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Lymphödeme und Thrombosen bei Krebs

Lymphödeme und Thrombosen sind Komplikationen, die infolge der Krebserkrankung oder der Therapie auftreten können. Lymphödeme entstehen beispielsweise durch Operation oder Strahlentherapie, wenn Gewebe der Lymphbahnen verletzt wird oder Lymphknoten entnommen werden. Das betroffene Körperteil, z. B. der Arm bei einer Verletzung der Achsellymphknoten, schwillt immer stärker an, da die Lymphe nicht mehr richtig abfließen kann.

Auch von Thrombosen sind Krebspatienten i. d. R. häufiger betroffen als Menschen ohne Krebs. Laut eines Berichts der Ärzte Zeitung können beispielsweise Stoffwechselprodukte des Tumors die Blutgerinnung stören. Nach Angaben der Pharmazeutischen Zeitung kommt es bei etwa 15 % der Krebspatienten während ihrer Erkrankung zu einer Venenthrombose. Einflussfaktoren sind Krebsart, Krankheitsstadium, aber auch die Therapie wie Operationen, Chemotherapie, Katheter oder mangelnde Bewegung bzw. Bettlägerigkeit. Patienten mit akuter myeloischer Leukämie, Non-Hodgkin-Lymphom sowie Nieren-, Bauchspeicheldrüsen-, Eierstock-, Magen- und Lungenkrebs entwickeln häufiger Thrombosen.

Therapiemöglichkeiten beim Lymphödem

Die Behandlung von Lymphödemen besteht in der sog. physikalischen Entstauungstherapie. Diese besteht aus mehreren Komponenten bzw. ist ein mehrstufiges Konzept, so der Krebsinformationsdienst: Dazu gehören die manuelle Lymphdrainage, die von speziell hierfür ausgebildeten Physiotherapeuten angewendet wird, eine Bewegungstherapie sowie eine Kompressionstherapie. Für die Kompressionstherapie werden elastische Kompressionsmaterialien angepasst. Es gibt Hosen für die Beine, Strümpfe und Handschuhe für die Arme und Hände oder auch Shirts und Bodys, wenn das Lymphödem am Oberkörper entstanden ist.

Vorbeugung von Thrombosen

Bei Thrombosen kommt vor allem darauf an, diesen vorzubeugen. Hier gibt es zum einen medikamentöse, zum anderen physikalische Maßnahmen. Der Wirkstoff Heparin z. B. wird in die Vene oder auch unter die Haut gespritzt. Darüber hinaus werden auch die sog. Vitamin-K-Antagonisten verwendet, die die Blutgerinnung hemmen. Ein häufig verordneter Wirkstoff ist in Deutschland Phenprocoumon. Als Alternative zu Heparin steht noch Fondaparinux zur Verfügung, das ebenfalls unter die Haut gespritzt wird. Es wird beispielsweise zur Prävention von Thrombosen bei Patienten verwendet, die im Krankenhaus behandelt werden müssen und längere Zeit im Bett liegen. Zudem gibt es neuere, oral einzunehmende Gerinnungsmedikamente, die sog. NOAKs.

Physikalische Maßnahmen sollen laut S3-Leitlinie Prophylaxe der venösen Thromboembolie (VTE) die Blutströmungsgeschwindigkeit in den Venen erhöhen und damit der Thromboseentstehung vorbeugen. Zu diesen Maßnahmen zählen individuell angepasste medizinische Thromboseprophylaxestrümpfe (MTPS) sowie die Intermittierende pneumatische Kompression (IPK). Physikalische Maßnahmen allein sind laut Leitlinie zwar der medikamentösen Therapie unterlegen, zudem gibt es Indikationen, die gegen physikalische Maßnahmen sprechen. Allerdings sind sie wichtiger Bestandteil der Thromboseprophylaxe, wenn eine medikamentöse Therapie nicht möglich ist, z. B. bei Blutungsneigung. Die IPK für sich genommen ist laut Leitlinie zudem eine wirksame Thromboseprophylaxe. Bei der IPK wird die Arbeit der Wadenmuskelpumpe beim nicht mobilen Patienten durch eine apparative Kompression, die in Manschettenform angelegt wird, ersetzt. Die Manschetten bestehen aus Luftkammern, die mit einem gewissen Druck regelmäßig aufgeblasen und wieder entleert werden.

Tipps für den Alltag

Bei Lymphödem ist es im Alltag wichtig, dass man Verletzungen und Belastungen der betroffenen Körperteils vermeidet – das fängt schon bei vermeintlichen Kleinigkeiten wie Nägelschneiden, enger Kleidung oder Schmuck oder auch dem Tragen von schweren Taschen an. Für die Prävention von Thrombosen können Menschen mit Krebs auch einiges selbst tun: Ein aktiver und bewegter Lebensstil halten den Blutfluss in den Gefäßen im Gang. Auch regelmäßiges Trinken hält das Blut flüssiger. Bei Schmerzen in den Waden sollte man immer seinen Arzt kontaktieren.

Quelle: Befund Krebs 1/2017

16.05.17

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