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Familiäre und berufliche Situation

Familiäre und berufliche Situation

Krebs hat auch immer Auswirkungen auf das gesamte Familienleben. Denn nach der Kräfte aufzehrenden Therapie können Frauen nicht sofort wieder ihre alte Rolle im Familiengefüge einnehmen. Sie haben aus physischen und psychischen Gründen nicht die Kraft, ihren Alltag alleine zu meistern. Das bedeutet, dass sie auf die Hilfe ihrer Eltern, Partner und Kinder angewiesen sind, die ihnen bei der Bewältigung ihres neuen Lebens unter die Arme greifen. Denn Brustkrebspatientinnen brauchen nach der belastenden Behandlung immer noch sehr viel Ruhe. Sie können nicht den Platz in der Familie einnehmen, den sie vor der Erkrankung innegehabt haben.
Doch nicht nur das Leben der Betroffenen selbst verändert sich durch die Erkrankung, auch die Familienangehörigen erfahren nach der Krebstherapie ähnliche Gefühle wie die Patientinnen. Sie sind ebenfalls seelischen Belastungen ausgesetzt, fühlen sich erschöpft und müde. Schließlich haben sie mit den Betroffenen monatelang mitgelitten, haben mit ihnen die Höhen und Tiefen ihrer Krebserkrankung miterlebt.
Besonders schwer im Umgang mit Krebs haben es Kinder, deren Mütter erkrankt sind. Sie bangen auch nach abgeschlossener Therapie weiterhin um das Leben der Mutter. Angesichts dieser anhaltenden Bedrohung fühlen sie sich hilflos und verzweifelt. Aus Angst, die Patientin mit ihren Gedanken weiter zu belasten, machen Kinder ihre Sorgen mit sich selbst aus. Oftmals ziehen sich die verunsicherten Kinder und Jugendlichen sogar von der Mutter zurück, nur um nichts falsch zu machen. Dadurch kommt bei ihnen sehr schnell das Gefühl auf, allein gelassen zu werden; das wiederum kann zu Spannungen zwischen Mutter und Kind führen, die die Patientinnen als große Belastung empfinden.
Belastend ist für Betroffene auch die berufliche Situation nach der Krebsbehandlung. Die Erkrankten sind durch die anstrengende Behandlung schließlich oftmals gezwungen, eine Berufspause einzulegen, die sogar bis zu einem Jahr andauern kann und bei vielen Existenzängste auslöst. Die Erkrankten fürchten den sozialen und wirtschaftlichen Abstieg. Doch in der Regel können berufstätige Frauen nach einem Jahr ihre alte Tätigkeit wieder aufnehmen. Sie fühlen sich dann stark genug, um den beruflichen Alltag wie vor ihrer Erkrankung zu meistern. In anderen Fällen geschieht dies nur mit einigen Veränderungen der gewohnten Rahmenbedingungen. So können einige Erkrankte beispielsweise nicht sofort die vollen Arbeitsstunden leisten und müssen mit den Vorgesetzten über kürzere Arbeitszeiten oder eine andere Art der Tätigkeit verhandeln. Manchmal sehen sich Betroffene, die beispielsweise schwere körperliche Arbeiten verrichtet haben, sogar gezwungen, sich beruflich neu zu orientieren. In seltenen Fällen können Patientinnen, die physisch und psychisch durch die Krankheit zu sehr geschwächt sind, ihren Beruf gar nicht mehr ausüben.

Maria Zaffarana