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Entstehung einer Lungenentzündung

Eine Lungenentzündung (Pneumonie) kann verschiedene Ursachen haben. Je nachdem, welche der jeweiligen Pneumonie zugrunde liegen, werden im Klassifizierungssystem nach der Ätiologie entsprechende Einteilungen geführt. Man unterscheidet zunächst zwei Hauptformen, die ambulant erworbene Pneumonie und die nosokomiale Pneumonie.

Entstehung einer ambulant erworbenen Pneumonie

Ursache einer ambulant erworbenen Lungenentzündung ist zu 90 % eine bakterielle Infektion. Diese wird hauptsächlich durch Pneumokokken (Erreger des Typs Streptokokkus pneunomiae) hervorgerufen. Von dieser Gattung sind 84 verschiedene Typen bekannt, die eine Lungenentzündung auslösen können. Besondere Vorsicht ist bei einer Infektion vom Typ III gegeben, da für diesen Typ die Prognose schlechter ist als für andere Typen. Als weitere Ursache für eine ambulant erworbene Lungenentzündung kommen Staphylokokken, Haemophilus influenzae und Klebsiella pneunomiae in Betracht.

Neben den bakteriellen Infektionen sind 10 % der ambulant erworbenen Lungenentzündungen der Gruppe der atypischen Pneumonie zuzuordnen. Unter diesem Begriff werden alle nicht-bakteriellen infektiösen Pneumonien zusammengefasst. Sie können hervorgerufen werden durch Viren wie Influenza- oder Adenoviren, Chlamydien, Mykoplasmen, Rickettsien, Pilze wie Candida, Aspergillus oder Cryptococcus, oder aber durch Parasiten wie Helminthes und Pneumocystis carinii.

Aus einer normalen ambulant erworbenen Pneumonie (Lungenentzündung) kann sich eine schwere Form entwickeln, wenn sich die lokale Entzündungsreaktion der Lunge systemisch auf den ganzen Körper ausbreitet. Dies führt zu sepsis-assoziierten Komplikationen wie Sepsis, septischer Schock oder Organversagen.

Entstehung einer nosokomialen Pneumonie

Von einer nosokomialen Pneumonie spricht man, wenn die Lungenentzündung im Krankenhaus erworben wurde. Sie entwickelt sich im Zeitraum von mehr als zwei Tagen nach stationärer Aufnahme und bis zu 14 Tagen nach der Entlassung. Ursache sind häufig gramnegative Bakterien wie Pseudomonas aeruginosa und Enterobacteriaceae, Staphylokokken, Anaerobier wie Fusobacterium und Bacteroides sowie Pilze. Eine Sonderform dieses Typs stellt die beatmungsassoziierte nosokomiale Pneumonie dar. Die Trachealkanüle ermöglicht einen freien Durchtritt der Bakterien zu den Lungen, weshalb künstlich beatmete Patienten besonders gefährdet sind, an einer Lungenentzündung zu erkranken. Nosokomiale Pneumonien sind besonders gefährlich, da die Krankenhauserreger sehr therapieresistent sind.

Weitere Ursachen für Lungenentzündungen

Neben den zwei Hauptformen der ambulant erworbenen Pneumonie und der nosokomialen Pneumonie können weitere Ursachen (Ätiologien) für die Entstehung unterschieden werden. Lungenentzündungen können durch bestehende Erkrankungen verursacht sein. Dies sind zum einen chronische Lungenerkrankungen wie Bronchitis und Bronchiektasie, aber auch andere Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus und Herz- oder Niereninsuffizienz.

Eine Lungenentzündung kann zudem durch Aspiration, also das Verschlucken von Essensanteilen oder durch den Eintritt von Magensaft in die Luftröhre, hervorgerufen werden. Eine bestehende Immunsuppression eines Patienten, entweder durch Krankheit (AIDS), Chemotherapie bei Krebs oder medikamentös aufgrund einer Transplantation ausgelöst, kann ebenfalls die Entstehung einer Lungenentzündung bedingen. Der Begriff Immunsuppression bedeutet, dass das Immunsystem des Patienten, welches ihn vor eindringenden Erregern schützen soll, nicht oder nur eingeschränkt funktioniert.

Infektionskrankheiten wie Keuchhusten, Masern, Grippe, Malaria oder Typhus können Ursache einer Lungenentzündung sein, ebenso Allgemeinerkrankungen wie Kollagenosen. Auch durch Allergien kann eine Lungenentzündung hervorgerufen werden. Eine weitere Gruppe bildet die der physikalisch-chemischen Faktoren. Dazu zählen insbesondere die Inhalation von Metalldämpfen, Stäuben und Atemgiften. Auch bestimmte Medikamente und die Einwirkung von Strahlen können die Entstehung einer Lungenentzündung bedingen.

Der Übertragungsweg infektiöser Lungenentzündungen

Infektiöse Pneumonien werden durch Krankheitserreger ausgelöst. Um eine Lungenentzündung hervorzurufen, müssen diese Erreger, seien es nun Bakterien, Viren oder Pilze, zunächst in die Lunge eindringen. In den meisten Fällen dringen sie zunächst in die Mund- oder Nasenhöhle ein und wandern von dort weiter in die Lunge. Von Mensch zu Mensch gelangen sie durch eine Tröpfcheninfektion, z. B. durch Husten oder Niesen. Eine weitere, wenn auch seltene Möglichkeit ist die Verbreitung der Erreger von anderen bereits befallenen Organen über den Blutstrom in die Lunge.

Schutz der Lunge vor Erregern

Um das Eindringen von Partikeln und auch Bakterien zu verhindern, besitzt die Lunge bestimmte Mechanismen. Auf der Oberfläche der Luftröhre (Trachea) und der Bronchien befinden sich kleine Härchen, so genannte Kinozilien. Sie sind Fortsätze der äußersten Schleimhautzellen (Epithelzellen) und können sich aktiv bewegen. Da diese Bewegung wie ein Flimmern aussieht, wird das die Atemwege auskleidende Epithel auch als Flimmerepithel bezeichnet. Seine Aufgabe liegt allein in der Reinigung der Atemwege.

Zudem befinden sich in der Schleimhaut Becherzellen, die fortwährend Schleim produzieren. Durch den Schleim wird zum einen die Atemluft befeuchtet, zum anderen verfangen sich darin eingeatmete Partikel und auch eingedrungene Erreger. Der Schleim wird durch die Bewegung der Kinozilien des Flimmerepithels permanent abtransportiert, und zwar von der Lunge in Richtung Rachen. Somit werden auch darin enthaltene Erreger und Partikel aus der Lunge entfernt. Verschiedene Erkrankungen wie beispielsweise eine Bronchitis können diesen Abtransport einschränken und so die Entstehung einer Lungenentzündung stark begünstigen.

Lydia Köper

23.01.15