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Erste Erfolge einer internationalen Forschungsallianz für Kinder mit MS

Unter dem Namen GRACE-MS erforschen Kliniken aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gemeinsam Diagnose- und Therapiemöglichkeiten bei Kindern mit Multipler Sklerose. Die Forschergemeinschaft trägt den Namen GRACE-MS, eine Kurzform von „German-speaking Research Alliance for ChildrEn with MS“. Die Forscher veröffentlichten ihre ersten Ergebnisse, berichtet die Universitätsmedizin Würzburg.

Aus unbekannten Gründen beginnt bei 3 bis 5 % der von Multiple Sklerose Betroffenen die MS bereits im Kindesalter. „Gerade bei dieser jungen Patientengruppe gibt es viele offene Fragen zur richtigen Diagnose und Therapie“, sagt Priv.-Doz. Dr. Mathias Buttmann, Universitätsklinik Würzburg. So müssten bei Kindern bei der Diagnosestellung z. B. Erkrankungen zusätzlich berücksichtigt werden, die im Erwachsenenalter kaum eine Rolle spielen. Zudem seien die diagnostischen Kriterien der MS bei Kindern weniger gut etabliert als bei Erwachsenen. „Auch bei der Therapie besteht Forschungsbedarf“, ergänzt Dr. Nicole Heußinger, Aschaffenburg. Während es für Erwachsene inzwischen viele, in Studien gut untersuchte Medikamente gebe, fehlten solche kontrollierten Studien für Kinder mit MS.

In einem ersten gemeinsamen Projekt untersuchten die Forscher an 357 Kindern mit einer isolierten Sehnervenentzündung rückblickend, welche Faktoren eine Prognose erlauben, ob sich im weiteren Verlauf eine MS entwickelt oder nicht. Diese Frage hat u. a. unmittelbare praktische Bedeutung für die Entscheidung über den frühen Beginn einer vorbeugenden Behandlung. Die Sehnervenentzündung im Kindesalter ist eine sehr seltene Erkrankung, die häufiger als bei Erwachsenen beidseitig auftritt und seltener als bei Erwachsenen in eine MS übergeht. Im Rahmen der Arbeit wurden frühere, kleinere Studien bestätigt und präzisiert, dass ein höheres Alter und ein pathologischer Befund im Kernspintomogramm des Kopfes voneinander unabhängige Risikofaktoren darstellen, im Verlauf eine MS zu entwickeln.

Kombination aus Kernspintomogramm und Nervenwasserbefund hoch aussagefähig

Belegt werden konnte die prognostische Bedeutung des Nervenwasserbefunds bei Kindern mit Sehnervenentzündung: Der Nachweis sog. oligoklonaler Banden ging mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit einher, im Verlauf eine MS zu entwickeln. Oligoklonale Banden sind Eiweißstoffe, die auf eine Immunreaktion im Zentralnervensystem hinweisen. Besonders hoch war die kombinierte Aussagekraft von Kernspintomogramm und Nervenwasser: Ein auffälliger Befund in beiden Untersuchungen bedeutete ein mehr als zwanzigmal höheres MS-Risiko, als bei in beiden Untersuchungen unauffälligem Befund.

Quelle: Befund MS 2/2015

28.08.15

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