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Diagnose von Zeugungsunfähigkeit (Sterilität) beim Mann

Eine Zeugungsunfähigkeit zeigt sich in der Regel nicht durch besondere Beschwerden oder körperliche Symptome. Kommt es zu keiner Schwangerschaft über ein bis zwei Jahren trotz ungeschützten Geschlechtsverkehrs, sollte sich die Frau von einem Gynäkologen (Frauenarzt) und der Mann von einem Urologen oder Andrologen (Fachärzte für Männerheilkunde) für die Diagnose der Zeugungsunfähigkeit und deren Ursachen untersuchen lassen.

Untersuchungen und Vorerkrankungen bei einer Zeugungsunfähigkeit

Der Arzt wird sich zunächst bei einer vermuteten Zeugungsunfähigkeit nach ausgeheilten Erkrankungen wie z. B. Mumps und bestehenden Krankheiten wie Diabetes mellitus sowie Hormonstörungen erkundigen. Die Lebensumstände wie berufliche oder private Belastungen und Ernährungsgewohnheiten für die Diagnosestellung einer Zeugungsunfähigkeit werden abgeklärt. Zur körperlichen Untersuchung bei Verdacht auf Zeugungsunfähigkeit (Sterilität) gehört die Beurteilung von Penis und Hoden, dabei wird auf Unterentwicklung und Fehlbildungen geachtet. Die Prostata wird zur Diagnose bei Zeugungsunfähigkeit vom Arzt abgetastet. Krampfadern können im Bereich des Hodens bei Zeugungsunfähigkeit von Bedeutung sein. Manchmal ordnet der Arzt für die Diagnose zur Zeugungsunfähigkeit Hormonuntersuchungen (Schilddrüsenhormone, Testosteron) an. In seltenen Fällen wird für die Diagnose eine genetische Untersuchung oder auch eine Hodenbiopsie erforderlich sein.

Spermiogramm zur Feststellung einer Zeugungsunfähigkeit

Der wesentliche Bestandteil für die Diagnosestellung der Zeugungsunfähigkeit (Sterilität) des Mannes ist die Untersuchung des Ejakulats. Durch Masturbation wird das Ejakulat gewonnen. Empfohlen wird eine Karenzzeit von vier bis fünf Tagen, dies ist die Zeit ohne Geschlechtsverkehr oder Masturbation, denn ein zeitlich zu geringer Abstand zur letzten Ejakulation kann die Anzahl der Spermien negativ beeinflussen. Bei einer zu langen Karenzzeit dagegen wird davon ausgegangen, dass sich die Mobilität der Samenfäden verschlechtert.

Die Ejakulat-Probe für die Diagnosestellung der Zeugungsunfähigkeit durch das Spermiogramm erfolgt in einen sterilen Becher. Um eine größtmögliche keimarme Voraussetzung zu schaffen, sollten Hände und Penis vorher gewaschen werden. Danach sollten die Spermien innerhalb einer halben Stunde untersucht werden.

Zeugungsunfähigkeit: Untersuchung des Ejakulats

Zunächst wird die Zeit der Verflüssigung des Ejakulats gemessen. Nach einem Samenerguss hat das Ejakulat erst eine gelartige Konsistenz, um das Herausfließen aus der Scheide zu verhindern. Danach verflüssigt es sich in den folgenden 60 Minuten. Findet die Verflüssigung nicht oder nur teilweise statt, kann dies ein Zeichen einer mangelnden Beweglichkeit der Spermien und damit einer Zeugungsunfähigkeit sein.

Ein weiteres Kriterium zur Diagnose der Zeugungsunfähigkeit ist die Bestimmung des Spermavolumens. Falls die Menge der ejakulierten Flüssigkeit geringer als zwei Milliliter ist, kann eine Funktionsstörung der Samenbläschen vorliegen. Diese Bläschen sind verantwortlich für die Menge des Ejakulats. Die Flüssigkeit ist wichtig für die Mobilität der Spermien.

Zeugungsunfähigkeit: Mikroskopische Auswertung des Ejakulats

Anschließend erfolgt für die Diagnose der Sterilität die mikroskopische Untersuchung des verflüssigten Ejakulats. Eine definierte Menge des Spermas wird in einer sog. Zählkammer unter dem Mikroskop ausgewertet. Für die Diagnose einer Zeugungsunfähigkeit sind hierbei die wichtigsten Kriterien die Spermienkonzentration, deren Beweglichkeit und das äußere Erscheinungsbild der einzelnen Spermien.

Da auch bei Männern, die nicht an Zeugungsunfähigkeit leiden, die Anzahl der Spermien im Ejakulat sehr stark variieren kann, sollten zur Diagnose der Zeugungsunfähigkeit (Sterilität) zwei Spermiogramme untersucht werden. Von einem kompletten Fehlen von Samenzellen im Ejakulat kann erst dann ausgegangen werden, wenn nach dem Zentrifugieren des Spermas keine Spermien vorzufinden sind.

In diesen seltenen Fällen einer möglichen Zeugungsunfähigkeit können nachfolgende Untersuchungen klären, ob es sich um eine Störung des Transports – die im Hoden produzierten Spermien gelangen nicht in das Ejakulat – oder um eine Produktionsstörung – es werden keine Spermien im Hoden produziert – handelt.

Die Beurteilung der Beweglichkeit der Spermazellen während der Diagnose einer möglichen Zeugungsunfähigkeit erfolgt in vier Einteilungen: schnelle Vorwärtsbeweglichkeit – langsame Vorwärtsbeweglichkeit – ortsständige Beweglichkeit – Unbeweglichkeit.

Die Gründe für eine herabgesetzte Mobilität der Spermien können unterschiedlich sein. So kann eine große Menge an toten Samenzellen die Beweglichkeit der lebenden Spermien behindern und so zur Zeugungsunfähigkeit führen. Auch eine zu hohe Viskosität (Zähigkeit) des Ejakulats reduziert die Beweglichkeit und kann eine Zeugungsunfähigkeit (Sterilität) bewirken.

Auch äußere Bedingungen können die Diagnose einer Zeugungsunfähigkeit verfälschen: Eine zu niedrige Temperatur verringert die Bewegung. Ist der Zeitraum zwischen dem Erhalt des Ejakulats und der Auswertung zu lange, ist die Beweglichkeit herabgesetzt. Auffangbecher sind in der Regel aus Plastik, diese enthalten Weichmacher, welche möglicherweise die Beweglichkeit von Spermien negativ beeinflussen können. Auch benutzte Gleitmittel bei der Masturbation oder Seifen können die Diagnose einer Zeugungsunfähigkeit (Sterilität) verfälschen.

Bei dem äußeren Erscheinungsbild (Morphologie) der Samenzellen beurteilt man für die Diagnose der Zeugungsunfähigkeit die Gestalt des Kopfes, des Mittelstücks und des Schwanzes. Die Morphologie (das Aussehen der Spermien) ist bei Zeugungsunfähigkeit von Bedeutung, weil man davon ausgehen muss, dass deformierte Spermien die Eizelle nicht erreichen können und es somit zu keiner Schwangerschaft kommen kann. Für den Patienten ist es wichtig zu wissen, dass Fehlformen der Spermien kein erhöhtes Risiko für Missbildungen der Nachkommenschaft bedeuten.

Karin Janowitz

12.11.12

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