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Leben mit Langzeit-Sauerstofftherapie (LTOT)

Damit alle Organe im Körper eines Menschen ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden, müssen Lunge, Herz, Kreislauf und Muskulatur zusammenarbeiten. Ursache eines chronischen Sauerstoffmangels können unterschiedliche Erkrankungen sein, wie COPD, Lungenemphysem, Lungenfibrose sowie Alpha-1-Antitrypsin-Mangel zählen. In so einem Fall müssen Herz und Kreislauf versuchen, den Mangel auszugleichen. Längerfristig führt dies zu einer Überbelastung des Herzens, zu einer reduzierten körperlichen Leistungsfähigkeit, einer verminderten Lebensqualität sowie zu einer verkürzten Lebenserwartung.

Das Medikament „Sauerstoff“

Bei einer Langzeit-Sauerstofftherapie muss der Sauerstoff nach den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie mindestens 16 Stunden, besser 24 Stunden am Tag zugeführt werden – und das ein Leben lang. Durch die Langzeit-Sauerstofftherapie werden Betroffene leistungsfähiger.

Vor allem bei körperlicher Belastung wie z. B. beim Spazieren gehen, Einkaufen oder beim Lungensport ist der Sauerstoff daher wichtig. Eine Langzeit-Sauerstofftherapie hilft Betroffenen, ihre alltäglichen Belastungen zu bewältigen, sie ersetzt aber nicht die Einnahme von Medikamenten oder die Bewegungstherapie. Auch die Grunderkrankung oder die Beschwerden werden durch die Gabe von Sauerstoff nicht gebessert.

Der 7-Punkte-Plan

Um diese Hürden, die ersten vier Phasen, zu meistern, empfiehlt die Deutsche Sauerstoff-Liag folgende sieben Punkte:

  1. Sich über die Erkrankung informieren.
  2. Sich die Zusammenhänge zwischen Langzeit-Sauerstofftherapie und Beschwerden klar machen. Hierfür sollten die Betroffenen ihre Werte in Ruhe und unter Belastung wissen. Sie müssen verstehen, dass sie sich nicht selbst mit Sauerstoff therapieren können, sondern die verordnete Literzahl zuführen müssen.
  3. Sich eigenverantwortlich schulen lassen – und das ein Leben lang.
  4. Sich einen guten Haus- und/oder Lungenfacharzt suchen. Denn die Therapietreue der Betroffenen hängt von der Kompetenz des Arztes ab. Gute Lungenfachärzte veranlassen regelmäßige Kontrollen, aktualisieren den Sauerstoffpass alle drei Monate, hören ihren Patienten zu und weisen sie rechtzeitig in ein Krankenhaus oder in eine Reha-Klinik ein.
  5. Den Sauerstoff-Lieferanten zuvorkommend behandeln. Denn von diesem erfahren die Betroffenen neue Informationen. Er hilft zudem bei Problemen und zusätzlichen Wünschen.
  6. Sich eine Selbsthilfegruppe in der Nähe suchen, denn Hilfe von anderen Patienten, die die gleichen Sorgen und Ängste haben, ist wichtig.
  7. Die Partner, Freunde, Bekannte und Nachbarn an den eigenen Sorgen und Ängste teilnehmen lassen. Denn umso leichter wird der Umgang mit Sauerstoff.

Quelle: COPD und Asthma 1/2018