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Zertifizierte MS-Zentren – was können sie für mich tun?

MS-Betroffene wünschen sich i. d. R. die bestmögliche Behandlung ihrer Krankheit. So soll sichergestellt sein, dass die Behandlung auf den aktuellen wissenschaftlichen Leitlinien beruht, Ärzte und Pflegepersonal sich mit der MS und ihren Begleitsymptomen auskennen. All dies gewährleisten die von der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) zertifizierten MS-Zentren.

Eine Klinik oder Praxis, die den Titel „zertifiziertes MS-Zentrum“ trägt, muss eine Reihe von Anforderungen erfüllen. Alle zwei Jahre überprüft die DMSG, ob die medizinische Einrichtung MS-Patienten auch weiterhin fachgerecht behandelt. Das Zertifikat der DMSG gibt Menschen mit MS damit eine hilfreiche Orientierung bei der Auswahl des behandelnden Arztes bzw. der Klinik.

Drei verschiedene Zertifikate

Im Herbst 2015 hat die DMSG die Vergabekriterien für die Zertifizierung angepasst und vergibt seitdem drei verschiedene Zertifikate:

  • ein Zertifikat für MS-Schwerpunktzentren
  • eines für MS-Zentren
  • eines für MS-Rehabilitationszentren

Eine Klinik oder Praxis, die von der DMSG zertifiziert wurde, erhält eine Urkunde und ein Türschild, sodass auf den ersten Blick ersichtlich wird, dass sie sich der Qualitätssicherung durch die DMSG unterzogen hat.

Ein zertifiziertes MS-Zentrum etwa muss folgende Voraussetzungen nachweisen können: Eine kontinuierliche Betreuung durch einen Neurologen muss garantiert sein. Dieser muss eine mindestens fünfjährige Erfahrung, das medizinische Personal eine zweijährige Erfahrung bei der Behandlung von MS-Patienten nachweisen können. Ambulante Einrichtungen wie Arztpraxen müssen jährlich mindest 80 Menschen mit MS behandeln, stationäre Einrichtungen sogar 120 pro Jahr. Letzteres gilt auch für MS-Rehabilitationszentren. Für die Zertifizierung als MS-Schwerpunktzentrum muss der Nachweis von 400 MS-Patienten jährlich erfolgen.

Aktuelle Leitlinien = Behandlungsstandard

Zur Zertifizierung als MS-Zentrum gehört zudem, dass MS-Betroffene gemäß den aktuellen Leitlinien zur Diagnose und Therapie der MS untersucht und behandelt werden. Eine Schub- und verlaufsmodifizierende Therapie muss jedem Patienten – abhängig vom jeweiligen Krankheitsstand – angeboten werden. Die Räume, die zum MS-Zentrum gehören, müssen barrierefrei zugänglich sein, eine Kooperation mit anderen zertifizierten MS-Zentren muss vorliegen, desgleichen muss das Zentrum die Zusammenarbeit mit Physio- und Ergotherapeuten sowie Logopäden gewährleisten. Im Notfall muss das MS-Zentrum eine sofortige Versorgung der Patienten einleiten können. Für die Zertifizierung als Schwerpunktzentrum gelten zusätzliche Voraussetzungen. Zertifizierte Rehabilitationszentren müssen Bereiche für Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie (u. a. inklusive Vorkehrungen für ein Schlucktraining), für Psychologie und Neuropsychologie haben. Sie müssen Patientenschulungen für Strategien, besser mit der MS zurechtzukommen, für Selbstinjektionstechniken und Selbstkatheterismus, für Hilfsmittelversorgung anbieten und Angehörigenschulungen sowie eine Sozialberatung durchführen.

Auch für die Diagnostik schreibt die DMSG für alle drei MS-Zentrumsarten bestimmte Voraussetzungen vor. Um die Forschung zur MS voranzutreiben, arbeiten zertifizierte MS-Zentren mit dem deutschen MS-Register zusammen.

Quelle: Befund MS 2/2016

07.10.16

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