curado
Sie sind hier: Startseite » Krankheiten » Atemwegserkrankungen » Atemwegserkrankungen bei Kindern
Atemwegserkrankungen bei Kindern

Atemwegserkrankungen bei Kindern

Vor allem im Kleinkindalter sind Kinder häufig von Erkrankungen der Atemwege betroffen. Meist handelt es sich bei diesen Erkrankungen, die sich mit Husten, Schwierigkeiten beim Atmen (z. B. beschleunigte Atmung, Atemgeräusche, Atemnot) und/oder Heiserkeit bemerkbar machen, um Erkältungen, denn Kleinkinder erkranken durchschnittlich zehnmal im Jahr an einem grippalen Infekt. Doch kann sich aus einer harmlosen Erkältung auch eine schwerere Erkrankung, z. B. eine Bronchitis oder eine Lungenentzündung entwickeln. Aus diesem Grund sollten Atemwegserkrankungen bei Kindern immer ernst genommen werden.

Von einem grippalen Infekt müssen weitere Atemwegserkrankungen mit schwerwiegenden Auswirkungen abgegrenzt werden. Zwar gehen auch (allergisches) Asthma bronchiale oder Pseudokrupp mit ähnlichen Symptomen einher, doch halten die Symptome über eine längere Zeit an und können unter Umständen lebensbedrohlich werden. Zu den Atemwegserkrankungen, die im Kindesalter ebenfalls auftreten, gehört zudem der Keuchhusten, gegen den es eine Impfung gibt, die Eltern unbedingt wahrnehmen sollten.

Das Gleiche gilt für eine Infektion mit dem Bakterium Haemophilus influenzae Typ b (Hib), der eine lebensgefährliche Kehldeckelentzündung hervorrufen kann. Mit Einführung der Impfung gegen Hib sind die Todesfälle bei Kindern nach einer Infektion mit diesem Bakterium stark zurückgegangen. Gegen die echte Grippe, die einen weitaus schwereren Verlauf nimmt als ein grippaler Infekt, sollten Eltern ihre Kinder ebenfalls impfen lassen, denn ihr Risiko, an einer Grippe zu sterben, ist weitaus höher als das gesunder Erwachsener. Die Impfung muss jährlich aufgefrischt werden, da sich die Grippe-Erreger rasch verändern.

Eine weitere schwere Erkrankung der Atemwege ist die (angeborene) Mukoviszidose, bei der der Schleim in den Bronchien zähflüssiger ist als bei Gesunden. Die Mukoviszidose ist u. a. durch anhaltenden Husten und häufige Lungenentzündungen gekennzeichnet und bislang nicht heilbar.

Akute Atemwegserkrankungen

Zu den akuten Atemwegserkrankungen gehören:

  • Erkältung (grippaler Infekt): Im Jahr erkranken Kleinkinder durchschnittlich bis zu zehnmal an einem grippalen Infekt.
  • Mandelentzündung (Tonsillitis), Kehlkopfentzündung (Laryngitis), Rachenentzündung (Pharyngitis): Akute Entzündungen des Nasenrachenraums zählen zu den häufigsten Erkrankungen.
  • Akute Atemwegserkrankungen werden i. d. R. symptomatisch behandelt, z. B. mit hustenreizstillenden Arzneimitteln. Bei bakterieller Besiedelung verschreibt der Arzt auch ein Antibiotikum.

    Aber auch weniger harmlose Erkrankungen zählen zu den akuten Atemwegsinfekten:

  • Echte Grippe (Influenza): Nach dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte erkranken in einer Saison etwa 20 % bis 30 % aller Kinder an der echten Grippe. Das Sterberisiko bei Kleinkindern unter zwei Jahren ist erhöht und für sie wird wie bei anderen Risikogruppen, z. B. chronisch Kranken, eine Impfung empfohlen, die einmal im Jahr aufgefrischt werden muss.
  • Akute Bronchitis
  • Lungenentzündung (Pneumonie): Besonders betroffen sind Neugeborene, Säuglinge und Kleinkinder, da ihr Immunsystem noch nicht ausgereift und dadurch anfälliger für die Erreger ist. In den Industrienationen erkranken nach dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte im Jahr etwa 2,6 Millionen Kinder unter fünf Jahren. Etwa 1,5 Millionen müssen stationär behandelt werden und ca. 3.000 versterben. Daher ist es wichtig, so schnell wie möglich mit der Therapie zu beginnen, in fast allen Fällen mit einer Antibiotikatherapie.
  • Chronische und akute Bronchitis

