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Thrombosen schnell behandeln

Komplikationen können so verhindert werden

Geschwollene, stärker hervortretende Venen, Schmerzen und Spannungsgefühle in den Beinen und eine bläuliche Verfärbung an den Gliedmaßen können Anzeichen für eine Thrombose sein. Sie entsteht, wenn ein Blutgerinnsel ein Blutgefäß verstopft.

Venen sind davon deutlich häufiger betroffen als Arterien, da in den Venen das Blut langsamer fließt und die Wände der Venen deutlich dünner sind. Meistens bildet sich eine Thrombose in den Beinen in Form einer oberflächlichen Thrombophlebitis oder einer tiefen Venenthrombose.

Bei der oberflächlichen Thrombophlebitis bildet sich ein Gerinnsel in den direkt unter der Haut verlaufenden Venen. Von dieser Form der Thrombose sind vor allem Frauen mit Krampfadern betroffen: Die Vene entzündet sich, wodurch die Innenwand des Blutgefäßes verletzt wird – ein Gerinnsel entsteht.

Eine tiefe Venenthrombose entwickelt sich meist in den Waden. Gerinnsel, die hier entstehen, wachsen meist sehr schnell, zum Teil bis in die tiefe Kniekehlenvene oder die tiefe Oberschenkelvene hinein.

Gerinnsel können in die Lunge wandern

Die Behandlung einer Thrombose ist besonders wichtig, da im Verlaufe der Erkrankung schwerwiegende Komplikationen auftreten können. Das Gerinnsel kann mit dem Blutstrom unter Umständen bis in die Lunge transportiert werden (Lungenembolie). Dort wird dann der Blutfluss und damit die Versorgung der Lunge gestört, was zum Tod führen kann.

Eine Therapie sollte deshalb umgehend nach der Diagnose eingeleitet werden. Dies ist auch deshalb besonders von Bedeutung, da nur in den ersten Tagen nach der Entstehung der Thrombose die Möglichkeit besteht, dass sich das Gerinnsel wieder vollständig zurückbildet.

Thrombose mit Medikamenten behandeln

In der Regel wird ein gerinnungshemmendes Medikament verabreicht, das das Blut verdünnt. So wird verhindert, dass sich weitere Gerinnsel bilden. Wie lange ein Medikament eingenommen werden muss, hängt vom Ausmaß der Thrombose ab. Darüber hinaus spielen auch Ursache und mögliche weitere Erkrankungen eine Rolle.

In sehr schweren Fällen kann das Gerinnsel mit einer Thrombolyse behandelt werden, auch eine operative Entfernung ist möglich. Bei der Thrombolyse werden blutverdünnende Medikamente verabreicht, allerdings in Form einer dauerhaften Infusion, die drei bis vier Tage dauern kann. Sie ist allerdings nicht für alle Patientinnen geeignet, da schwere Blutungen auftreten können.

Bei einer Operation (Thrombektomie) wird das Gerinnsel entfernt. Dies ist allerdings nur bis zu fünf Tage nach der Entstehung der Thrombose möglich. Zu einem späteren Zeitpunkt ist das Gerinnsel bereits an der Vene angewachsen und kann nicht mehr entfernt werden. Im Anschluss an eine Operation müssen ebenfalls Medikamente zur Blutverdünnung eingenommen werden.

Kompressionstherapie ist ein Muss

Neben den medikamentösen und operativen Verfahren nimmt die Kompressionstherapie einen hohen Stellenwert bei einer Thrombosebehandlung ein. Dabei wird zunächst ein fester Kompressionsverband angelegt, damit das Bein abschwillt. Nach etwa zehn Tagen kann der Verband abgenommen werden. Patientinnen tragen dann einen Kompressionsstrumpf. Wie lange dieser getragen werden muss, ist abhängig vom Krankheitsbild. Der von außen aufgebaute Druck auf die Gefäße soll die Rückbildung des Gerinnsels ermöglichen und die Neubildung einer Thrombose verhindern, da der Blutfluss in den Venen so beschleunigt wird.

Die Ursachen einer Thrombose sind vielfältig. Im Wesentlichen ist die Gefahr einer Gerinnselbildung dann besonders hoch, wenn der Blutfluss in den Beinen verlangsamt ist und sich das Blut stauen kann. Ausgelöst wird dies häufig durch Bewegungsmangel. Die Gründe dafür können ganz unterschiedlich sein: ein Langstreckenflug, ein gebrochenes Bein, Bettlägerigkeit nach einer Operation oder im Alter usw. Zudem können Infektionskrankheiten, Verletzungen, Tumorerkrankungen oder die Einnahme von östrogenhaltigen Medikamenten die Entstehung einer Thrombose begünstigen.

Mit zunehmendem Alter steigt ebenfalls das Risiko für eine Thrombose, da Muskulatur und Blutgefäße nicht mehr so leistungsfähig sind und Gefäßschäden deshalb öfter auftreten.

Schwangere haben erhöhtes Thromboserisiko

Auch Schwangere haben ein erhöhtes Risiko (sechs Mal höher) für eine Thrombose: In der Schwangerschaft werden die Venen elastischer, das Blut fließt langsamer durch und aufgrund der Gewichtszunahme des Kindes (und der Mutter) verstärkt sich zudem der Druck auf die Blutgefäße.

Quelle: Deutsches Magazin für Frauengesundheit 3/2019

23.01.2020