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Spricht man von Frauengesundheit, so ist damit ein weites Feld unterschiedlicher Themen gemeint. Der Themenbereich umfasst:
Aus diesem Grund gehören Themen wie gynäkologische Krebserkrankungen und Osteoporose ebenso zum Themenkreis wie „Leben in Balance“. Oftmals lässt sich ein einzelnes Thema wie etwa „Wechseljahre“ nicht exakt in den medizinischen oder psychosozialen Bereich einordnen. Je nach Betrachtungsweise stehen Aspekte aus dem einen oder dem anderen Bereich im Vordergrund. Geht es um mögliche Beschwerden, die Wechseljahre begleiten, sind eher medizinische Aspekte wichtig. Zugleich sind die Wechseljahre einer Frau oftmals auch ein psychologischer Umbruchprozess und können von dieser Seite aus beleuchtet werden.
Einerseits stehen bei den medizinischen Aspekten frauenspezifische Krankheiten wie etwa Brust- oder Gebärmutterhalskrebs im Vordergrund, bei denen die Forschung in den letzten Jahrzehnten deutliche Fortschritte gemacht hat und so auch die Chancen für eine Frau, derartige Krankheiten zu überleben, gesteigert hat. Andererseits geht es beispielsweise um teils unterschiedliche Reaktionen männlicher und weiblicher Körper auf Medikamente und Therapien, die bei Frau und Mann eine unterschiedliche Herangehensweise an die Krankheit notwendig machen.
In diesen Themenbereich fällt etwa die Suche nach Antworten auf die Fragen, warum Frauen häufiger an Essstörungen wie Bulimie erkranken oder welche Gründe das häufigere Auftreten von Depressionen und Angststörungen bei Frauen haben könnte. Thematisiert wird beispielsweise auch, wie Frauen Doppelbelastungen durch Aufgaben in Familie und Beruf meistern können, und welche Rolle soziale Aspekte bei einem gesunden Älterwerden spielen.
Das Thema Frauengesundheit berührt vielfach auch den Bereich „Politik“. Das ist etwa beim fortwährenden Kampf um politische und finanzielle Unterstützung für Frauengesundheitszentren der Fall. Die Politik spielt zudem eine Rolle, wenn es um das selbstbestimmte Leben von Frauen mit Behinderung oder um Fragen rund um Schwangerschaft und Schwangerschaftsabbruch geht.
Wie das Beispiel „Wechseljahre“ gezeigt hat, ist bei vielen Aspekten der Frauengesundheit ein ganzheitlicher Ansatz wichtig. Auch bei klassisch medizinischen Themen wie etwa „Brustkrebs“ spielen nicht selten psychische Aspekte mit hinein, sodass neben den Ärzten als Akteuren auch Selbsthilfe und professionelle psychologische Hilfen greifen.
Auf der Ebene der Organisationen sind staatliche Institutionen wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung oder das Bundesgesundheitsministerium aktiv. Universitäre Einrichtungen beleuchten das Thema „Frauengesundheit“ ebenso aus ihrem Blickwinkel wie zahlreiche private Verbände und Gruppen. Erst die Gesamtheit aller Akteure und Aktionen auf nationaler wie internationaler Ebene sorgt dafür, dass keine Facette des Themas unerörtert bleibt.
Ansgar Sadeghi