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Was tun, wenn der Krebs zurückkehrt?

Die Angst vor einem Rezidiv, einem Wiederauftreten der Krebserkrankung nach zunächst erfolgreicher Behandlung, kann Menschen mit Krebs über viele Jahre begleiten. Doch was sollte man tun, wenn der Fall der Fälle eintritt und der Krebs wieder da ist?

Von einem Rezidiv sprechen Ärzte bei einem Rückfall nach einer Phase, in der keine Tumorzellen mehr nachgewiesen werden konnten, informiert die Bayerische Krebsgesellschaft. Da bei einem Rezidiv der Krebs am selben Ort wieder nachzuweisen ist, ist er zu unterscheiden von Tochtergeschwülsten, den Metastasen, bei denen der Tumor in andere Organe gestreut hat. Auch bei Leukämien und Lymphomen kann es zu einem Rezidiv kommen, wenn sich Tumorzellen nach einer gewissen „krebsfreien“ Zeit wieder nachweisen lassen. Um ein Rezidiv möglichst frühzeitig zu entdecken, sind Nachsorgeuntersuchungen wichtig. Eine Garantie, dass der Krebs nicht wiederkommt, gibt es auch nach fünf bis zehn Jahren nicht.

Heilungschancen

Für viele Menschen mit Krebs ist es ein Schock, wenn sie zum zweiten Mal die Diagnose Krebs erhalten. Auch bei einem sogenannten Lokalrezidiv, beispielsweise in derselben Brust bei Brustkrebs, kommt es für die Heilungschancen darauf an, wie frühzeitig das Rezidiv entdeckt wird. Bei Frauen mit Brustkrebs kommt es bei etwa 5–10 % innerhalb von zehn Jahren zu einem solchen Lokalrezidiv, wenn zuvor brusterhaltend operiert wurde, so der Krebsinformationsdienst. Lokalrezidive bei Brustkrebs können sich auch bilden, wenn die Brust entfernt wurde, z. B. im Narbengewebe. Auch ein Lokalrezidiv bei Prostatakrebs kann nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) kurativ behandelt werden, wenn es nicht metastasiert ist.

Genaues Vorgehen mit Arzt besprechen

Wie die Behandlung und die Prognose nach einem Rezidiv aussehen, hängt von der individuellen Situation ab. Für das weitere Vorgehen sollte man sich vom behandelnden Arzt beraten lassen und ggf. eine Vertrauensperson mit ins Arztgespräch nehmen. Im Gegensatz zur Ersterkrankung kennen die Patienten bereits die behandelnden Ärzte und Einrichtungen und konnten oft schon ein Vertrauensverhältnis aufbauen. Dennoch ist es ebenso wie bei der Ersterkrankung möglich, zu medizinischen Fragen eine Zweitmeinung einzuholen.

Psychische Belastungen verarbeiten

Um die psychologische Belastung bei einem Wiederauftreten der Krebserkrankung besser zu verarbeiten, kann es sinnvoll sein, psychoonkologische Betreuung in Anspruch zu nehmen. Während manche Menschen mit Krebs die Situation annehmen und sich ihr stellen können, hadern andere mit ihrem Schicksal, verlieren die Hoffnung und entwickeln depressive Verstimmungen. Hier psychologische Mechanismen und Glaubenssätze (etwa: „Es ist meine Schuld, dass mir das wieder passiert ist“) in Zusammenarbeit mit einem Psychoonkologen aufzuarbeiten, kann entlastend sein. Auch eine sozialrechtliche Beratung in einer Krebsberatungsstelle kann je nach Lebenssituation sinnvoll sein.

Quelle: Befund Krebs 3/2019

14.01.2020