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Hautkrebszentren bieten umfassende Therapie

59 zertifizierte Hautkrebszentren gibt es in Deutschland. Die Behandlung in diesen zertifizierten Zentren bietet den Patienten den Vorteil, dass hier alle Spezialisten unter einem Dach vereint sind. Die Kriterien für die Zertifizierung legt die Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) fest.

In den zertifizierten Hautkrebszentren werden vorgeschriebene Qualitätsstandards erfüllt, die so eine ideale und umfassende Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Betroffenen ermöglichen. Ob diese Standards vor Ort auch eingehalten werden, wird durch sog. Fachexperten überprüft, die von OnkoZert, einem unabhängigen Institut im Auftrag der Deutschen Krebsgesellschaft, in die Kliniken geschickt werden. Einer von ihnen ist Prof. Dr. Rudolf A. Herbst, Erfurt. Aufgrund der Vorteile für Patienten betont er: „Zumindest jeder Patient in einem fortgeschrittenen Tumorstadium sollte sich in einem zertifizierten Zentrum vorstellen. Hier ist die Expertise vorhanden, um eine fundierte Therapieentscheidung treffen zu können.“ Gerade vor dem Hintergrund der ständigen Weiterentwicklung der Behandlung sei dies für die Patienten von Vorteil. Ein im Zentrum festgelegter Behandlungsplan könne dann auch von den niedergelassenen Onkologen durchgeführt werden.

Kriterien sind vorgeschrieben

Zu den vorgeschriebenen Qualitätsstandards gehört u. a. eine fest verankerte psychoonkologische Versorgung, das Vorhandensein eines Sozialdienstes, das Angebot von Studien im Rahmen der Behandlung, aber auch der Kontakt zu Selbsthilfegruppen. „Das Herzstück jedes Organkrebszentrums ist die interdisziplinäre Tumorkonferenz“, betont Prof. Herbst. Jeder Patient mit einem metastasierten Hautkrebs muss in dieser Konferenz vorgestellt werden. Mit dabei sind dann alle Behandlungspartner, vom Strahlentherapeuten, Pathologen, Chirurgen bis hin zum Hämatoonkologen und Dermatologen. „Der essenzielle Vorteil für den Patienten ist dabei, dass seine Erkrankung von verschiedenen Seiten betrachtet wird“, erklärt der Experte.

Ob die Abläufe vor Ort mit den Qualitätsanforderungen übereinstimmen, wird zunächst mithilfe eines Erhebungsbogens überprüft, den die Kliniken einreichen müssen. Auf diesem Erhebungsbogen sind alle fachlichen Anforderungen an Hautkrebszentren aufgeführt. Kliniken, die sich um eine Zertifizierung bewerben, müssen mit diesem Bogen darlegen, wie und in welchem Umfang die an ein Zentrum gestellten Anforderungen erfüllt werden.

Überprüfung vor Ort

Ob diese Anforderungen vor Ort auch wie gefordert umgesetzt werden, wird von den Fachexperten, wie Prof. Herbst, in einem sog. Zertifizierungsaudit überprüft. Bei diesem Vor-Ort-Termin begutachtet der Fachexperte die unterschiedlichen Bereiche des Zentrums, aber ggf. auch externe Kooperationspartner. Auch die Einsicht von Unterlagen oder die Gespräche mit Mitarbeitern gehören zum Audit dazu. „Ich schaue mir z. B. nicht nur die Prozesse selbst an, sondern auch, ob diese von allen Mitarbeitern gelebt werden“, erklärt Prof. Herbst. „Ich achte aber auch darauf, ob die Wege zur Klinik auf dem Gelände richtig ausgeschildert sind“, berichtet er.

Am Ende ihres Besuches geben die Fachexperten dann das Ergebnis des Audits bekannt und sprechen gegenüber dem Ausschuss Zertifikatserteilung ihre Empfehlung aus, der i. d. R. dann auch gefolgt wird. Sollten Abweichungen gegenüber den geforderten Qualitätsstandards festgestellt worden sein, erhalten die Kliniken die Möglichkeit, diese innerhalb einer festgesetzten Frist zu beheben.

Werden alle Anforderungen erfüllt und die Klinik erhält das Gütesiegel, wird die Einhaltung der Standards in einem Überwachungsaudit, das jährlich stattfindet, überprüft. Grundsätzlich ist das Zertifikat für drei Jahre gültig. Ein nach Ablauf dieser drei Jahre stattfindendes Wiederholungsaudit entscheidet, ob die Klinik das Zertifikat weiterhin behalten darf.

Versorgung hat sich verbessert

Seit Einführung der Zertifizierung hat sich die Versorgung für die Patienten verbessert. „Die psychoonkologische Versorgung wäre ohne ein Zertifizierungssystem wahrscheinlich weniger gut ausgeprägt, da sie (personal)kostenintensiv ist. Gleiches gilt z. B. ebenso für den Sozialdienst“, ist sich Prof. Herbst sicher. Zwei bis vier Hautkrebszentren, oder solche, die es werden wollen, besucht er jedes Jahr und betont: „Es geht immer darum, gemeinsam gute Lösungen zu finden und Ideen zu entwickeln.“

Quelle: Patient und Haut 2/2017

19.04.18

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