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Diabetes in der Pubertät

Jugendliche mit Diabetes werden durch die Pubertät vor noch größere Herausforderungen gestellt als Gleichaltrige ohne Diabetes. Hormonelle und seelische Veränderungen beeinflussen auch den Krankheitsverlauf.

Kinder und Jugendliche, die an Diabetes leiden, müssen in ihrem Alltag Situationen bewältigen, mit denen Gleichaltrige ohne Diabetes nicht konfrontiert sind. Sie müssen kontrollieren, was sie essen, wann sie essen, wie hoch ihr Blutzuckerspiegel ist und sie müssen sich meist regelmäßig Insulin spritzen. Dem nicht genug, kann die Pubertät für Jugendliche mit Diabetes zu einer noch größeren Herausforderung werden, als sie es ohnehin schon ist.

Körperliche und seelische Veränderungen treten auf, Interessen und Prioritäten verändern sich. Einerseits kommt es zu einer hormonellen Veränderung, einem wechselnden Tagesablauf, andrerseits bringt die wechselnde körperliche Bewegung einen stark variierenden Insulinbedarf mit sich. Teilweise benötigen Jugendliche 50 bis 80 % mehr Insulin als Erwachsene.

Ablösung von den Eltern

Bei Mädchen treten in der Pubertät oft Essstörungen auf, und beide Geschlechter möchten natürlich sexuelle Erfahrungen sammeln. Unter Umständen werden aber auch Alkohol und Drogen zum Thema. Oft hübschen Jugendliche in der Pubertät auch ihre Blutzuckerprotokolle auf, um die Eltern nicht zu belasten oder auch, um sich selbst besser zu fühlen.

Für Eltern ist es in dieser Zeit besonders wichtig, im Gespräch mit den Jugendlichen zu bleiben. Aufklärung über mögliche Probleme ist notwendig, etwa wenn es um sexuelle Erfahrungen geht, Impfungen, den Gebrauch von Alkohol oder gar Drogen. Dabei sollten Eltern versuchen, die Verantwortung an ihre Kinder schrittweise abzugeben, aber dennoch präsent und wachsam zu bleiben.

Das Ziel sollte sein, die Jugendlichen zur Eigenverantwortung zu bringen. Denn das führt bei Betroffenen zu einem gesteigerten Selbstwert. Eine besondere Problematik stellen Jugendliche dar, die erst in der Pubertät an Diabetes erkranken, so Priv.-Doz.in Dr.in Elke Fröhlich-Reiterer, Medizinische Universität Graz, gegenüber aerztezeitung.at: „Sie können schlechter mit der Diagnose umgehen.“ Man könnte die Jugendlichen zwar motivieren, allerdings müssten sie es selbst einsehen, dass es nötig ist, täglich Insulin zu spritzen.

Richtigen Umgang mit der Krankheit lernen

Hilfreich in solchen Situationen können Diabetescamps sein, die Jugendliche dabei unterstützen, besser mit der Krankheit umzugehen. Wichtig ist auch zu wissen, dass der Blutzucker im jugendlichen Alter erhöht ist, wodurch das Risiko für Spätkomplikationen deutlich steigt. „Klinisch treten selten keine Spätkomplikationen bei Kindern und Jugendlichen auf. Strukturanomalien hingegen können schon früh beobachtet werden“, so Dr.in Fröhlich-Reiterer.

Quelle: Befund Diabetes Österreich 2/2019

09.01.2020