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Therapie eines Kreuzbandrisses

Die Therapie nach einem Kreuzbandriss sieht in vielen Fällen neben einer Operation auch eine Reha vor, in der der Betroffene i. d. R. durch Krankengymnastik und Muskelaufbau eine möglichst vollständige Belastbarkeit des Knies wiedererlangen soll.

Die Heilung eines Kreuzbandrisses geschieht nicht von selbst. Das bedeutet, dass die beiden losen Enden nicht wieder miteinander verwachsen können. Es stehen jedoch verschiedene Möglichkeiten für eine Therapie zur Verfügung. So kann ein gerissenes Band in einigen Fällen zusammengenäht werden. In vielen Fällen ist dies jedoch nicht oder nur schwer möglich, da die Enden der Bänder meist ausgefranst sind. Zudem ist das genähte band oftmals nicht ausreichend belastbar. In diesen Fällen können unterschiedliche Kreuzbandimplantate bzw. Kreuzbandplastiken zum Einsatz kommen.

Noch vor etwa 30 Jahren verwendeten viele Ärzte künstliche Bänder z. B. aus Polypropylen. Es folgten Plastiken z. B. aus Kohlefasern. Doch in den meisten Fällen wurden die künstlichen Fasern vom Körper schlecht vertragen bzw. abgestoßen. Aus diesen Grund hat sich die Wissenschaft zum größten Teil von künstlichen Plastiken abgewandt. Heute wird i. d. R. auf körpereigenes Sehnenmaterial zurückgegriffen. Dabei wird entweder an einer anderen Körperstelle des Patienten ein Teil einer anderen Sehne entfernt (Autotransplantation) oder aber es kommen Spendersehnen von Leichen zum Einsatz (Allotransplantationen). Zur Befestigung der Sehnen wurden früher bereits verschiedene Schrauben verwendet. Diese mussten jedoch nach der Anwachsphase des neuen Kreuzbandes in einer weiteren Operation wieder aus dem Knie entfernt werden. Heute verwenden Ärzte zumeist resorbierbare Schrauben. Das bedeutet, dass diese sich nach einiger Zeit (kann bis zu mehreren Jahren dauern) selbst auflösen.

Therapie des Kreuzbandrisses mithilfe der Kniescheiben-Sehne

Mit am häufigsten wird als Kreuzbandersatz ein Sehnenteilstück aus der Kniescheiben-Sehne (Ligamentum Patellae) verwendet, da es sich bei ihr um eine relativ starke und dicke Sehne handelt. Das Sehnenstück wird zusammen mit Knochenfragmenten aus der Kniescheibe (Patella) und dem Schienbeinhöcker (Tuberositas tibiae) entnommen. Diese beiden Knochenstücke werden mithilfe von sog. Inteferenzschrauben an ihrem neuen Einsatzort in dafür angelegten Bohrkanälen fixiert. Bei dieser Operationsmethode kann es zu Schmerzen im Bereich der Entnahmestelle – vor allem dort, wo die Knochenfragmente entnommen wurden – kommen. Zudem kann die Kniescheibe bei dem Eingriff beschädigt werden.

Behandlung des Kreuzbandrisses mithilfe der Semitendinosusehne

Ebenfalls sehr häufig wird die sog. Semitendinosusehne als Transplantat verwendet. Sie zieht sich vom Kniegelenk zum Oberschenkel. In vielen Fällen wird die Sehne nach Entnahme drei- oder vierfach zusammengelegt und, so verstärkt, anstelle des Kreuzbandes fixiert. Da bei dieser Sehne keine an den Enden liegenden Knochenfragmente beim Einbau helfen, müssen die Fasern fixiert werden. In diesem Fall kann der Heilungsprozess länger dauern als bei einer Fixierung der Kniescheibensehne über die Knochenstücke. Ein Vorteil dieser Methode kann jedoch in der geringeren Verletzungsgefahr bei Entnahme der Sehne liegen.

Auch die Quadrizeps-Sehne oder die Plantaris-Sehne können als Kreuzbandersatz verwendet werden. Diese Sehnen bzw. Teile davon kommen z. B. zum Einsatz, wenn die Sehnen der ersten Wahl bereits bei früheren Unfällen verbraucht wurden oder diese oder ihre umliegende Strukturen in irgendeiner Weise beschädigt sind.

Therapie mit Allografts

Bei sog. Allografts handelt es sich um Leichen-Transplantate. Vor allem in den USA kommen diese häufig zum Einsatz, da sie in ausreichenden Mengen verfügbar sind und bei dieser Methode bei dem Patienten mit Kreuzbandriss keine Problem an der Entnahmestelle auftreten können. In Deutschland muss jedoch jedes Leichentransplantat auf eventuelle Virusinfektionen hin untersucht werden, was die Anwendung aufwendig gestaltet.

Konservative Therapie des Kreuzbandrisses

Nicht jeder Kreuzbandriss muss operativ behandelt werden. Besonders bei älteren Patienten ist nicht immer eine Operation bzw. das Einsetzen eines Transplantats erforderlich. Dies ist z. B. der Fall, wenn der Betroffene keinen sportlichen Aktivitäten mehr nachgehen möchte und die Stabilität des Knies für den Alltag ausreicht. Es wird dann versucht, durch gezieltes Muskelaufbautraining und Krankengymnastik eine ausreichende Stabilität zu erzielen. Häufig ist das mehrwöchige Tragen einer Schiene notwendig.

Rehabilitation

Ob mit oder ohne Operation, eine Rehabilitation ist in den meisten Fällen notwendig. Diese kann stationär in einer Klinik oder ambulant von zu Hause aus erfolgen. Durch entsprechende Übungen bzw. Krankengymnastik soll nicht nur die Stabilität des Knies wieder hergestellt werden, sondern auch möglichen Gelenk- und Knorpelschäden vorgebeugt werden. Eine gänzliche Beschwerdefreiheit sowie eine ausreichende Stabilität um z. B. diverse Sportarten wieder ausführen zu können, dauert mitunter mehrere Monate. Ohne eine entsprechende Behandlung kann es nach einem Kreuzbandriss u. a. zu einem Knorpelabrieb oder anderen Knorpel- und Knochenschäden sowie einer Fehlstellung des Knies kommen.

Leitlinie Vordere Kreuzbandruptur

Ulrike Ibold

15.12.14

Therapie
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