curado
Sie sind hier: Startseite » Fitness » Saunieren
Saunieren

Saunieren

Entstehung und Historie

Das Saunieren ist keine Erfindung der Moderne und auch nicht auf bestimmte Regionen beschränkt. So soll bereits in der Steinzeit sauniert worden sein. Berühmt ist die Saunakultur in Finnland. Bekannt wurden aber auch beispielsweise die Schwitzhütten einiger Ureinwohnervölker in Nordamerika oder der Hammam als Schwitzbad aus dem iranischen und arabischen Kulturkreis sowie der Türkei. Die Ursprünge des Saunierens vermutet man in Ostasien. Von hier aus soll sich das Saunieren weltweit ausgebreitet haben.

Auf dem Areal des heutigen Deutschlands gab es im Mittelalter Badstuben, wobei dieser Begriff nicht genau definiert ist. Teils stand der Begriff für Schwitzbäder, teils auch für Räume, in denen Wannenbäder genossen werden konnten. Der Deutsche Sauna-Bund zitiert auf seiner Internetseite die etwa 150 Jahre alte Schrift „Über das Badewesen mittelalterlicher und späterer Zeit“ des Wiener Gelehrten Georg Zappert und nennt etwa für Nürnberg im Mittelalter fünfzehn öffentliche Badstuben. In Ulm waren es laut Zappert zehn und in Berlin fünf. Moderne Saunakultur manifestierte sich in Deutschland im 20. Jahrhundert. So soll etwa die Familie Moldenhauer 1932 eine öffentliche Sauna in Berlin betrieben haben.

Verschiedene Arten

Was genau Saunieren bedeutet, ist unterschiedlich und abhängig von der Art der genutzten Sauna. Grundsätzlich gilt bei allen Varianten: Es wird warm. Als Heizinstrumente werden bei modernen Saunas in der Regel Saunaöfen genutzt, mit denen Steine erhitzt werden, die diese Hitze dann an den Saunaraum abgeben. Aufgeheizt werden die Steine des Ofens beispielsweise durch Elektrizität, Gas oder Holz. Laut der beiden Definitionen, die der Deutsche Sauna-Bund für den Saunaraum und das Saunabad publiziert, liegt das Raumklima beim Saunen zwischen 80 und 105 Grad Celsius, gemessen etwa einhundert Zentimeter über der obersten Bank der Sauna, auf der Saunierende liegen können. Andere wählen weiter gefasste Definitionen des Saunierens und schließen damit auch Varianten wie das „Banja“ genannte Russische Bad ein, bei dem die Temperaturen bei etwa 40 bis 45 Grad Celsius liegen, während die Luftfeuchtigkeit annähernd einhundert Prozent erreicht. Bisweilen werden solche Varianten auch Dampfbäder genannt und damit vom Saunieren abgegrenzt.

Das letztgenannte Beispiel der Banja zeigt zwei wichtige Kriterien, durch die sich die Varianten des Saunierens unterscheiden: Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Eine weitere wichtige Unterscheidung ist die Art des Aufgusses. Als Aufguss wird kaltes oder heißes Wasser auf die Steine gegossen, sodass das Wasser verdampft. Der Aufguss ist kein Muss beim Saunieren, gehört für viele Saunabesucher aber dazu. Neben reinem Wasser kann für einen Aufguss auch Wasser mit Zusätzen wie etwa mit Minze, Eukalyptus oder Kräutern verwendet werden. Teils sind Saunaarten auch nach den verwendeten Aufgüssen benannt wie die Kräuter- oder die Eukalyptussauna.

Durchführung

Als typischer Ablauf beim Saunieren wird in der Regel ein Duschgang empfohlen. Dann geht es in die Sauna. Empfohlen werden nicht mehr als drei Saunagänge und jeweils eine Pause zwischen den Gängen. Teilweise reiben sich Saunierende vor einem Aufguss den Körper mit z.B. Honig oder Salz ein. Honig verflüssigt sich und dringt dadurch in die Haut ein, wo er reinigend wirkt. Salz treibt den Schweiß und kann desinfizierend wirken.

Für den ersten Gang wird im Allgemeinen zu einer Dauer von maximal zwölf Minuten geraten, beim zweiten Gang setzt man das Limit bei ca. 15 Minuten an. Oft gibt es in Saunen Banken auf verschiedenen Ebenen, etwa auf unterer, mittlerer und oberer Ebene. Oben ist es aufgrund der nach oben steigenden Hitze heißer. Anfänger sollten deshalb eher die unteren Bänke nutzen. Zwischen den Saunagängen ist frische Luft und kaltes Wasser empfehlenswert. Wer sich etwa mit der Dusche oder dem Wasserschlauch abkühlt, sollte bei Händen und Füßen anfangen und sich dann zur Körpermitte vorarbeiten. Beendet wird der Saunabesuch nicht durch einen Duschgang, da dadurch die Haut austrocknen könnte. Stattdessen bietet es sich etwa an, den Körper einzucremen.

Vorteile und Risiken

Saunieren kann nicht allein das allgemeine Wohlempfinden steigern, aber positive gesundheitliche Effekte haben. Da die Körpertemperatur beim Saunieren durchaus 39 Grad Celsius erreichen kann, können Krankheitskeime absterben und Giftstoffe ausgeschieden werden. Durch die Wärme können sich zudem die Blutgefäße weiten, sodass Herz und Kreislauf gestärkt werden. Ebenso gestärkt wird in der Regel das menschliche Abwehrsystem durch regelmäßiges Saunieren.

Allerdings wird der Saunabesuch nicht allen Menschen zu jedem Zeitpunkt empfohlen. So wird beispielsweise Menschen mit einer akuten Erkältungskrankheit vom Saunieren abgeraten, bis die Erkältung abgeklungen ist. Gleiches gilt für Menschen mit entzündeter Haut, entzündeten Blutgefäßen oder Organen sowie für Menschen mit Herzschwäche oder akuten Nierenproblemen.

Wer sauniert, sollte vorher nicht zu schwer essen, die Sauna allerdings auch nicht mit leerem Magen betreten.

Ansgar Sadeghi