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Rückenschmerz adé: So bleiben Sie beschwerdefrei

Fast jeder kennt Rückenschmerzen. Drei von vier Personen leiden mindestens einmal in ihrem Leben daran, die meisten deutlich häufiger. Damit gehören sie zu den am weitesten verbreiteten Krankheiten in Deutschland und sind einer der Hauptgründe für Fehltage im Berufsleben.

Doch Schmerz ist nicht gleich Schmerz: Er kann einmalig oder chronisch auftreten, unterschiedliche Bereiche des Rumpfes betreffen und verschiedene Ursachen haben. Genauso vielfältig sind auch die Behandlungsmethoden. 90 % aller Rückenschmerzen sind unkompliziert.

Frauen haben zwar seltener Rückenschmerzen als Männer, doch bei ihnen sind die Rückenschmerzen häufiger chronisch. Zahlen des Robert Koch-Instituts belegen, dass dies auf ein Viertel aller Frauen zutrifft. Die Schmerzen nehmen vor allem im Alter deutlich zu. Der Grund: Degenerative Erkrankungen begünstigen einen schmerzenden Rücken zusätzlich. Auch die Arbeitsunfähigkeit steigt im Alter. Klassisch sind Kreuzschmerzen unterhalb des Rippenbogens, aber auch andere Stellen wie Brust- und Halswirbelsäule können belastet sein.

Dem Rückenschmerz auf den Grund gehen

Die Ursachen sind vielfältig und nicht immer gibt es eindeutige Auslöser. Tatsächlich werden sogar bei der Mehrheit aller Betroffenen, nämlich rund 80 %, sogenannte unspezifische Schmerzen diagnostiziert. Nicht immer sind diese rein körperlich – auch die Psyche kann die Rückengesundheit beeinflussen, oft sogar im Wechselspiel.

Der häufigste Grund für die Schmerzen sind Muskelverspannungen, die durch Fehlhaltungen, einseitige und ungleichmäßige Belastung sowie wenig Bewegung entstehen. Auch Störungen an den Nerven, wie Verengungen, Entzündungen oder ein eingeklemmter Nerv, können die Ursache sein. Das trifft auf etwa 5 % aller Fälle zu, noch deutlich seltener lösen Knochenbrüche oder Tumoren (1 %) die Schmerzen aus.

Im Arbeits- und Privatleben gibt es viele alltägliche Situationen, die den Rücken belasten können. Wer einen körperlich anstrengenden Beruf hat, muss oft schwer heben oder in unbequemen Haltungen verharren. Aber auch stundenlanges Sitzen im Büro und beruflicher Stress schaden der Rückengesundheit. Nach Feierabend gehören mangelnde Bewegung sowie rückenunfreundliches Mobiliar zu den häufigsten Ursachen für einen schmerzenden Rücken.

Schmerzen lindern: So geht’s!

Das Vorurteil, ein beanspruchter Rücken brauche Ruhe, hält sich hartnäckig. Häufig ist das Gegenteil der Fall: Bewegungsmangel ist einer der Hauptgründe für Rückenschmerzen. Mehrere Minuten spazieren gehen oder leichtes Fahrrad fahren tragen zur Linderung bei. Schnelle Hilfe bei akuten Schmerzen bieten Massagen, Wärmeanwendungen oder leichte Schmerzmittel.

Wer häufiger oder unter ernsteren Rückenbeschwerden leidet, sollte einen Termin beim Hausarzt vereinbaren. Dieser diagnostiziert die mögliche Ursache der Schmerzen. Entstehen sie durch falsche Belastung oder Fehlhaltungen, kann die Patientin darüber aufgeklärt werden und diese in Zukunft vermeiden. In schwierigeren Fällen kann an einen orthopädischen Facharzt überwiesen werden, der weitere Behandlungsempfehlungen gibt. Für einige Patientinnen eignet sich Physiotherapie – Schritt für Schritt wird dort gegen die Schmerzen vorgegangen.

Aber auch aus psychotherapeutischer Sicht kann einiges getan werden, um den Rückenschmerz loszuwerden. So kann eine Verhaltenstherapie bei chronischen Schmerzpatienten bestehende Gewohnheiten ändern und Muskelverspannungen lösen. Zusätzlich kann die Betreuung durch einen Psychologen dabei unterstützen, das Leben mit dem Schmerz auch mental erträglicher zu machen.

Den Rücken schonen und Schmerzen vorbeugen

Die gute Nachricht: Wer aktiv vorbeugen möchte, kann selbst viel tun. Bereits kleine Bewegungspausen im Alltag halten den Rücken fit und gesund. Wer öfter mal das Auto stehen lässt, spazieren geht oder Treppen statt den Fahrstuhl nimmt, kann das Risiko für Schmerzen senken. Bewegung geht auch im Sitzen: Häufigere Positionswechsel auf dem Sofa oder dem Bürostuhl verhindern Fehlbelastungen. Besonders freut sich unser Rücken über regelmäßige Sporteinheiten, etwa beim Schwimmen, Rad fahren, Nordic Walking oder Yoga. Auch online gibt es mittlerweile viele Rückenfit-Programme, die zur Prävention geeignet sind.

Besonders sinnvoll ist es, auf ergonomische Möbel und Alltagsgegenstände zu achten. Dazu können Verbraucher auf das unabhängige Gütesiegel „Geprüft und empfohlen“ der Aktion Gesunder Rücken vertrauen: Damit werden nur garantiert rückenfreundliche Produkte ausgezeichnet. Sie müssen einer Vielzahl von Kriterien gerecht werden und werden von einem unabhängigen Expertengremium, das aus Ärzten und Therapeuten verschiedener medizinischer Fachbereiche besteht, überprüft.

Detlef Detjen
Geschäftsführer Aktion Gesunder Rücken e. V.

Quelle: Deutsches Magazin für Frauengesundheit 2/2020

24.09.2020