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Diagnose einer Heroinabhängigkeit

Wenn es um Heroinabhängigkeit geht, haben viele Menschen ein bestimmtes Bild des typischen Junkies vor Augen. Er ist ungepflegt, hat nur noch den nächsten Schuss Heroin im Kopf und tut alles, um an seinen Stoff zu kommen. Bis ein Mensch, der regelmäßig Heroin konsumiert und bereits unter einer Abhängigkeit leidet, in diesem Stadium angekommen ist, kann allerdings eine geraume Zeit ins Land ziehen, in der er seinen Konsum sogar erfolgreich vor seinen Freunden und Verwandten verbergen kann.

Warum benötigen Konsumenten ihr Heroin in immer kürzeren Abständen?

Das Problem mit Heroin ist, dass der Körper beginnt, eine sogenannte Toleranz gegen Heroin zu entwickeln. Man könnte auch sagen, der Körper gewöhnt sich an die Wirkung von Heroin. Aus diesem Grund sind die Konsumenten irgendwann gezwungen, ihre Dosis zu erhöhen, um weiterhin die gewohnte Wirkung von Heroin zu verspüren. Kamen die Konsumenten zu Beginn ihrer Heroinabhängigkeit noch mit einer Einnahme pro Tag aus, müssen sie im Laufe der Zeit mehrfach am Tag zum Heroin greifen.

Gibt es äußerliche Merkmale, die auf eine Heroinabhängigkeit hindeuten?

Menschen, die Heroin konsumieren, sind sehr darum bemüht, dass ihr Umfeld diesen Umstand nicht mitbekommt. Aus diesem Grund ist es gerade in der Anfangszeit sehr schwierig, äußerliche Anzeichen für den Konsum von Heroin festzustellen.

Die häufig genannten Hinweise auf Heroinabhängigkeit wie zum Beispiel Einstichstellen am Körper, Vorhandensein des sogenannten Spritzbestecks oder gar gleichgültiges Verhalten, werden Sie kaum bei jemandem entdecken können, der sich und seine Heroinabhängigkeit noch unter Kontrolle hat. Gerade einem ungeübten Beobachter, der sich in der Drogenszene nicht auskennt und keine Berührungspunkte mit Heroinabhängigkeit und ihren Auswirkungen hat, wird es kaum möglich sein, zu erkennen, ob ein Mensch abhängig ist oder nicht. Erst wenn die Heroinabhängigkeit übermächtig wird und das Leben der Süchtigen komplett bestimmt, können sie ihre Sucht auch vor ihrer Umwelt nicht mehr verbergen.

Lässt sich bei Heroinabhängigkeit eine physische oder auch psychische Veränderung feststellen?

Heroin macht sowohl physisch als auch psychisch abhängig. Die physische Heroinabhängigkeit stellt sich zwar i. d. R. nicht nach einmaligem Konsum von Heroin ein, doch nach dem ersten Ausprobieren beginnt für viele Konsumenten bereits eine gewisse psychische Abhängigkeit, wenn die Erfahrung mit Heroin derart positiv war, dass sie dieses Gefühl unbedingt wiederholen wollen und irgendwann geradezu müssen.

Die Konsumenten fühlen sich ohne Heroin nicht mehr wohl und greifen immer öfter zur Droge. Je regelmäßiger der Konsum von Heroin stattfindet, desto stärker prägt sich die physische Abhängigkeit. Es kommt der Punkt, an dem die Konsumenten auch körperlich von der Droge Heroin abhängig sind. Ihr Körper verlangt danach. Bleibt die gewohnte Dosis Heroin aus, reagiert der Körper mit Entzugserscheinungen.

Welche Entzugserscheinungen sind bei Heroinabhängigkeit wahrnehmbar?