    Eine Bronchitis ist bei Kindern und Jugendlichen keine Seltenheit, besonders in den Wintermonaten. Von einer Bronchitis spricht man, wenn die Schleimhaut, die die Bronchien auskleidet, entzündet ist. I. d. R. ist der Infekt nach spätestens zwei Wochen verschwunden. Tritt er jedoch häufiger im Jahr auf und dauert länger, spricht man von einer chronischen Bronchitis. Typisches Symptom ist trockener Husten, später mit Auswurf. Fieber bzw. eine erhöhte Temperatur tritt meistens nur am Anfang der Erkrankung auf. Therapiert wird die akute Bronchitis mit schleimlösenden Medikamenten. Im Falle einer chronischen Bronchitis muss auch der Auslöser behandelt werden. Kinder unter drei Jahren erkranken oft an einer obstruktiven Bronchitis. Die Atmung der Kleinen ist – ähnlich wie bei einem Asthmakranken – erschwert. Durch die Schädigung wird die Bronchialwand dünner, wodurch die kleinen Bronchien den Druck im Brustraum, der beim Ausatmen entsteht, nicht mehr aushalten können. Sie fallen in sich zusammen. Kinder mit obstruktiver Bronchitis atmen mit einem typischen, pfeifenden Geräusch aus. Ein Teil der Kinder erkrankt im Lauf ihres Lebens an Asthma. Behandelt wird die obstruktive Bronchitis mit schleimlösenden sowie bronchienerweiternden Arzneimitteln.

    Mukoviszidose

    Mukoviszidose ist laut Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte die häufigste angeborene Stoffwechselkrankheit in Deutschland. Etwa eines von 2.000 Neugeborenen leidet unter der unheilbaren Erbkrankheit. Bundesweit sind das etwa 8.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Ursache der Mukoviszidose ist ein Gendefekt, wodurch ein Kanal für den Transport der Chlorid-Teilchen beschädigt ist. Der Defekt bewirkt, dass die Salzteilchen in der Zelle verbleiben und beeinflusst die Menge der anderen Salzteilchen sowie den Wasserhaushalt. All dies führt letztendlich dazu, dass der Schleim, der sich beispielsweise in der Lunge befindet, zäh wird.

    Betroffen sind alle Organe, die auf den Kanal angewiesen sind, u. a. Lunge, Bauchspeicheldrüse, Schweißdrüsen, Leber, Niere sowie Geschlechtsorgane. Die häufigsten Symptome sind ein chronischer, meistens produktiver Husten, Verdauungsprobleme und Untergewicht. Da der zähe Schleim in den Bronchien ein guter Nährboden für Bakterien ist, können leicht Entzündungen in den oberen Atemwegen oder in der Lunge entstehen. Mukoviszidose ist nicht heilbar. Das Therapieziel ist daher, den Betroffenen ein möglichst normales Leben zu ermöglichen. Bei der Behandlung werden neben der Inhalationstherapie auch Ernährungsberatung, Physio- und Sporttherapie sowie psychologische Unterstützung eingesetzt.

    Asthma bei Kindern

    Bundesweit leiden etwa 8 % bis 10 % der Heranwachsenden an Asthmahttp://www.curado.de/asthma-kindern-jugendlichen-31183/. Damit gehört die Atemwegserkrankung zu den häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindesalter. Bei etwa der Hälfte der Betroffenen verschwinden die Asthma-Symptome in der Pubertät – die Atemwege allerdings bleiben ein Leben lang überempfindlich. Ca. ein Drittel erkrankt im Erwachsenenalter wieder an Asthma. Typische Symptome sind eine erschwerte Atmung – insbesondere Ausatmung mit pfeifenden Atemgeräuschen – Brustenge und Husten. Eltern sollten aufmerksam werden, wenn ihr zwei- bis fünfjähriges Kind häufig an Entzündungen der Bronchien erkrankt und es anschließend für längere Zeit erschwert und/oder pfeifend atmet. Manche Kinder leiden auch nur an einem trockenen und quälenden Husten (Bronchitis) als einzigem Symptom oder bekommen nur beim Sport Asthmaanfälle.

