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Impfungen und Lungenerkrankungen

Jede Infektion – insbesondere der Atemwege – kann bei Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma und COPD eine Verschlechterung der Grunderkrankung auslösen. Regelmäßige Impfungen sind für diesen Personenkreis daher von besonderer Bedeutung. Sie schützen Betroffene einerseits vor schwerwiegenden Erkrankungen, andererseits könne sie unter Umständen lebensbedrohlichen Komplikationen vorbeugen.

Wirkweise einer Impfung

Bei einer Impfung kommt der Körper in Kontakt mit dem Krankheitserreger, gegen den der Schutz aufgebaut werden soll. Es gibt Tot- oder Lebendimpfstoffe, d. h. es wird entweder ein abgetöteter oder ein abgeschwächter Krankheitserreger gespritzt, der keine oder nur geringe Krankheitssymptome hervorruft.

Das Immunsystem reagiert auf die Verabreichung des Impfstoffs ähnlich als käme es in Kontakt mit dem „richtigen“ Erreger. Es erkennt den abgetöteten oder abgeschwächten Erreger als körperfremd an, die Immunzellen wehren sich gegen den Eindringling, der Körper bildet Antikörper, die bei einem erneuten Eindringen des Erregers sofort aktiviert werden und die Immunzellen auf den Plan rufen, die ihn unschädlich machen. Der Körper ist damit vor einer erneuten Infektion geschützt.

Empfohlene Impfungen

Bei chronischen Atemwegserkrankungen empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) vor allem eine Auffrisch- oder Nachholimpfung gegen Krankheitserreger, die Atemwegserkrankungen hervorrufen. Doch auch eine Impfung gegen Tetanus ist für jeden wichtig, da Tetanus (Wundstarrkrampf) oft einen tödlichen Verlauf nimmt und die Erreger überall im Freien zu finden sind.

Die STIKO empfiehlt, sich bei chronischen Atemwegserkrankungen in jedem Fall gegen Diphtherie, Keuchhusten, Pneumokokken und Grippe impfen zu lassen:

  • Keuchhusten (Pertussis) ist eine Krankheit, die längst nicht mehr nur Kinder betrifft. Er äußert sich im Erwachsenenalter in der Regel durch einen lang andauernden, quälenden Hustenreiz. Die Impfung erfolgt mittels eines Totimpfstoffs, der meist in Kombination mit dem Impfstoff gegen Diphtherie, unter Umständen auch gegen Kinderlähmung (Polio) gespritzt wird. Er ist in der Regel gut verträglich. Es kann allerdings zu kurz andauernden Nebenwirkungen nach der Impfung wie leichtes Fieber, Rötungen um die Einstichstelle sowie Abgeschlagenheit kommen.
  • Pneumokokken sind Bakterien, die häufig eine Lungenentzündung hervorrufen, jedoch auch zu Hirnhautentzündungen führen können. Sie erfolgt mit einem Totimpfstoff und ist daher meist gut verträglich. Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören Gliederschmerzen, leichtes Fieber und Rötungen der Einstichstelle. Menschen mit Atemwegserkrankungen sollten die Impfung alle sechs Jahre wiederholen.
  • Die jährliche Grippeimpfung ist bei chronischen Atemwegerkrankungen ebenfalls ein Muss – nicht nur, weil die Grippe oft einen sehr viel schwereren Verlauf nimmt als eine einfache Erkältung, sondern weil häufig eine Lungenentzündung mit ihr einhergeht. Der Grippeimpfstoff wird jedes Jahr den Mutationen der Grippeviren angepasst, um einen bestmöglichen Schutz zu verleihen. Daher muss die Impfung jedes Jahr neu erfolgen – am besten im Herbst, vor Beginn der Grippesaison. Verwendet wird ein Totimpfstoff. Die möglichen Nebenwirkungen der Impfung sind leichtes Fieber, Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen und Rötungen der Einstichstelle. Personen, die von einer Hühnereiweiß-Allergie betroffen sind, sollten jedoch vorab mit ihrem Arzt über die Impfung sprechen, denn viele Impfstoffe enthalten Spuren von Hühnereiweiß. Im Einzelfall muss auf einen anderen Impfstoff ausgewichen werden.

Quelle: allergikus 2/2020

05.01.2021