Heroin wirkt wie jede Droge bei jedem Konsumenten anders, demnach gestalten sich die Entzugserscheinungen ebenfalls individuell unterschiedlich. Dennoch gibt es einige Entzugserscheinungen, die immer wieder genannt werden und bei Menschen mit Heroinabhängigkeit mehr oder minder heftig auftreten, wenn die gewohnte Dosis Heroin ausbleibt.

Folgende Entzugserscheinungen sind Anzeichen für Heroinabhängigkeit:

  • Unruhe
  • Geweitete Pupillen
  • Schweißausbrüche und Gänsehaut gleichzeitig
  • Wässriger Ausfluss aus Augen und Nase
  • Unruhiger, nicht erholsamer Schlaf, den die Heroinabhängigen „Gierschlaf“ nennen
  • Starkes Erbrechen, häufiger wässriger Durchfall
  • Sehr starke Gelenkschmerzen
  • Probleme mit dem Herz- und Kreislaufsystem
  • Kälteschauer, die zu heftigem Zittern führen

Die ersten Entzugserscheinungen treten je nach Toleranz spätestens zwölf Stunden nach dem letzten Heroinkonsum auf. Je länger der Konsument auf seine gewohnte Dosis Heroin verzichtet oder verzichten muss, desto stärker werden die Entzugserscheinungen. Ihren Höhepunkt erreichen sie gewöhnlich nach 36 Stunden und können über eine Woche anhalten.

Gibt es die typische Drogenkarriere?

Die typische Drogenkarriere gibt es nicht. Es handelt sich immer um einen individuellen Verlauf. Dennoch kann man gerade im Bereich der Heroinabhängigkeit einen gewissen gemeinsamen Verlauf feststellen, wenn die Konsumenten den Absprung nicht früh genug schaffen.

Zunächst scheinen die Konsumenten noch alles im Griff zu haben. Der regelmäßige Heroinkonsum gehört zu ihrem Leben. Je höher jedoch die Toleranz gegenüber Heroin wird, desto höher muss die regelmäßige Dosis Heroin ausfallen, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Die Konsumenten wenden immer mehr Geld auf, um ihre Sucht zu finanzieren. Irgendwann reichen ihre normalen finanziellen Mittel nicht mehr aus. Sie beginnen, ihren gesamten Besitz zu Geld zu machen. Nicht selten wirkt sich das stete „high“ sein auf ihre Beziehungen, auf ihren Job und auf ihre Verpflichtungen aus. In diesem Stadium ist der Konsum von Heroin bereits zu ihrem Lebensmittelpunkt geworden, dem sie alles unterordnen. Der soziale Abstieg beginnt.

Ist erst einmal der Job verloren und werden zum Beispiel nötige Amtsgänge nicht erledigt, verlieren Menschen mit Heroinabhängigkeit nicht selten ihre Bleibe und rutschen in die Obdachlosigkeit ab. Um weiterhin ihre Heroinabhängigkeit zu finanzieren, ist der Schritt in die sogenannte Beschaffungskriminalität nicht mehr weit. Mithilfe von Diebstahl oder Prostitution wird der nächste „Schuss“ finanziert. In diesem Stadium stimmt schlussendlich das Bild der Menschen mit Heroinabhängigkeit mit dem Bild überein, welches viel Menschen von ihnen haben.

Gibt es Ausnahmen von der Regel?

Wie bei vielen anderen Süchten gibt es auch bei der Heroinabhängigkeit Menschen, die ihren Konsum von Heroin in ihr geregeltes Leben integriert haben und ihre Sucht erfolgreich und dauerhaft vor ihrer Umwelt verbergen. Man vermutet, dass diese Konsumenten von Menschen unterstützt werden, die ihnen nahe stehen. Sie helfen, die Heroinabhängigkeit ihres Mannes, ihrer Frau oder ihrer Kinder wie auch immer vor der „Öffentlichkeit“ zu verbergen und sorgen mit dafür, dass die Konsumenten trotz der Sucht ein sozial integriertes Leben führen können.

Melissa Seitz

22.06.15

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