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Androgenetischer Haarausfall – wie wird er behandelt?

Es gibt verschiedene Formen von Haarausfall, medizinisch als Alopezie bezeichnet. Die häufigste ist die sogenannte androgenetische Alopezie, auch erblich bedingter Haarausfall genannt, der in erster Linie Männer betrifft. Bei etwa 80 % von ihnen tritt diese Art von Haarausfall mit zunehmendem Alter auf. 42 % der Frauen im Alter von über 70 Jahren sind betroffen.

Die Behandlung der androgenetischen Alopezie besteht in der Regel in der Gabe von innerlich oder äußerlich angewendeten Medikamenten, die der Ursache dieser Form von Haarausfall entgegenwirken. Verantwortlich für den Haarausfall ist bei androgenetischer Alopezie das männliche Sexualhormon Dihydrotestosteron (DHT), auf das Haarfollikel, welche die Haarwurzeln umgeben, überempfindlich reagieren, sodass als Folge die Haare einen kürzeren Wachstumszyklus haben, dünner werden, eher ausfallen und ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr nachwachsen.

Wie sieht androgenetischer Haarausfall aus?

Um den androgenetischen Haarausfall adäquat zu behandeln, muss er von anderen Formen des Haarausfalls abgegrenzt werden. Das charakteristische Erscheinungsbild hilft dabei. Bei Männern fallen zunächst Haare an den Schläfen und der Stirn aus, es bilden sich die sogenannten Geheimratsecken. Schließlich kommt es auch auf dem Hinterkopf zum Haarausfall. Nach und nach verlieren Betroffene immer mehr Haare. Nur an den Seiten des Kopfs und hinten am Haaransatz verbleiben noch Haare. Bei Frauen hingegen beginnt der Haarausfall in der Scheitelregion und zieht sich von der Mitte nach außen.

Verschiedene Therapiemöglichkeiten

Für die Behandlung der androgenetischen Alopezie stehen in erster Linie zwei Wirkstoffe zur Verfügung – Minoxidil und Finasterid, wobei Letzteres nur für Männer zugelassen ist. Minoxidil wird als Lösung oder Schaum auf die Kopfhaut aufgetragen. Während Männer eine 5%ige Wirkstofflösung benötigen, ist für Frauen eine 2%ige Lösung ausreichend. Studien haben ergeben, dass eine höhere Wirkstoffkonzentration bei ihnen keine besseren Ergebnisse erzielt. Minoxidil-Lösungen sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich, doch vor der ersten Anwendung sollte der Arzt aufgesucht werden, um sicherzustellen, dass es sich beim Haarausfall tatsächlich um androgenetische Alopezie handelt. Ansonsten zeigt Minoxidil keine Wirkung. Bei der Anwendung von Minoxidil ist etwas Geduld erforderlich, denn in den ersten vier bis sechs Wochen kommt es in der Regel zu vermehrtem Haarausfall, bis die ersten Haare nachwachsen bzw. sich die Haardichte erhöht. Damit die Haardichte dauerhaft erhöht bleibt, muss die Therapie kontinuierlich durchgeführt werden, sonst verliert sich die Wirkung wieder.

Finasterid ist ein Medikament, das die Umwandlung von Testosteron in seine aktive Form DHT hemmt. Nach der Einnahme wirkt somit weniger DHT auf die Haarwurzeln ein, der Haarausfall verringert sich, die Haardichte erhöht sich. Problematisch für viele Männer ist bei der Einnahme von Finasterid, das oft zugleich die Libido zurückgeht und Erektionsstörungen auftreten können.

Die Verpflanzung von Eigenhaar kann bei androgenetischer Alopezie ebenfalls eine Therapieoption sein. Dabei werden verbliebene Haare an eine andere Stelle des Kopfes verpflanzt. In vielen Fällen müssen die Behandlungen des Haarausfalls selbst bezahlt werden, da die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten dafür nur im Einzelfall erstatten.

Quelle: Patient und Haut 2/2018

10.04.19