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Entstehung einer Gehirnerschütterung

Was geht bei der Entstehung einer Gehirnerschütterung (Commotio cerebri) im Gehirn vor sich?

Grundsätzlich ist das menschliche Gehirn sehr empfindlich gegenüber Beeinflussungen von außerhalb und gegenüber jeder Art von Erschütterung. Eine Gehirnerschütterung kann zum Teil gravierende Folgen haben für die Arbeits- und Funktionsweise des menschlichen Denkorgans. Aus diesem Grunde ist das Gehirn von Natur aus relativ gut geschützt.

Es liegt geborgen in einem Schädel aus Knochen, ist zusätzlich umhüllt von den Hirnhäuten und ist umgeben vom Hirnwasser. Folglich ist das Gehirn gegen kleine Erschütterungen, Stöße, Schläge, Aufpralle und andere etwaige Unfälle mit Erschütterungswirkung gut gewappnet. Ist aber die Erschütterung, der Stoß, der Schlag oder der Aufprall so stark, dass das Gehirn an den knöchernen Schädel stößt und dabei erheblich erschüttert wird, kann es zur Entstehung einer Gehirnerschütterung kommen.

Im Rahmen einer solchen Gehirnerschütterung werden die Nervenzellen des Gehirns kurzfristig in ihrer Funktionsweise gestört – daher kommt es auch häufig zur Bewusstlosigkeit. In diesem Zusammenhang gibt es selbstverständlich mehr oder weniger schwere Ausprägungen der Gehirnerschütterung. Als Konsequenzen der Gehirnerschütterungen können relativ bald Bewusstseinsstörungen oder Bewusstlosigkeit auf, Ohnmacht, Kopfschmerzen, Störungen des Gleichgewichts, Orientierungslosigkeit oder -probleme, Sehstörungen, Erbrechen und Übelkeit auftreten.

Häufig ist ein Aufprall Ursache einer Gehirnerschütterung

In den meisten Fällen kommt es zur Entstehung einer Gehirnerschütterung durch einen harten Aufprall, eine heftige Kollision, einen mehr oder weniger schweren Unfall. Der Betroffene bekommt einen heftigen Schlag oder Stoß vor den Kopf oder der Kopf schlägt irgendwo auf. Bei erwachsenen Menschen, die eine Gehirnerschütterung erleiden, sind Verkehrsunfälle mit dem Auto, dem Fahrrad oder dem Motorrad die häufigste Ursache.

Bei Kindern und älteren Menschen hingegen ist die Entstehung der Gehirnerschütterung sehr oft auf Stürze zurückzuführen.

Auch viele Sportarten tragen die Gefahr einer Gehirnerschütterung mit sich, vor allem Inline-Skating oder Skateboard fahren. Auch bestimmte Ballsportarten und Boxen sind im Zusammenhang mit der Gehirnerschütterung zu nennen. Ein Skiunfall oder ein Treppensturz sind ebenfalls häufig die Ursache einer Gehirnerschütterung.

Die Entstehung der Gehirnerschütterung bei Kindern

Die Entstehung einer Gehirnerschütterung kommt bei Kindern besonders häufig vor. Das Gewicht des Kopfes macht bei Neugeborenen und Säuglingen ein Drittel des Gesamtgewichtes aus, später etwa ein Sechstel und beim erwachsenen Menschen nur noch ein Dreißigstel. Bei einem Fall oder Sturz fliegt der gewichtigste Teil, also der Kopf des Kindes, voraus und ist von daher für Verletzungen wie die Gehirnerschütterung besonders gefährdet.

Außerdem besitzt der Mensch einen Schutzreflex, um einen Sturz mit den Armen abzubremsen und abzufangen; dieser ist bei Kindern noch nicht sehr weit entwickelt. So beträgt z. B. die Reaktionsgeschwindigkeit eines Fünfjährigen das Doppelte im Vergleich zu einem Erwachsenen. Wenn Kinder etwas unsicher auf den Beinen sind oder zu verstärkter Unaufmerksamkeit neigen, ist die Wahrscheinlichkeit eines Sturzes und damit eine Gehirnerschütterung erhöht.

Die unterschiedlichen Ausprägungen bei der Entstehung der Gehirnerschütterung

  • Das Schädel-Hirn-Trauma ersten Grades oder Gehirnerschütterung

Die Gehirnerschütterung ist das sogenannte Schädel-Hirn-Trauma ersten Grades. Sie stellt eine leichte Hirnverletzung dar. Entweder tritt bei der Gehirnerschütterung keine Bewusstlosigkeit ein oder diese dauert nicht länger als eine Stunde. Die Erinnerung an den Unfall und die Zeit kurz vor oder nach dem Ereignis kann abhandenkommen. Häufige Symptome der Gehirnerschütterung sind Schwindel, Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen.

  • Das Schädel-Hirn-Trauma zweiten Grades oder Gehirnprellung

Bei der Gehirnprellung – einer stärkeren Gehirnverletzung, als sie bei der Gehirnerschütterung vorliegt – tritt eine länger als eine Stunde dauernde Bewusstlosigkeit auf. Es können bei der Gehirnprellung epileptische Anfälle oder Lähmungen bis hin zum Koma eintreten.

  • Das Schädel-Hirn-Trauma dritten Grades oder Gehirnquetschung

Hier liegt eine lebensbedrohliche Erkrankung vor. Die Schädigungen wie psychische Veränderungen, Lähmungen und Krämpfe sind häufig unumkehrbar.

Folgen einer Gehinrerschütterung

In den meisten Fällen heilt eine Gehirnerschütterung zwar ohne Folgen oder Dauerschäden ab, aber sie ist durchaus ernst zu nehmen, weil die Gehirnerschütterung in ihrer Folge bestimmte Erkrankungen nach sich ziehen kann, wie etwa Migräne, das postkommotionelle Syndrom, das posttraumatische Syndrom, dauerhafte Kopfschmerzen, (leichte) Wesensveränderungen, Depressionen, geminderte Leistungsfähigkeit, ein subdurales Hämatom etc.

Eine Gehirnerschütterung kann auch eine Störung des Hormonhaushalts auslösen. Hier können verstärkt ein Verlust der Konzentrationsfähigkeit, Müdigkeit, Veränderungen an der Körperbehaarung, ein gestörter Sexualtrieb oder ein Ausbleiben der Monatsblutung auftreten. Man sollte also drei bis sechs Monate nach dem Unfallereignis eine entsprechende Untersuchung beim Hausarzt vornehmen lassen.

Fedor Singer

05.05.17

Entstehung
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