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Neurologische Erkrankungen

Unter dem Begriff „Neurologische Erkrankungen“ fasst man eine Vielzahl verschiedener Krankheiten zusammen. Gemeinsames Kennzeichen ist, dass sie das Nervensystem betreffen. Hier sind zu unterscheiden das zentrale Nervensystem, das von Gehirn und Rückenmark gebildet wird, vom peripheren Nervensystem. Periphere Nerven verlaufen außerhalb des Wirbelkanals mit ihren zugehörigen Verbindungen zur Muskelstruktur. Der ganze Körper ist von Nervenbahnen durchzogen, die für die Übertragung von Signalen zwischen den Organen zuständig sind.

Neurologische Krankheiten sind häufig noch nicht vollständig erforscht. So ist bis heute unklar, warum es zur Entstehung von zum Beispiel Multipler Sklerose kommt.

Häufige neurologische Erkrankungen sind

  • Morbus Parkinson
  • Epilepsie
  • Multiple Sklerose
  • Alzheimer-Demenz
  • Schlaganfall
  • Restless-Legs-Syndrom
  • Migräne
  • Tinnitus
  • Bandscheibenvorfälle
  • Schlafstörungen
  • Depressionen
  • Bewusstseinsstörungen

Zu den selteneren neurologischen Erkrankungen gehören u. a.

  • Muskelerkrankungen (Muskeldystrophie und Myotonie)
  • Motoneuronerkrankungen (amyotrophe Lateralsklerose und spirale
    Muskelatrophie)
  • Störungen der neuromuskulären Übertragung (Myasthenie)

Epilepsie

Die häufigste neurologische Erkrankung ist die Epilepsie, auch als Anfallsleiden genannt. In Deutschland leiden 0,5 % bis 1 % der Bevölkerung unter Epilepsie. Häufig liegt der Krankheitsbeginn bereits im Kindes- oder Jugendalter. Grundsätzlich ist eine Erkrankung jedoch in jedem Lebensalter möglich. Bei der Epilepsie handelt es sich um eine nervliche Übererregung des Gehirns, was in der Folge zu Krampfanfällen führt. Die Symptome der Epilepsie machen sich durch wiederholte Krampfanfälle (Crampi), oder seltener auch als unwillkürliche Bewegungsabläufe und Dämmerungszustände (Absencen) bemerkbar.

Multiple Sklerose (MS)

Bei der Multiplen Sklerose handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, das von Gehirn und Rückenmark gebildet wird. Dabei wird aus bisher unbekannten Gründen die Isolierschicht um die Axone (faserartige Fortsätze der Nervenzellen) durch körpereigene Abwehrzellen angegriffen und beschädigt. In der Folge ist die Weiterleitung von Impulsen durch die Nerven gestört. Die Entzündungen können an verschiedenen Orten im zentralen Nervensystem entstehen. Symptome der Multiplen Sklerose sind z. B. Sehstörungen, Gehstörungen oder Blasenschwäche.

Mit ca. 200.000 erkranten Personen in Deutschland ist die Multiple Sklerose die zweithäufigste neurologische Krankheit. Der Krankheitsbeginn liegt in der Regel zwischen dem 20. und dem 40. Lebensjahr.

Frauen sind doppelt so häufig von MS betroffen wie Männer. Außerdem nimmt die Erkrankungsrate mit zunehmender Entfernung des Wohnortes vom Äquator zu. Zur Erklärung der Krankheitsursachen wird häufig ein multifaktorielles Entstehungsmodell herangezogen; d. h. dass man davon ausgeht, dass das Zusammenwirken mehrerer Faktoren zu der Entstehung der Krankheit führt.

Als relevante Faktoren werden u. a. diskutiert: klimatische und geografische Faktoren, Virusinfekte, Ernährung, psychische Belastungen oder erbliche Dispositionen. In bestimmten Familien tritt die MS häufiger auf als in der Normalbevölkerung, eine Erbkrankheit ist sie jedoch nicht.

Demenz

Unter Demenz versteht man den Verfall der geistigen Leistungsfähigkeit. Hierzu gehören eine Abnahme der Gedächnisleistung sowie der Denk- und Orientierungsfähigkeit. Des Weiteren kann die Krankheit die Sprache und Motorik beeinträchtigen. Auch psychische Veränderungen bis zum Verlust der Persönlichkeit sind möglich.

Laut Deutscher Alzheimer Gesellschaft sind etwa 1,6 Mio. Deutsche betroffen. Die meisten sind älter als 85 Jahre. Eine Erkrankung in jüngeren Jahren ist möglich, jedoch selten.

Die sog. Alzheimer-Demenz beschrieb der bayerische Nervenarzt Alois Alzheimer Anfang des 20. Jahrhunderts erstmalig als eigenständige Erkrankung. Der geistige Verfall wird hierbei zurückgeführt auf Ablagerungen kleiner Eiweißpartikel (Beta-Amyloid) in bestimmten Gehirnbereichen.

Schlaganfall

Ein Schlaganfall, auch unter dem Namen Hirninfarkt oder Apoplex bekannt, wird durch eine plötzliche Unterbrechung der Gehirndurchblutung (Ischämie) oder eine Blutung im Gehirn hervorgerufen. Die Nervenzellen in dem umliegenden Bereich werden dabei geschädigt oder zerstört. Sind Nervenzellen lediglich geschädigt, können sie sich zum Teil regenerieren. Bei abgestorbenen Zellen können jedoch lebenslange Behinderungen bestehen bleiben.

Ein Schlaganfall ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Jede vierte Behinderung wird durch einen Schlaganfall hervorgerufen. Am häufigsten betroffen sind mit 50 Prozent aller Schlaganfallopfer Personen über 60 Jahre. Vor dem 45. Lebensjahr erleiden 0,3 Prozent der Bevölkerung einen Schlaganfall.

Fazit

Erkrankungen des zentralen oder peripheren Nervensystems können aufgrund der hochkomplexen neurologischen Vorgänge zu einen breiten Spektrum an unterschiedlichen Krankheitsbildern führen. Entsprechend vielfältig sind die möglichen Therapie- und Forschungsansätze.

Susanne Fass

28.04.17

Weiterführende Informationen:
Deutsche Gesellschaft für Neurologie: www.dgn.org
Berufsverband Deutscher Neurologen: www.bv-neurologe.de
www.neurologen-und-psychiater-im-netz.de

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