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Pruritus – Umgang mit chronischem Juckreiz

Pruritus ist eines der häufigsten Symptome in der Hautheilkunde. Insgesamt sind davon sechs Prozent der Bevölkerung in Deutschland betroffen. Ständiger Pruritus ist oft schwer zu therapieren und stellt für die Betroffenen eine große körperliche und seelische Belastung dar. Jucken kann ein Warnsignal des Körpers sein. Ein Signal, das auf eine vorhandene oder entstehende Erkrankung hinweist. Viele Erkrankungen der inneren Organe, der Nerven, der Haut oder auch der Psyche können Juckreiz auslösen. Häufig wird der chronische Juckreiz unterschätzt. Prof. Dr. Uwe Gieler plädiert dafür, dem Pruritus mehr Beachtung zu schenken.

Was bedeutet chronischer Juckreiz?

Von chronischen Juckreiz spricht man bei einem Juckreiz, der über einen Zeitraum von mehr als sechs Wochen anhält. Die Betroffenen empfinden dabei täglich heftigen Juckreiz, der sich gegenüber dem Schmerz abgrenzt. Auf einer Skala von eins bis zehn befindet sich der chronische Juckreiz oft bei acht bis neun.

Welche Ursachen hat der Juckreiz?

Dabei gilt es, zwischen verschiedenen Gruppen zu unterscheiden. Es gibt internistische Erkrankungen, wie Niereninsuffizienz, Leber- oder Tumorerkrankungen sowie Diabetes, die Juckreiz auslösen können. Genauso sind Hauterkrankungen, wie Neurodermitis, Psoriasis, Urtikaria oder Knötchenflechte (Lichen ruber) mit Juckreiz verbunden. Neben somatoformen Juckreiz, ausgelöst durch Stressbelastungen und Angsterkrankungen, spielen auch neurologische Hintergründe, wie Nervendefekte eine Rolle. Letztendlich gibt es noch die Gruppe, bei denen der Juckreiz durch Arzneimittel verursacht wird.

Wie kann der Juckreiz am besten behandelt werden?

Die Behandlung hängt natürlich von den Ursachen ab. Grundsätzlich wird der Juckreiz zum einen innerlich mit Medikamenten: Antihistaminika, Antidepressiva oder Neuroleptika behandelt und zum anderen äußerlich mit Cremes, die z. B. Kortison oder Cannabinoide enthalten. Äußerliche Methoden, wie die Lichttherapie verschaffen in vielen Fällen auch Linderung.

Was sollten Betroffene beachten?

Wichtig ist, dass Betroffene Schwankungen beobachten, also wann der Juckreiz stärker oder schwächer ist und selbst dokumentieren. Dadurch können sie herausfinden, wie sie selbst für Linderung sorgen können.

Wie können Betroffene selbst für Linderung sorgen?

Kühlelemente können angewendet werden und sorgen generell schon für Erleichterung. Raue Kleidung, wie Wolle sollte vermieden werden, weil die Haut noch zusätzlich stimuliert wird. Mithilfe von Entspannungsverfahren können Betroffene auch selbst für Linderung sorgen.

An wen sollten sich Patienten am besten wenden?

Die erste Anlaufstelle ist der Hautarzt. Im Gespräch sollte abgeklärt werden, wo die Ursachen liegen und anschließend sollte die Behandlung eingeleitet werden. In Münster und Heidelberg gibt es Zentren, die auf die Behandlung von chronischem Juckreiz spezialisiert sind.

Quelle: Patient und Haut 2/2013