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Entstehung eines Senkfußes

Schon aufgrund ihrer Lage am unteren Ende des Körpers sind die Füße die Basis des menschlichen Bewegungsapparates. Nicht nur aktive Sportler sind auf das perfekte Funktionieren der Füße angewiesen, die beim Stehen wie beim Gehen das gesamte Gewicht des Körpers tragen.

Bei einem Senkfuß gerät die Statik des Fußes aus dem Gleichgewicht. Die Ursachen für eine Rückbildung und Fehlfunktion eines oder mehrerer der 107 Bänder und 19 Muskeln sind vielfältig. Zum einen kann der natürliche Alterungsprozess des Gewebes zur Entstehung eines Senkfußes führen, zum anderen können Über- und Unterforderung gleichermaßen schädlich sein für den Fuß.

Der kindliche (Knick-)Senkfuß ist ein normales Phänomen (physiologischer Senkfuß). In den ersten Lebensjahren ist das Skelett noch nicht ausreichend entwickelt, sodass das Längsgewölbe des Fußes nicht angehoben wird. Beim gesunden Fuß wächst sich der Senkfuß jedoch innerhalb der ersten beiden Lebensjahre heraus. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, dass der physiologische in einen erworbenen Senkfuß übergeht. Bei Kindern, die im Alter von drei Jahren noch einen Senkfuß haben, ist es wahrscheinlich, dass sie auch in der Pubertät noch einen Senkfuß haben. Starkes Übergewicht und Bewegungsarmut können diese Entstehung eines Senkfußes begünstigen.

Ein erworbener Senkfuß hat seine Ursache meist in einem überbelasteten Halteapparat. Eine angeborene Bindegewebsschwäche kann dazu führen, dass Bänder und Muskeln nicht kräftig genug sind, um das Fußgewölbe aufrechtzuerhalten. Infolgedessen gibt das Fußskelett nach, das Längsgewölbe sinkt deutlich ab und kann so die Entstehung eines Senkfußes auslösen.

Auch das Schuhwerk kann einen erworbenen Senkfuß fördern: Hier fehlt dem Fuß und den Zehen die nötige Bewegungsfreiheit und damit nötigen Reize, die die Muskulatur des Fußes aktivieren und trainieren. Die Füße werden in den Schuhen regelrecht ruhiggestellt. Gerade in den (kühleren) nordeuropäischen Ländern neigen die Menschen dazu, ihre Füße beinahe den ganzen Tag über in den Schuhen zu lassen. Meist verlassen die Füße die Schuhe erst am Abend. Dadurch wird die Ausbildung einer gesunden und kräftigen Fußmuskulatur verhindert. Dadurch fehlt dann auch im jugendlichen und Erwachsenenalter die notwendige Muskelspannung und dadurch wird die Entstehung eines Senkfußes gefördert.

Ein Senkfuß tritt daneben häufig im Zuge anderer Erkrankungen auf, beispielsweise einer Arthrose im Fußgelenk, oder durch Traumata nach Unfällen. Im Alter kommt es zu einem Senkfuß, wenn sich die Unterschenkelsehne, die Tibialis-posterior-Sehne, infolge langfristiger starker Beanspruchung zurückbildet. Die Funktion dieser Sehne kann auch im Rahmen einer Entzündung der Sehnenscheide auftreten, etwa bei rheumatischen Erkrankungen. Liegt die Tibialis-posterior-Sehne ungünstig hinter dem Innenknöchel, ob angeboren oder nach einem Unfall, fördert auch dies die Entstehung eines Senkfußes. Auch (Sport-)Verletzungen an der Achillessehne, vom Teilriss bis zum Komplettriss, beeinträchtigen langfristig die Funktion der Sehne und können sich auf die Stellung des Fußgewölbes auswirken. Seltener sind Missbildungen ursächlich für die Entstehung eines Senkfußes. Im Zweifelsfall sollte diese Ursache vom Arzt ausgeschlossen werden.

Nicht nur Bewegungsarmut kann die Ursache für einen Senkfuß sein. Werden die Füße über ein bestimmtes Maß beansprucht, kann dies ebenfalls ein Absinken des Fußgewölbes zur Folge haben und damit die Entstehung eines Senkfußes begünstigen. Wer beispielsweise von einer überwiegend im Sitzen ausgeführten Tätigkeit zu einer stehenden Tätigkeit wechselt, belastet häufig die Muskulatur seiner Füße über das gewohnte Maß. Das Risiko, die Füße zu überlasten, besteht auch bei schwangeren Frauen, die in kurzer Zeit Gewicht zunehmen. Nicht zuletzt zählt auch starkes Übergewicht zu den Ursachen für die Entstehung eines Senkfußes.

Symptome eines Senkfußes

Bemerkbar macht sich ein (Knick-)Senkfuß auf unterschiedliche Art und Weise. Einige Patienten beschreiben einen Belastungsschmerz unter dem Innenknöchel, andere haben Schmerzen vom Knöchel bis in den Unterschenkel. Nicht selten berichten Patienten mit Senkfuß von (schmerzlosen) Schwellungen des Knöchels auf der Innen- oder Außenseite. Auch an der Außenseite des Knöchels können Schmerzen auftreten.
Doch nicht immer macht sich ein Senkfuß durch derart konkrete Symptome bemerkbar: Oft klagen Patienten lediglich über eine Schwäche im Fuß oder schnellere Ermüdung der Füße unter Belastung. Dies kann sich unter anderem durch „taube“ Füße oder eine verminderte Gehstrecke äußern.

Oft bemerken Patienten die Entstehung eines Senkfußes auch an der Veränderung ihres häufig genutzten Schuhwerks. Eine verstärkte Abnutzung der Schuhsohle an der Innenseite ist charakteristisch für einen Knick-Senkfuß.

Andrea Fiedler-Boldt

26.06.12

Entstehung