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Diagnose des Fibromyalgie-Syndroms

Fibromyalgie ist keine lebensbedrohende Erkrankung. Die Symptome der Erkrankung schränken jedoch für eine Vielzahl von Betroffenen die Lebensqualität sehr stark ein. In vielen Fällen wirkt sich die Fibromyalgie sowohl auf das berufliche als auch auf das private Leben aus. Die seelische und körperliche Belastung durch den andauernden Schmerz macht es Fibromyalgie-Patienten z. T. schwer, ihr Leben wie gewohnt zu führen.

Hauptsymptom sind chronische Schmerzen

Starke chronische Schmerzen v. a. der Muskulatur und der Sehnenansätze sind das Hauptsymptom der Erkrankung. Menschen mit Fibromyalgie empfinden Schmerz stärker als Gesunde und auch nicht-schmerzhafte Reize werden teilweise als Schmerz wahrgenommen. Wie Studien zeigten, nehmen Fibromyalgie-Patienten z. B. auch Schmerzen, die über einen längeren Zeitraum bestehen, bei gleichbleibendem Reizpotenzial als ansteigend wahr und verspüren den Schmerz selbst nach Abklingen des Reizes weiter.

Dass dies kein subjektives Empfinden ist, ließ sich durch Untersuchungen mit funktioneller Magnetresonanztomografie (fMRT) belegen, mit dessen Hilfe die Schmerzverarbeitung im Gehirn sichtbar gemacht werden kann. Begleitsymptome der Erkrankung können u. a. Steifigkeitsgefühle in Händen oder Füßen, körperliche und geistige Erschöpfung, Magen-Darmbeschwerden (z. B. Reizdarm), Depressionen oder Schlafstörungen sein.

Viele Betroffene leiden an Schlafstörungen

Schlafstörungen treten bei Fibromyalgie-Patienten relativ häufig auf. Viele klagen über einen leichten, oberflächlichen Schlaf und wachen am Morgen müde und wenig erholt auf. Bereits 1975 wurde eine Abweichung vom normalen Schlafmuster, insbesondere der Tiefschlafphase, festgestellt. Experten gehen davon aus, dass der Botenstoff Serotonin an diesen Vorgängen mitbeteiligt sein könnte. Bislang ist jedoch nicht bekannt, ob diese Schlafstörungen bei Patienten mit Fibromyalgie-Syndrom Ursache oder Folge der Erkrankung sind.

Diagnose anhand der ACR-Kriterien

Bestehen die Schmerzen in der linken und rechten Körperhälfte sowie ober- und unterhalb der Hüfte über einen Zeitraum von mehr als einem Vierteljahr, könnte sich dahinter ein Fibromyalgie-Syndrom verbergen. Mit apparativen Methoden (Röntgen, CT, MRT etc.) oder Labordiagnostik lässt sich die Erkrankung als solche bis heute nicht nachweisen. Die Diagnose wird daher in den meisten Fällen anhand der vom American College of Rheumatology (ACR) herausgegebenen Kriterien gestellt.

Eine zentrale Rolle spielen dabei 18 Triggerpunkte (auch „tender points“ genannt), die auf Druck mit dem Finger Schmerz auslösen, wohingegen bestimmte andere Kontrollpunkte keinen Schmerz hervorrufen dürfen. Laut der Kriterien sollten mindestens 11 von 18 Druckpunkten schmerzempfindlich sein. Einige Experten sind der Meinung, dass diese Maßgabe nur als Anhaltspunkt gesehen werden dürfe und plädieren dafür, die Diagnose auch bereits bei sechs oder weniger schmerzempfindlichen Punkten als gesichert zu erachten.

Die Leitlinie zum Fibromyalgie-Syndrom stellt frei, ob die Diagnose anhand des Beschwerdebildes oder der ACR-Kriterien erfolgt. Auch die Anzahl der schmerzhaften Druckpunkte wird als nicht zwingend angesehen. Starker Konsens besteht außerdem darüber, dass Schmerzempfinden an den Kontrollpunkten die Diagnose nicht zwangsläufig infrage stellt. Wichtig ist es im Rahmen der Diagnostik darüber hinaus, andere Erkrankungen mit vergleichbarem Beschwerdebild auszuschließen (sog. Differenzialdiagnose). Infrage kommen u. a. andere Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises (v. a. Kollagenosen), depressive Störungen oder das Chronic Fatigue Syndrom (CFS).

Antje Habekuß

10.06.14

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