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Zerebrale Mikroblutungen können Risiko für körperliche und geistige Behinderungen bei MS erhöhen

Mikroblutungen im Gehirn, hervorgerufen durch undichte Blutgefäße, können mit einem erhöhten Risiko für körperliche und geistige Behinderungen bei MS-Patienten einhergehen. Das legt eine Studie der Jacobs School of Medicine and Biomedical Sciences an der Universität Buffalo nahe. Die Untersuchung, die in der Fachzeitschrift Radiology veröffentlicht wurde, ist die erste, die zerebrale Mikroblutungen unter dem Aspekt betrachtet hat, welche Folgen sie für Menschen mit MS haben, berichtet die Universität Buffalo.

Zerebrale Mikroblutungen, die mit zunehmendem Alter immer häufiger auftreten und als Risikofaktor für Demenz bekannt sind, kommen ebenfalls bei traumatischen Hirnverletzungen, Schlaganfall, bei der Alzheimer- und der Parkinsonkrankheit vor. Die Wissenschaftler entschieden sich, sie im Zusammenhang mit MS zu untersuchen, da sie signifikante Überschneidungen zu den Risikofaktoren dieser Krankheiten sahen, so Prof. Dr. Robert Zivadinov. „Wir sind davon ausgegangen, dass zerebrale Mikroblutungen bei MS häufiger vorkommen, da das Fortschreiten der Krankheit mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit von kardiovaskulären Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck einhergeht und auch ein veränderter Fettstoffwechsel, Übergewicht, Diabetes und Migräne öfter auftreten – allesamt Risikofaktoren für zerebrale Mikroblutungen“, so Prof. Zivadinov.

Studie mit MS-Patienten

An der Untersuchung nahmen 445 an MS Erkrankte teil, 45 mit Klinisch Isoliertem Syndrom (KIS), dem ersten Anzeichen für MS, 51 Patienten mit anderen neurologischen Krankheiten und 177 Gesunde, die die Kontrollgruppe bildeten. Bei allen Teilnehmern wurde eine spezielle Magnetresonanztomografie vorgenommen, mit deren Hilfe sich die Blutgefäße besser darstellen ließen. „Wir fanden heraus, dass 20 % der MS-Patienten ab dem Alter von 50 Jahren zerebrale Mikroblutungen aufwiesen, während dies bei nur 7 % der Teilnehmer aus der Kontrollgruppe der Fall war“, so Dr. Ferdinand Schweser.

Bei den Teilnehmern im Alter unter 50 Jahren zeigten sich bei 14 % der vom KIS Betroffenen Mikroblutungen, während es in der Kontrollgruppe nur 3 % waren. Die Wissenschaftler fanden zudem heraus, dass die körperlichen und geistigen Einschränkungen umso größer waren, je mehr zerebrale Mikroblutungen bei den Patienten gefunden wurden. Vor allem MS-Patienten mit einer größeren Anzahl Mikroblutungen wiesen stärkere körperliche Einschränkungen auf.

Studienergebnisse

„Dies Ergebnis deutet darauf hin, dass zerebrale Mikroblutungen mit einem erhöhten Risiko für körperliche Behinderungen einhergehen, unabhängig von weiteren Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Alter“, sagt Prof. Zivadinov. Zudem zeigten sich bei MS-Patienten mit einer größeren Anzahl zerebraler Mikroblutungen stärkere Einschränkungen bei Tests, die die kognitive Leistungsfähigkeit untersuchten. „Unsere Studie deutet darauf hin, dass MS-Kranke mit zerebralen Mikroblutungen bereits in einem früheren Krankheitsstadium häufiger körperliche und kognitive Behinderungen entwickeln und deshalb besonders engmaschig untersucht werden müssen“, so Prof. Zivadinov. Zudem müsse die Forschung ausgeweitet werden, wie sich zerebralen Mikroblutungen entgegenwirken lässt. Solange noch keine Therapie existiere, sei es am sinnvollsten kardiovaskuläre Risikofaktoren wie das Rauchen auszuschalten.

Quelle: Befund MS

10.07.18