    Therapieziel ist, Anfälle sowie Spätschäden zu vermeiden. Die Behandlung sollte die Muskulatur entkrampfen, die Entzündung der Schleimhaut in den Bronchien reduzieren, die Überempfindlichkeit und die Bildung von zähem Schleim verringern. Gegen die Atemnot erhalten Kinder mit Asthma einen kurz wirksamen Bronchodilatator. Dieser wird bei Bedarf eingenommen und erweitert die Bronchien. Kortison beeinflusst die Entzündung der Bronchialschleimhaut und wird vom Arzt ab einem leichtgradig persistierenden Asthma verordnet.

    Pseudokrupp

    Pseudokrupp ist eine vor allem für Kleinkinder gefährliche Atemwegserkrankung. Die Schleimhäute im Bereich des Kehlkopfs und der Stimmbänder sind meist infolge einer Virusinfektion, allergischen Reaktionen oder aber durch Reizung (insbesondere durch Zigarettenrauch) entzündet und angeschwollen. Die Krankheit äußert sich mit bellendem Husten. Charakteristisch ist ein pfeifendes Geräusch beim Einatmen. Meist treten nachts heftige Hustenanfälle auf, die Kinder bekommen nur sehr schlecht Luft. Der Grund: Bei Kleinkindern ist der Kehlkopf noch nicht so stark geweitet wie bei älteren Kindern, was zu Atemnot führt. Schlimmstenfalls können die Kinder sogar ersticken. Eltern, die feststellen, dass ihr Kind nur schlecht Luft bekommt, sollten daher rasch den Notarzt informieren. Da feuchtwarme Luft die Symptome lindert, sollten Eltern mit ihrem Kind in der Zwischenzeit ins Bad gehen und heißes Wasser in die Wanne oder ins Waschbecken laufen lassen, damit das Kind den Dampf einatmen kann. Das Kind sollte zudem aufrecht sitzen. Auch Inhalieren kann helfen.

    Der Arzt verordnet von Pseudokrupp betroffenen Kindern Kortison, das entzündungshemmend wirkt und die Schleimhäute abschwellen lässt. Ein solches Medikament sollte nach dem ersten Pseudokruppanfall immer im Haus sein, damit es dem Kind im Notfall verabreicht werden kann.

    Eine Kur bei Atemwegserkrankungen

    Bei immer wiederkehrenden oder chronischen Atemwegserkrankungen (z. B. Asthma, Mukoviszidose) kann es sinnvoll sein, für das Kind eine Kur zu beantragen. In vielen Fällen tragen der Ortswechsel und die zahlreichen am gleichen Ort stattfindenden, aufeinander abgestimmten Möglichkeiten der Behandlung dazu bei, dass sich die Krankheit bessert. Während einer Kur erhalten Eltern und Kind zudem neue Ideen, wie sie die Krankheit in den Griff bekommen. Sowohl die Eltern als auch das Kind werden bei Bedarf psychologisch unterstützt, denn eine chronische Atemwegserkrankung ist nicht nur für das Kind, sondern auch für die Eltern eine immense seelische Belastung. Beantragen sollten Eltern die Kur bei ihrer Krankenkasse, der Arzt muss die medizinische Notwendigkeit der Maßnahme unterstützen. Bei Atemwegserkrankungen ist es sinnvoll, eine Kureinrichtung an der See auszuwählen, da das an Nord- und Ostsee herrschende Reizklima die Behandlung unterstützt.

    Quellen:
    allergikus 2/2019
    COPD und Asthma 4/2016