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Ramona Bigl: MS ist nicht das Ende aller Lebensträume

Unter den kunsthandwerklichen Ausstellern stechen sie heraus: die MS-Infostände auf den Hobby-, Künstler- und Ideenmärkten, die zweimal jährlich in den bayerischen Orten Rattelsdorf, Bindlach, Oberkotzau und Pliening (bei München) stattfinden. Es gibt einen guten Grund, warum sich die MS-Selbsthilfe genau dort präsentiert. Die Veranstalterin der Märkte, Ramona Bigl, ist selbst von MS betroffen.

Vor dem Jahr 2000 war Ramona Bigl nebenberuflich selbst Ausstellerin, bis sie sich aus Unzufriedenheit über die Organisation vieler Märkte entschloss, eigene Künstlermärkte auf die Beine zu stellen. Gleich der erste Markt im Herbst 2000 wurde ein solcher Erfolg, dass im selben Jahr zwei weitere hinzukamen. Bald darauf organisierte sie schließlich 20 Märkte pro Jahr, vor Ostern, vor Weihnachten zu Pfingsten und zu Muttertag.

Starke Lähmungserscheinungen im Arm, die sich später auf die gesamte Körperhälfte ausdehnten, führten zur Diagnose MS. Ramona Bigl: „Ich kann mich noch gut erinnern, dass in Oberkotzau ein Markt stattfand, während ich im Krankenhaus am Kortisontropf hing. Ohne mich. Unvorstellbar! Doch natürlich ist jeder ersetzbar. Schön fand ich trotzdem, dass mir verschiedene Aussteller die Rückmeldung gaben, mich sehr vermisst zu haben.“

Zunächst wollte es sich Ramona Bigl, die die Märkte neben Beruf und Familie organisiert hatte, nicht eingestehen, doch eine Verschlechterung ihrer gesundheitlichen Situation, weitere Schübe und vor allem eine immer größer werdende Schwäche machten es ihr unmöglich, weiterhin pro Saison zehn Märkte abzuhalten. Jedenfalls nicht auf die Weise, wie sie es sich immer gewünscht hatte, mit fachmännischer Planung und Vorbereitung. Schließlich war sie bis zum Beginn ihrer Krankheit sowohl für die Planung als auch für die Organisation, das Marketing, die Buchhaltung, die Betreuung der Aussteller u. v. m. allein zuständig. Deshalb reduzierten sie und ihr Mann, der – wie die gesamte Familie – in die Organisation eingebunden ist, die Zahl der Märkte schließlich auf vier pro Saison. Mit einer geänderten Organisationsstruktur musste sie die geliebten Märkte nicht komplett abgeben.

Außerdem führte Ramona Bigl gemeinsam mit weiteren MS-Betroffenen etwas Neues ein: Die MS-Infostände wurden fester Bestandteil der Hobby-, Künstler- und Ideenmärkte. Der erste „Informationsstand MS“ im Jahr 2008 wurde mit Plakaten angekündigt, auf denen eine Julia, selbst seit elf Jahren von MS betoffen, ankündigte, über MS aufklären und anderen von ihrem Lebensweg berichten zu wollen.

Im Frühjahr 2013 schließlich war ein MS-Infostand auf allen vier Märkten vertreten. Organisiert und betreut werden die Stände u. a. von Katja Kiessling, die Unterstützung von Sybille Brunner (beide Mitglied im Patientenbeirat der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, DMSG) sowie Beate Platl erhält. Sie wollen in erster Linie darauf aufmerksam machen, dass die Diagnose MS nicht das Aus für alle Lebensträume bedeutet, sondern auch mit MS Lebenspläne und Wünsche verwirklicht werden können.

Bestes Beispiel dafür sind Ramona Bigl und ihre tatkräftigen Mitstreiterinnen, die sich außerdem zum Ziel gesetzt haben, über die MS ganz allgemein zu informieren und Vorurteile über die Krankheit auszuräumen. Die häufigsten Fragen, die ihnen gestellt werden, sind: Was ist MS? Wie fühlt es sich an, mit MS zu leben? Wie kann ich MS besser verstehen? Ist mit Behinderungen zu rechnen und vor allem wann? Besonders positiv bleiben Ramona Bigl, Katja Kiessling und Co. Begegnungen in Erinnerung, bei denen sie anderen helfen konnten, wieder optimistischer in die Zukunft zu schauen. Das „MS-Infoteam“ der Hobby-, Künstler- und Ideenmärkte freut sich auf viele weitere Gespräche.

Quelle: Befund MS 03/2013

03.02.14

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