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Rehabilitation nach Brustkrebs

Rehabilitation nach Brustkrebs

Die Primärbehandlung von Brustkrebs stellt eine große Belastung für den Körper dar. Operationen, Bestrahlungen, Chemotherapie, eventuell ein Brustaufbau, all das verlangt im Anschluss nach einer Rehabilitationsmaßnahme. Auch die psychologischen Folgen einer Erkrankung an Brustkrebs und all die Veränderungen im psychosozialen Bereich sind nicht zu unterschätzen. Körper und Seele brauchen jetzt Zeit und Erholung. Eine Rehabilitation nach Brustkrebs schließt aus diesem Grund immer an die Heilungsphase der Erkrankung an und beginnt sogar schon während der Behandlung.

Die erste Rehabilitationsmaßnahme, die in der Regel noch während des Aufenthaltes in der Klinik eingeleitet wird, ist die Anschlussheilbehandlung, die beim Rentenversicherungsträger beantragt wird. Man spricht hier von einer onkologischen Rehabilitation. Sie schließt direkt an den Klinikaufenthalt an, allerdings kann es vorkommen, dass der Übergang zwischen der Entlassung aus der Klinik und der Anschlussbehandlung nicht ganz nahtlos verläuft. In diesem Fall hat die Frau zunächst Anspruch auf häusliche Krankenpflege und psychosoziale Betreuung bis zum Antritt der Rehabilitationsmaßnahme. Das Ziel einer Reha ist grundsätzlich, die Frau nach erfolgreicher Behandlung von Brustkrebs sowohl körperlich als auch psychisch wieder zu stabilisieren. Eine Anschlussheilbehandlung kann sowohl stationär als auch ambulant durchgeführt werden. Effizienter für den Erholungsfaktor ist immer die stationäre Reha, die zwischen drei Wochen und mehreren Monaten andauern kann – je nach Notwendigkeit.

Die stationäre Reha findet in spezialisierten Reha-Kliniken statt. Zu Beginn der Maßnahme wird ein individueller Plan ausgearbeitet, der vollständig auf den aktuellen, körperlichen und seelischen Zustand der Frau nach ihrer überstandenen Erkrankung abgestimmt ist und eventuell vorhandene Einschränkungen berücksichtigt. Brustkrebs verursacht häufig Bewegungseinschränkungen der Arme und begünstigt die Bildung von Lymphödemen. In der Rehabilitationsmaßnahme wird eine speziell auf diese Einschränkungen abgestimmte Physiotherapie durchgeführt, um die Bewegungsfähigkeit wieder so gut wie möglich herzustellen und ggf. den Lymphabfluss zu unterstützen. Auch die Ernährung wird auf die überstandene Erkrankung und die Wiederherstellung des Körpers abgestimmt und so geplant, dass der Körper mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen, aber auch mit den benötigten Kalorien versorgt wird.

Die psychosoziale Betreuung während der Reha-Maßnahme wird durch spezialisierte Psychologen durchgeführt. Nach der Genesung von Brustkrebs gibt es für Frauen und speziell für junge Frauen sehr viel zu verarbeiten: all die Ängste und Sorgen, vielleicht auch partnerschaftliche Probleme und eine veränderte Sexualität. Die psychologische Betreuung während der Reha-Maßnahme findet in Form von Einzelgesprächen statt. Aber auch der Heilfaktor der Zusammenkunft mit anderen, betroffenen Frauen sollte nicht unterschätzt werden: in Gesprächsrunden und gemeinsamen Aktivitäten fühlen sich die meisten Frauen in einer onkologischen Rehabilitation sehr gut aufgehoben.

Innerhalb von drei Jahren nach Abschluss der Primärbehandlung sollte eine zweite Rehabilitationsmaßnahme stattfinden. Hier spricht man von einer Festigungskur, die ebenfalls sowohl stationär als auch ambulant in Anspruch genommen werden kann.

Darüber hinaus halten caritative Einrichtungen, Krankenkassen und auch Kliniken zahlreiche Hilfsangebote bereit, die nach der Primärbehandlung lebenslang in Anspruch genommen werden können. Selbsthilfegruppen sind sowohl in jeder Stadt als auch virtuell im Internet zu finden und haben sich sehr bewährt. Den Austausch mit anderen, betroffenen Frauen empfinden die meisten Frauen als sehr wertvoll und hilfreich.

Monika Celik