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Erhöhtes Risiko für Darmkrebs bei Morbus Crohn?

Wer an der chronisch entzündlichen Darmkrankheit Morbus Crohn leidet, hat ein erhöhtes Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Vor allem Patienten, die schon lange an Morbus Crohn erkrankt sind, haben ein größeres Risiko, berichtet die Felix-Burda-Stiftung auf seiner Internetseite.

An Morbus Crohn erkranken oft bereits jüngere Menschen im Alter von 20 bis 30 Jahren. Nach Angaben der Felix-Burda Stiftung kommen pro Jahr zwei bis vier neu Erkrankte pro 100.000 Einwohner in Deutschland hinzu. Wie hoch das Darmkrebsrisiko ist, hängt auch davon ab, welcher Darmabschnitt von Morbus Crohn betroffen ist: Wenn sich die Erkrankung nur im Mastdarm bemerkbar macht, ist das Risiko geringer. Ist jedoch auch der Dickdarm betroffen, ist die Wahrscheinlichkeit für Darmkrebs höher. Wie hoch genau, steht indes nicht fest, da es hier unterschiedliche Angaben gibt. Laut der Felix-Burda-Stiftung ist das Risiko etwa drei- bis siebenmal höher als für die Normalbevölkerung.

Jährliche Darmspiegelung sinnvoll?

Dennoch gibt es derzeit in Bezug auf die Darmkrebsvorsorge keine gesonderten Empfehlungen für Menschen mit Morbus Crohn. Priv.-Doz. Dr. Gerhard Müller, Köln, hat jedoch laut Ärztezeitung auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie 2015 darauf hingewiesen, dass bei Patienten mit einer komplizierten Form der Darmerkrankung, die u. a. mit Darmfisteln einhergeht, Darmkrebs entstehen kann – und dieser u. U. früher diagnostiziert werden kann, wenn es eine jährliche Darmkrebsvorsorge mittels einer Darmspiegelung für Morbus Crohn-Patienten gebe. Für andere Risikogruppen für Darmkrebs gibt es beispielsweise angepasste Empfehlungen, was die Vorsorge angeht.

Dies betrifft beispielsweise Menschen mit erblichem Darmkrebs, die etwa 5–8 % der Patienten ausmachen, informiert die Felix-Burda-Stiftung. Feststellen lässt sich eine genetische Veranlagung durch eine genetische Untersuchung. Es gibt zwei Formen von erblichem Dickdarmkrebs: Den ohne Polyposis (HNPCC oder Lynch-Syndrom), bei dem aus wenigen Polypen mit hoher Wahrscheinlichkeit Darmkrebs entstehen kann, und die erblichen Polyposis-Syndrome. Letztere umfassen mehrere Erkrankungen wie die sog. familiäre adenomatöse Polyposis (FAP), bei der es zu einer verstärkten Polypenbildung kommt. HNPCC wird durch veränderte Gene hervorgerufen, die das Risiko erhöhen, dass Darmkrebs, aber auch andere Krebserkrankungen, wie Gebärmutterschleimhautkrebs oder Magenkrebs, auftreten.

Quelle: Befund Krebs 3/2016

12.08.16

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