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Dem Uhthoff-Phänomen entkommen

Unter dem Uhthoff-Phänomen verstehen Mediziner die Stärkung von MS-Beschwerden durch Wärme – etwa bei hohen Außentemperaturen, bei Fieber oder bei körperlichen Anstrengungen. Im Verlauf der Krankheit sind etwa 80 % der Menschen mit MS betroffen – es tritt also sehr häufig auf. Die Beschwerden können beim erstmaligen Auftreten leicht mit einem Schub verwechselt werden, bilden sich aber nach einer Abkühlung des Körpers wieder zurück.

Was tun bei hohen Außentemperaturen?

Gar nicht ins Freie zu gehen bei sommerlichen Temperaturen, ist für die wenigsten MS-Kranken eine Option. Denn weder die Arbeit noch die Alltagsgeschäfte erledigen sich bei Hitze von allein. Dennoch: Die „pralle“ Sonne sollten Menschen meiden, die vom Uhthoff-Phänomen betroffen sind – vor allem in der Mittagszeit, wenn die Sonne am höchsten steht. Wer in der Mittagspause nach draußen geht, sollte sich im Schatten aufhalten. Die eigene Wohnung sollte als Rückzugsort möglichst kühl bleiben. Das bedeutet, morgens und spätabends zu lüften, wenn es draußen am kühlsten ist, die Fenster tagsüber geschlossen zu halten und Vorhänge vor die Fenster zu ziehen oder die Rollläden herunterzulassen, damit die Wärme nicht in die Wohnung eindringen kann. Auch ein Ventilator kann dazu beitragen, dass der Körper abkühlt und sich Beschwerden durch das Uhthoff-Phänomen (teilweise auch als Pseudo-Schub bezeichnet) bessern. Unterwegs können kleine Taschenventilatoren oder Ventilatoren, die über den USB-Anschluss an einen Computer angeschlossen werden, gegen zu große Hitze helfen.

Kühles Wasser ist beim Uhthoff-Phänomen auch gut. Wer die eigene Körpertemperatur absenken will, kann z. B. duschen oder zum Abkühlen ins Schwimmbad gehen, wenn die Möglichkeit dazu besteht. MS-Betroffene, die dazu keine Gelegenheit haben, können sich zwischendurch kaltes Wasser über die Handgelenke laufen lassen und das Gesicht mit kaltem Wasser waschen. Ein Taschenspray, gefüllt mit Wasser, lindert unterwegs Beschwerden. Viel trinken ist bei hohen Temperaturen ohnehin angesagt, genauso wie leichte, aber dennoch vor der Sonne schützende Bekleidung. Menschen, die große Probleme mit dem Uhthoff-Phänomen haben, können eine Kühlweste tragen, die die Körpertemperatur absenkt. Eine Kopfbedeckung oder ein kühlendes Stirnband können ebenfalls helfen.

Uhthoff-Phänomen beim Sport

Das Uhthoff-Phänomen kann auch beim Sport oder anderen körperlichen Anstrengungen auftreten. Das bedeutet jedoch nicht, dass MS-Kranke, bei denen dies der Fall ist, mit dem Sport aufhören sollen. Denn Bewegung hat eine positive Auswirkung auf MS. Stattdessen ist es sinnvoll, die Belastung zu drosseln, um die Körpertemperatur zu senken. Das Tragen einer Kühlweste kann beim Sport ebenfalls u. U. hilfreich sein.

Quelle: Befund MS 1/2017

07.06.17

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