispiel als Antagonist von Acetylcholin sowohl im zentralen, als auch im peripheren Nervensystem. Das Vitamin beeinflusst außerdem die Neurotransmitter Serotonin und Gaba. Hier handelt es sich um wichtige Botenstoffe, die als Reizüberträger agieren. Auch ist Thiamin am Glukosestoffwechsel und am Aufbau von Nervenzellen beteiligt. Schwere Mangelerscheinungen und daraus resultierende Krankheiten kennt man vorwiegend aus Ländern der Dritten Welt. Allerdings kommen Mangelerscheinungen auch in Industrieländern vor. Ernährt sich der Mensch unausgewogen und sehr einseitig, ist der Speichervorrat an Vitamin B1 sehr schnell verbraucht. Wird er nicht wieder zugeführt, entsteht schnell ein Mangel und der Körper reagiert relativ schnell mit Symptomen.

Ein Mangel an Vitamin B1 kann zu schweren Krankheitsbildern führen. Neurologische Ausfälle durch einen Schwund der Skelettmuskeln, eine Schwäche des Herzmuskels, Ödeme der Haut und schwere Depressionen können durch Vitamin-B1-Mangel ausgelöst werden. Die Beriberi Krankheit, auch unter der Schreibweise Beri-Beri bekannt, wird durch einen akuten Mangel an Vitamin B1 ausgelöst. Die Krankheit äußert sich durch eine allgemeine Lethargie, starke Müdigkeit und Störungen im Herz-Kreislaufsystem, der Muskulatur und im Nervensystem. Die Entdeckung der Beriberi Krankheit war ein wichtiger Schritt in der Erforschung der Bedeutung von Vitaminen für den menschlichen Körper. Auch das Korsakow-Syndrom kann durch einen Mangel an Vitamin B1 ausgelöst werden. Das Korsakow-Syndrom ist eine Krankheit, die vorwiegend bei Alkoholikern auftritt. Man kann davon ausgehen, dass Alkoholmissbrauch zu einem Abbau von Vitamin B1 führt. Roher Fisch enthält Thiaminase, ein Enzym, das ebenfalls die Reserven von Thiamin abbaut.

Leichtere Anzeichen für einen Mangel an Vitamin B1 sind Konzentrationsschwäche und Gedächtnisstörungen bis hin zu Verwirrung, auffällig häufige Kopfschmerzen und eine allgemeine Reizbarkeit. Der Körper eines erwachsenen Menschen benötigt täglich etwa 1,3 mg Vitamin B1. Enthalten ist das Vitamin vor allem in Schweinefleisch, Leber, diversen Fischsorten, Getreide und Produkten aus Getreide, vorwiegend in Vollkorn. Darüber hinaus kommt das Vitamin in Hülsenfrüchten, Hefe und Kartoffeln vor.

Thiamin kann vorbeugend in Form von Nahrungsergänzungsmitteln eingenommen werden. Eine Hypervitaminose, also eine Überdosierung des Vitamins und eventuelle, hieraus resultierende Nebenwirkungen, sind bei Vitamin B1 nicht zu befürchten, da der Körper das Vitamin nicht in großen Mengen speichern kann und überflüssiges Thiamin einfach ausscheidet. Im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung kann es jedoch kaum zu einem Mangel an Vitamin B1 kommen. Wer Vitamin B1 auf dem natürlichen Weg über die Nahrung zu sich nehmen möchte, kann sich in seinem Speiseplan ein wenig auf Lebensmittel konzentrieren, die viel Vitamin B1 enthalten. So ist beispielsweise der Tagesbedarf eines erwachsenen Menschen bereits durch 50 g Weizenkeime gedeckt. 200 g frische Sojabohnen decken den täglichen Bedarf ebenfalls ab. 300 g frisches, mittel fettes Schweinefleisch liefert ebenfalls ausreichend Vitamin B1, um den Tagesbedarf zu decken. Ein Würfel Backhefe enthält genau 1 mg Thiamin.

Vitamin B1 reagiert sehr empfindlich auf Erhitzung und ist wasserlöslich. Gut die Hälfte des Thiamin-Gehalts in frischen Lebensmitteln kann durch Erhitzen verloren gehen und sammelt sich im Kochwasser. Da jedoch die meisten Lebensmittel, die einen hohen Anteil von Vitamin B1 enthalten, ohnehin nicht gekocht werden, hält sich der Verlust des Vitamins in der Nahrung in Grenzen. In Deutschland ist der tägliche Bedarf an Vitamin B1 häufig schon durch den Verzehr von Vollkornbrot und Vollkornbrötchen abgedeckt. Wer darüber hinaus noch ab und zu frisches Schweinefleisch und Hülsenfrüchte zubereitet, sollte im Optimalfall keine Mangelerscheinungen bemerken.

Nicht selten übrigens macht sich ein leichter Bedarf an Vitamin B1 bei vielen Menschen durch Appetit auf bestimmte Lebensmittel bemerkbar, die in der Regel das Vitamin sogar enthalten.

Monika Celik

21.03.11

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