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Windeldermatitis – Entstehung, Behandlung, Tipps für den Alltag

Bis zu 30 % aller Kleinkinder erkranken kurzfristig einmal an einer Windeldermatitis. In den meisten Fällen ist sie nur leicht und bessert sich bereits nach wenigen Tagen. Häufig lässt sie sich gut vermeiden, wenn Eltern einige Regeln beachten.

Ursachen und Symptome einer Windeldermatitis

„Unter einer Windeldermatitis versteht man eine Hauterkrankung in der Windelregion des Kindes, die sich durch gerötete Stellen, Papeln, Pusteln und Schuppung im Windelbereich äußert. Zu den Beschwerden gehören Juckreiz sowie Schmerzen“, erklärt Prof. Dr. Ehrhardt Proksch. I. d. R. ist der Windelbereich betroffen. Da es sich bei der Windeldermatitis allerdings um ein Ekzem handelt, kann es demnach auch streuen, beispielsweise auf den Bauch oder die Beine des Kleinkindes. „Eine der Hauptursachen für die Entstehung einer Windeldermatitis liegt im permanenten Kontakt des Kindes mit dem eigenen Urin und Stuhl. Durch die okklusiven Bedingungen im Windelbereich kann die Feuchtigkeit nicht entweichen“, sagt Prof. Proksch. Die übermäßige Feuchtigkeit schädige also die Hautbarriere. Dadurch können Urin und Stuhl tiefer in die Haut eindringen und führen anschließend zu einem Ekzem. „Druck und Reibung beschleunigen die Entstehung einer Windeldermatitis. Allerdings können auch Hautinfektionen bei der Entstehung einer Windeldermatitis eine Rolle spielen. Kinder mit der Veranlagung zu einem atopischen Ekzem können ebenfalls eine Windeldermatitis entwickeln“, verdeutlicht Prof. Proksch.

Die Behandlungsmöglichkeiten

„Durch regelmäßiges Windelwechseln, i. d. R. alle zwei bis drei Stunden, kann die Entstehung einer Windeldermatitis verhindert werden“, betont Prof. Proksch. Die richtige Hautpflege spielt bei den Kleinkindern ebenfalls eine wichtige Rolle. „Die Hautcremes sollten nicht zu dünn sein, sondern eher abdeckend. Am besten eignet sich eine Wasser-in-Öl-Emulsion“, sagt Prof. Proksch. Falls es doch zu einer Windeldermatitis kommt, sollte zunächst einmal die Hautirritation behandelt werden. Eltern wird auch geraten mit ihrem Kind einen Arzt aufzusuchen, um abzuklären, ob eine Infektion vorliegt. Hin und wieder kann es auch sein, dass Durchfall eine Ursache für die Windeldermatitis ist. In diesem Fall muss natürlich auch der Durchfall behandelt werden. Eventuell sollte dann auch die Ernährung umgestellt werden. „Bei der Behandlung ist eine milde Reinigung entscheidend. Außerdem sollte auch eine Hautpflegecreme angewendet werden. Zusätzlich kann auch eine milde kortisonhaltige Creme verwendet werden. Diese sollte nicht länger als eine Woche eingesetzt werden“, sagt Prof. Proksch.

Einige Grundregeln beachten

Im täglichen Umgang mit ihrem Kind sollten Eltern einige Grundsätze beachten. „Eltern sollten auf jeden Fall auf persönliche Hygiene achten, um zu vermeiden, dass Keime auf das Kind übertragen werden. Sie sollten sich also regelmäßig die Hände waschen, besonders bevor und nachdem sie die Windel des Kindes gewechselt haben“, erläutert Prof. Proksch. Zur Reinigung des Kindes sollten milde Produkte verwendet werden sowie lauwarmes Wasser und ein Waschlappen. Dabei müssen Handtücher und Waschlappen regelmäßig gewechselt und gewaschen werden. „Für die Reise haben sich ölgetränkte Tücher bewehrt, weil sie den fetthaltigen Stuhl gut entfernen. Anschließend sollte auch noch eine milde Hautpflege verwendet werden. Dabei sollte auf alkoholhaltige Pflege mit Duftstoffen verzichtet werden“, sagt Prof. Proksch. Da sich die Windeldermatitis besonders gut im okklusiven Milieu des Windelbereichs entwickelt, sollten Eltern darauf achten, ihre Kinder nicht zu warm anzuziehen. Durch den Hitzestau kann sich eine Winderdermatitis verschlechtern. Generell dauert es nicht lange, bis die Erkrankung wieder abklingt. „Normalerweise heilt eine Windeldermatitis bei Kleinkindern sehr schnell ab, sodass sich bereits nach wenigen Tagen eine Besserung einstellt. Und nach einer Woche ist i.d.R. eine deutliche Besserung zu bemerken“, so Prof. Proksch.

Quelle: Patient und Haut 2/2013