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Tipps für Jugendliche mit von MS betroffenen Eltern

Eine Mutter oder einen Vater mit MS zu haben, ist besonders für Jugendliche oft schwierig. Weil das Leben sich nicht immer planen lässt. Weil Jugendliche mit einem von MS betroffenen Elternteil vielleicht nicht immer das tun können, was sie sich vorgenommen haben. Weil sie vielfach mehr Verantwortung übernehmen müssen als Gleichaltrige. Und das in einer Lebensphase, in der sie sich normalerweise vom Elternhaus lösen.

Ein eigenes Leben zu führen, gleichzeitig jedoch auch die Eltern nicht im Stich zu lassen – das kann manchmal eine Gratwanderung sein. Unternimmt man als Jugendlicher z. B. etwas mit Freunden, während die Eltern zu Hause vielleicht gerade Hilfe benötigen, stellen sich Schuldgefühle ein. Sagt man den Termin hingegen ab, wächst die Wut auf die Eltern. Außerdem ist da häufig die Angst, wie es weitergeht: Ob der Elternteil mit MS pflegebedürftig wird, ob es möglich sein wird, auszuziehen und ein eigenes Leben zu führen, ob genügend Geld für die eigene Ausbildung vorhanden sein wird usw.

Offenheit zählt

So schwer es Jugendlichen fallen mag: Sie sollten mit ihren Eltern offen darüber reden, was sie belastet. Dabei sollten sie deutlich machen, was sie leisten können und was nicht. Eltern können das manchmal schwer einschätzen, vor allem wenn sie gerade wegen der Krankheit stark mit sich selbst beschäftigt sind oder der Jugendliche nicht zu verstehen gibt, dass ihn manches überfordert. Dabei wollen Eltern i. d. R. das Beste für ihre Kinder. Sie wollen sie nicht überlasten, sondern ihnen trotz MS ein weitgehend normales Leben ermöglichen. Das gelingt jedoch nicht immer. Deshalb ist es so wichtig, immer wieder miteinander zu sprechen.

Manchmal schaffen es Jugendlichen nicht, ein Gespräch mit den Eltern oder dem von MS betroffenen Elternteil zu führen, z. B. weil sie fürchten, ihre Eltern zu verletzen. In diesem Fall sollten sich Jugendliche Vertraute suchen, mit denen sie sich über ihre Probleme austauschen können. Egal, ob das die Freunde sind, ein Verwandter oder ein Lehrer – es erleichtert, sich bei jemandem auszusprechen. Davon abgesehen, dass sie u. U. wertvolle Tipps und Unterstützung erhalten und die Vertrauensperson bei Bedarf mit den Eltern reden kann.

Mit der Situation besser zurechtkommen

Besser auskommen können Jugendliche mit der Situation zu Hause auch, wenn sie zwischendurch immer wieder etwas ganz anderes machen: Sport treiben, sich mit Freunden treffen, Spaß haben – also genau das tun, was alle anderen auch machen. Manchen hilft es auch, sich kreativ mit der Situation auseinanderzusetzen, z. B. mit einer selbst verfassten Geschichte, einem Gedicht, einem Bild oder einer Collage. Sich im Internet mit anderen Jugendlichen in einer ähnlichen Situation auszutauschen, kann ebenfalls sinnvoll sein. Genauso wie zwischendurch einmal ganz abzuschalten, sich aufs Bett zu legen und zu träumen.

Sich abgrenzen

Zudem sollten Jugendliche ihren Eltern begreiflich machen, was sie leisten können und was nicht. Natürlich können Jugendliche im Haushalt helfen, doch Eltern können nicht erwarten, dass diese immer einspringen, wenn „Not am Mann“ ist. Helfen kann z. B. Haushaltsplan, in dem festgelegt wird, wer welche Aufgaben wann erledigt.

Quelle: Befund MS 3/2015

12.01.16

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