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Was beim Uhthoff-Phänomen hilft

In der warmen Jahreszeit sind viele Menschen mit MS vom Uhthoff-Phänomen betroffen: einer Verschlimmerung ihrer MS-Symptome durch die Erhöhung der Körpertemperatur. Wahrscheinlich verringert Wärme die Leitfähigkeit bereits vorgeschädigter Nerven, sodass sie langsamer reagieren. Sinkt die Körpertemperatur wieder, bilden sich i. d. R. auch die Symptome wieder zurück. Ein Anstieg der Körpertemperatur durch Sport oder durch einen Besuch in der Sauna kann das Uhthoff-Phänomen ebenfalls auslösen.

Menschen mit MS, bei denen das Uhthoff-Phänomen erstmals auftritt, gewinnen fälschlicherweise manchmal den Eindruck, es handele sich um einen erneuten MS-Schub. Ihnen hilft es, sich im Schatten aufzuhalten oder eine kühle Dusche zu nehmen. Verbessert sich ihr Zustand wieder, ist davon auszugehen, dass es sich um das Uhthoff-Phänomen handelt. Wer nicht sicher ist, sollte besser den Arzt aufsuchen.

Kühlung, Kühlung, Kühlung

Das beste „Gegenmittel“ gegen das Uhthoff-Phänomen sind kühlere Temperaturen. Weil sich die Außentemperaturen im Sommer aber nicht senken lassen, können sich Menschen mit MS behelfen, z. B. indem sie sich hauptsächlich in klimatisierten Räumen aufhalten. Dies ist jedoch ebenfalls nicht immer möglich. Was jedoch möglich ist: starke Sonneneinstrahlung meiden. Das bedeutet u. a., sich im Freien weitgehend im Schatten aufzuhalten und nur, wenn es sich nicht vermeiden lässt, in der Mittagshitze ins Freie zu gehen. Wählen Sie für Ihre Außenaktivitäten lieber den Morgen oder den Abend. Falls Sie tagsüber ins Freie müssen und es Ihnen zu warm wird, gehen Sie zwischendurch in einen Supermarkt und halten sich eine Weile in der Nähe der Kühltheken auf. Oder aber Sie gehen auf eine öffentliche Toilette und halten Ihre Unterarme eine Weile unter fließend kaltes Wasser. Das senkt die Körpertemperatur i. d. R. ein wenig ab.

Sinnvoll ist es zudem, z. B. einen kleinen Parfümzerstäuber mit Leitungswasser mitzuführen, sodass Sie Ihr Gesicht und ihre Arme bei Bedarf mit Wasser kühlen können. Trocknen Sie sich anschließend nicht ab, sondern lassen die Feuchtigkeit verdunsten. Entscheiden Sie sich für ein Auto mit Klimaanlage. In der heißen Jahreszeit in einem unklimatisierten Wagen sitzen zu müssen, setzt auch bei Menschen, die nicht vom Uhthoff-Phänomen betroffen sind, die Reaktionsfähigkeit im Straßenverkehr herab.

Kühlwesten, Kühlstirnbänder und mehr

Kühlaggregate, Kühlstirnbänder oder kühlende Nackentücher und Kühlwesten, die unter der normalen Kleidung getragen werden können, tragen dazu bei, das Uhthoff-Phänomen teilweise auszuschalten. Die Kosten für diese Hilfsmittel müssen die Betroffenen i. d. R. selbst tragen.

Sonne, Strand, Bewegung

MS-Patienten, die wissen, dass Hitze ihre MS-Symptome verschlimmert, sollten sich gut überlegen, welches Reiseziel sie im Sommer auswählen. Südliche Länder wie Italien, Spanien, Portugal oder Griechenland sind weniger geeignet als Länder in Mittel- oder Nordeuropa. Die erstgenannten Länder sollte man besser zu einer anderen Jahreszeit bereisen. Den Strand sollte man besser morgens und abends aufsuchen und verlassen, wenn man merkt, dass das kühlende Bad im Meer nicht länger gegen das Uhthoff-Phänomen hilft. Sport sollte man ebenfalls lieber frühmorgens treiben, abends ist es vor allem im Hochsommer dafür noch zu heiß. Doch völlig auf Bewegung sollten Menschen mit MS nicht verzichten. Auch mit Kühlweste lässt sich Sport treiben, zudem können die Bewegungseinheiten verkürzt werden. Und noch ein wichtiger Tipp: Trinken Sie genug!

Quelle: Befund MS 1/2015

29.04.15

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