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Sport im Rollstuhl: Mehr als nur einen Versuch wert

Sport im Rollstuhl: Mehr als nur einen Versuch wert

Durch ihren Sport, das berichten viele sportlich aktive Rollstuhlfahrer, haben sie ein ganz neues Körpergefühl, vor allem aber Selbstvertrauen gewonnen. Wer im Verein gemeinsam mit anderen Sport treibt, fühlt sich zudem weniger allein.

Der richtige Rollstuhl

Rollstuhlsport ist sowohl mit Aktivrollstühlen als auch mit einem Elektrorollstuhl möglich. Wer eine Sportart erst einmal ausprobieren will, um festzustellen, ob sie für ihn die richtige ist, muss sich daher nicht gleich einen speziellen Sportrollstuhl anschaffen.

Das Handbike ähnelt schon kaum mehr einem Rollstuhl, sondern ist ein mit den Händen angetriebenes Fahrrad, das eher wie ein Liegerad aussieht. Ggf. ist auch ein sog. Adaptivbike ausreichend, das an jeden herkömmlichen Rollstuhl angekoppelt werden kann und diesen in ein handbetriebenes Rad verwandelt. Auch mit Elektrorollstühlen lässt sich Sport treiben. Elektrorollstuhl-Hockey z. B. können auch Rollstuhlfahrer ausüben, die mit der Hand keinen Schläger mehr führen können. Dieser wird dann am Rollstuhl montiert. Auch Rollstuhltanz ist im Elektrorollstuhl möglich.

Die meisten Rollstuhlfahrer, die regelmäßig Sport treiben, entscheiden sich über kurz oder lang für einen Sportrollstuhl, mit dem die meisten Sportarten ausgeübt werden können. Dieser unterscheidet sich von herkömmlichen Rollstühlen durch seinen starren Rahmen, sein vergleichsweise geringes Gewicht sowie den z. T. stark negativen Sturz, der ihm eine besondere Kippsicherheit verleiht und eine bessere Kurvenlage ermöglicht.

Der richtige Sport

Vor der Auswahl des individuell richtigen Rollstuhls muss natürlich die Auswahl des für einen persönlich geeigneten Sports erfolgen. Wer schon Sport getrieben hat, bevor er im Rollstuhl saß, der sollte ruhig ausprobieren, ob „seine“ Sportart auch mit Rollstuhl die richtige ist. Viele Bewegungsabläufe sind bereits bekannt – und man kann man auf bereits Erlerntem aufbauen.

Manche Sportarten können auch gemeinsam mit Fußgängern ausgeübt werden. Bogenschießen beispielsweise lässt sich sowohl im Stehen als auch aus dem Sitzen durchführen. Auch Kanufahren können Rollstuhlfahrer und Fußgänger gemeinsam. Nur das Boot benötigt eventuell einen besonderen Sitz für den Rollstuhlfahrer, z. B. mit Rückenlehne. Beim Kanuwandern liegt der Vorteil darin, dass man seine Mitkanuten zwischendurch auch einmal allein paddeln lassen und sich selbst ausruhen kann. Schwimmen und Tauchen können Fußgänger und Rollstuhlfahrer ebenfalls zusammen, denn im Wasser können sich viele Rollstuhlfahrer ohne Hilfsmittel fortbewegen. Fürs Tauchen gibt es Hilfsmittel, z. B. Spezialhandschuhe, die der Fortbewegung unter Wasser dienen. Segeln ist ein weiterer Sport für Rollstuhlfahrer und Fußgänger.

Weitere Sportarten

Neben den bereits genannten gibt es eine große Anzahl weiterer Sportarten für Rollstuhlfahrer. Wer Einzelsportarten mit Ball bevorzugt, wird sich vielleicht für Badminton, Golf, Tennis oder Tischtennis entscheiden. Liebhaber des Ballsports können sich u. a. beim Basketball, Sitzfußball, Roll-Hockey oder auch beim Rugby verausgaben. Doch auch die Fans des Kampfsports kommen nicht zu kurz: Karate und Judo lassen sich auch aus dem Rollstuhl heraus ausüben. Tanzen, Boulespielen oder auch Wasserskifahren und noch viele andere Sportarten mehr runden das Angebot für Rollstuhlfahrer ab.

Hilfreich ist, bei den örtlichen Sportvereinen nachzufragen, ob sie eine eigene Rollstuhlsportsparte haben. Auch der Deutsche Rollstuhl-Sportverband e. V. ist ein geeigneter Ansprechpartner, wenn man auf der Suche nach einem Verein ist, der Sport für Rollstuhlfahrer anbietet.

Quelle: Befund MS 02/2013

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