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Rollstuhltraining mit MS

Ein Rollstuhltraining empfiehlt sich allen Rollstuhlfahrern, die lernen wollen, ihren Rollstuhl in jeder Situation zu beherrschen. Ein Rollstuhl reagiert unterschiedlich auf verschiedenen Bodenbelägen – auf Asphalt, Kies, Waldboden, Rasen – und es ist nicht immer leicht, ihn unter Kontrolle zu halten. Vor allem nicht bei einem schnellen und unvorhersehbaren Wechsel des Untergrunds.

Ein Rollstuhltraining bietet Sicherheit im Umgang mit dem Rollstuhl, es erklärt, wie Rollstuhlfahrer am besten Bordsteine und andere Hindernisse überwinden, wie der Rollstuhl sich auch auf kleinstem Raum problemlos wenden lässt, wie man mit dem Rollstuhl rückwärts fährt, Steigungen erklimmt und bergab nicht zu schnell wird. Das richtige Bremsen wird ebenso trainiert wie das Kippen und Abfangen des Rollstuhls. Von einem Rollstuhltraining profitiert jeder Rollstuhlfahrer – es verleiht Sicherheit und steigert damit auch die Mobilität.

Der passende Rollstuhl

Die Voraussetzung, um ein Rollstuhltraining erfolgreich zu absolvieren, ist ein Rollstuhl, der zu einem passt. Die Höhe des Rollstuhls, Sitzbreite und tiefe müssen an die eigene Körpergröße angepasst sein, die Rückenlehne muss so hoch bzw. tief sein, dass sie zugleich bequemes Sitzen und größtmögliche Beweglichkeit erlaubt, die Greifreifen müssen gut erreichbar sein. Selbstverständlich muss der Rollstuhl auch mit den vorliegenden körperlichen Einschränkungen harmonieren – eine Person, die nur wenig Armkraft hat, kommt unter Umständen besser mit einem Elektro als mit einem Aktivrollstuhl zurecht. Auch das Gewicht des Rollstuhls und sein Einsatzbereich (Wohnung, Straße oder beides) spielen bei der Anschaffung eine Rolle. Eine gute Beratung ist beim Rollstuhlkauf daher unabdingbar. Und es muss immer die Möglichkeit geben, einen Rollstuhl vor der Anschaffung auszuprobieren.

Wo gibt es Rollstuhltrainings?

Rollstuhltrainings finden in fast allen größeren Städten statt. Sie werden von Reha-Einrichtungen genauso angeboten wie von Ergo- oder Physiotherapiepraxen, von Sportvereinen und Wohlfahrtsverbänden. Auch über die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft lässt sich erfragen, wo es Rollstuhltrainings in der Nähe gibt, zum Teil führen die einzelnen Landesverbände selbst Rollstuhltrainings durch.

Wie wird trainiert?

Der eigene Rollstuhl ist für ein Rollstuhltraining Voraussetzung, denn in dem Training sollen sich Rollstuhlfahrer mit ihrem Rollstuhl vertraut machen. In vielen Fällen findet zunächst ein Einzeltraining statt, um Betroffenen die Grundlagen des Rollstuhlfahrens zu erklären. Dazu gehören selbstverständlich der Übergang von einem Stuhl in den Rollstuhl und zurück, das Feststellen der Bremse, das kraftsparende Vor- und Rückwärtsfahren, das richtige Greifen der Reifen und das Fortbewegen auf ebener Fläche. Auch, wie der Rollstuhl zu drehen ist, lernen die Rollstuhlfahrer in der Regel bald.

Bald darauf erfahren Rollstuhlfahrer, wie sich der Rollstuhl kippen, d. h. auf dem hinteren Teil der Räder balancieren, lässt. Damit die Angst beim ersten Mal nicht zu groß wird, hilft dabei in der Regel eine zweite Person, die hinter dem Rollstuhl steht und ihn bei Bedarf auffängt. Das Kippen des Rollstuhls ist deshalb so wichtig, weil sich damit Hindernisse überwinden lassen. Das Kippen wird im Rollstuhltraining noch vielfach geübt, z. B. sollen Rollstuhlfahrer lernen, wie der Rollstuhl auch beim Kippen gedreht werden kann, wie man den Rollstuhl aus dem Stand und im Fahren kippt bzw. mit nach hinten gekipptem Rollstuhl fährt. Zu den weiteren Trainingseinheiten gehören das Fahren auf verschiedenen Untergründen sowie das Überwinden von Steigungen. Selbstverständlich wird auch das Umkippen und sichere Fallen mit dem Rollstuhl geübt und wie man sich und den Rollstuhl bei Bedarf selbst aufrichtet. Fortgeschrittene erfahren zudem, wie mit dem Rollstuhl Treppen überwunden werden können. Die Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln ist ein weiterer wichtiger Punkt jedes Rollstuhltrainings.

Damit das Rollstuhlfahren nicht zu anstrengend wird oder es zu einer einseitigen Belastung kommt, lernen Teilnehmer des Trainings zudem, wie sie ihre Körperhaltung an das Fahren so anpassen, dass Arme, Rumpf und Schultern nicht überlastet werden.

Quelle: Befund MS 1/2019

29.08.19

Ich habe Multiple Sklerose