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Therapie eines Dekubitus

Da ein Druckgeschwür (Dekubitus) eine multifaktoriell bedingte Erkrankung ist, muss eine erfolgreiche Dekubitus-Therapie verschiedenste Aspekte berücksichtigen. Neben der Behandlung der Wunde selbst und der Verhinderung von Schmerz und Komplikationen, müssen auch die Ursachen, die für die Entstehung des Dekubitus verantwortlich sind, schnellstmöglich beseitigt werden.

Im Rahmen der vorangegangenen eingehenden Dekubitus Diagnosestellung sind möglicherweise eventuelle, die Entstehung eines Dekubitus begünstigende Grunderkrankungen festgestellt worden, die nun in die Therapieplanung mit einbezogen werden sollten. Ebenso bildet die sofortige Entlastung der an Dekubitus erkrankten Hautpartie einen Teil der Behandlungsmaßnahmen. Um einen Rückfall oder die Entstehung neuer Druckgeschwüre zu verhindern, sollte sich eine Dekubitus-Prophylaxe anschließen.

Wundversorgung bei Dekubitus

Wurde bei einem Patienten ein Dekubitus diagnostiziert, ist es zunächst erforderlich, das vom Druckgeschwür betroffene Areal zu entlasten. In leichteren Fällen vom Dekubitus Grad I kann diese Maßnahme bereits zur Therapie ausreichend sein. Zusätzlich kann die vom Dekubitus betroffene Hautstelle mit pflegenden, parfüm- und reizstofffreien Wasser-in-Öl-Emulsionen behandelt werden.

Liegt bereits ein offenes Geschwür vor, ist zunächst die Reinigung der Wunde, d. h. die Entfernung des abgestorbenen Zellmaterials (Debridement) von erheblicher Bedeutung. Zur Abdeckung der offenen Wunde stehen heutzutage moderne Materialien zur Verfügung, die die Wundheilung fördern können und gleichzeitig einen schmerzlosen Verbandswechsel ermöglichen, da sie nicht mit der Wunde verkleben können.

Die Versorgung der Wunde richtet sich danach, in welcher Heilungsphase sie sich befindet. Generell eignen sich hierzu Verbände, die durch ihr feucht-warmes Milieu den Wundheilungsprozess fördern, die jedoch auch in der Lage sind, überschüssiges Wundsekret (Exsudat) aufzunehmen, ohne die Wunde auszutrocknen. Zusätzlich muss die Wundabdeckung einen Luftaustausch ermöglichen und gleichzeitig eine Infektion von außen verhindern. Zu Erfüllung dieser Anforderungen eignen sich spezielle Hydrogele, Hydrokolloide, Polyurethanschaumverbände und Alginate, die die Heilung der Wunde fördern können.

Eine regelmäßige Kontrolle des Heilungsprozesses sowie ein regelmäßiger Verbandwechsel können zusätzlich zur Heilung von Dekubitus beitragen. Dies ist insofern von besonderer Bedeutung, als dass die Heilung eines Dekubitus ein langwieriger und komplizierter Prozess ist. In besonders schweren Fällen von Dekubitus kann es vorkommen, dass sich ein Druckgeschwür nicht durch die körpereigenen Mechanismen der Wiederherstellung vollständig zurückbilden kann. Hier kann die chirurgische Abdeckung, d. h. die Transplantation von Hautgewebe notwendig sein.

Medikamentöse Behandlung

Die Entstehung von Druckgeschwüren ist für die Betroffenen in den meisten Fällen mit zum Teil starken Schmerzen verbunden. Dies ist insbesondere für diejenigen Dekubitus-Patienten eine stark belastende Situation, welche nicht in der Lage sind, sich selbstständig bewegen und somit entlasten zu können. In diesen Fällen ist es von großer Wichtigkeit, den an Dekubitus Erkrankten eine schmerzfreie Heilungsphase zu ermöglichen.

Zu diesem Zwecke stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die je nach Einzelfall und vorliegenden Beschwerden ausgewählt werden können. Zusätzlich zur Schmerztherapie kann der Einsatz von Antibiotika bei einer Dekubitus-Erkrankung erforderlich sein. Dies gilt insbesondere bei offenen Dekubitalgeschwüren, um einerseits einer Infektion vorzubeugen, aber andererseits auch um eine bereits bestehende Infektion der Wunde zu behandeln, um schwerwiegende Komplikationen wie beispielsweise eine Blutvergiftung (Sepsis) zu verhindern.

Ernährung des Patienten

Eine weitere wichtige Komponente sowohl in der Behandlung als auch in der Vorbeugung von Dekubitus ist die Analyse des Ernährungszustands des Patienten. Eine mangelhafte Flüssigkeitsaufnahme, wie sie insbesondere gehäuft bei älteren Patienten auftritt, kann zu einer Austrocknung der Haut und somit zur Verschlechterung der Hautfunktionen führen. Dies wirkt sich auch negativ auf die Wundheilung aus. Eine vermehrte Flüssigkeitszufuhr, gegebenenfalls als Infusion, kann in diesen Fällen angezeigt sein.

Auch eine unzureichende Versorgung mit Nährstoffen trägt zu einer Verzögerung des Heilungsprozesses bei. Dekubitus-Patienten weisen einen erhöhten Bedarf an Energie, Proteinen, Vitaminen und Mineralstoffen auf, welcher zum Teil bis auf die doppelte Menge eines nicht Erkrankten ansteigen kann. Eine eiweiß- und energiereiche Ernährung, die ausreichende Aufnahme der Vitamine K, A, C und E sowie der Mineralstoffe Zink und Selen sind ein wichtiger Baustein in der Therapie von Dekubitus. Sollte die Nahrungsaufnahme in der erforderlichen Zusammensetzung durch die normale Ernährung nicht gewährleistet werden können, können Nahrungsergänzungsmittel infrage kommen.

Entlastung und Prophylaxe

Ist bereits ein Druckgeschwür bzw. ein Dekubitus entstanden, ist es notwendig, die betroffene Körperpartie zu entlasten. Auch zur Vorbeugung von Dekubitus ist Entlastung das oberste Gebot. Wurde bei der Einschätzung des Dekubitus-Risikos anhand der gebräuchlichen Skalen eine erhöhte Gefährdung festgestellt, sollte im Bereich der Pflege für eine Verminderung längerfristiger Druckbelastung gefährdeter Hautbezirke gesorgt werden.

Die Bewegung der Patienten, d. h. falls möglich Patienten zum Gehen und Stehen zu veranlassen, sowie bestimmte Lagerungstechniken und -Hilfsmittel und eine regelmäßige, in zweistündigem Abstand erfolgende Umlagerung sind geeignete und erfolgreiche Maßnahmen um einen Dekubitus zu verhindern.

Nicole Breuer

18.06.15

Therapie
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