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Abnehmen mit Typ-1-Diabetes

Wenn Menschen mit Typ-1-Diabetes Übergewicht haben, ist es auch für sie sinnvoll abzunehmen – denn mit Übergewicht gehen viele zusätzliche gesundheitliche Risiken einher. Doch aufgrund des Diabetes sind gängige Abnehmstrategien für sie schwieriger umzusetzen, oft können diese auch riskant sein. Was sollten Menschen mit Typ-1-Diabetes beachten, wenn sie Gewicht verlieren wollen?

Eines steht fest: Wer abnehmen will, muss mehr Kalorien verbrauchen, als er mit dem Essen aufnimmt. Es muss also ein Kaloriendefizit hergestellt werden, sodass der Körper gezwungen ist, sich seine Energie aus den Reserven im Körper zu holen – wie den Fettdepots.

Intervallfasten eher weniger geeignet

Darüber hinaus gibt es bestimmte Stoffwechselprozesse, die durch verschiedene Abnehmstrategien beeinflusst werden können. Beim Intervallfasten geht es beispielsweise darum, entweder über einen längeren Zeitraum am Tag nichts zu essen, etwa 16 Stunden lang (16:8-Intervallfasten), oder man isst an fünf Tagen in der Woche normal und an zwei weiteren Tagen nur wenig (5:2-Intervallfasten) – mit etwa 600 Kalorien am Tag und diese stammen dann eher aus proteinreicher Nahrung, nicht aus Kohlenhydraten. Die Idee dahinter ist neben einer geringeren Kalorienaufnahme eine verminderte Insulinausschüttung, da nicht so oft und regelmäßig gegessen wird. Insulin gilt als Dickmacher, da es den Fettabbau im Körper hemmt.

Für Menschen mit Typ-1-Diabetes sind diese Strategien indes nicht gut geeignet, berichtet der Diabetes Ratgeber. Der Stoffwechsel von Menschen mit Diabetes ist sensibler – und radikale Eingriffe ins Essverhalten werden weniger gut verkraftet. Ein 16:8-Intervallfasten ist zwar nicht ausgeschlossen, wenn es vom Arzt begleitet wird. Radikalere Eingriffe wie das 5:2-Intervallfasten oder gar Fastenwochen bergen indes ein unkalkulierbares Risiko von Unterzuckerungen, das man nicht eingehen sollte.

Low Carb – auf Unterzuckerungen achten

Eine weitere beliebte Abnehmmethode ist das Low Carb, das eine reduzierte Kohlenhydrataufnahme beinhaltet. Für Menschen mit Nierenschäden kann das allein wegen der größeren Menge an Proteinen, die durch diese Ernährungsform aufgenommen werden, problematisch werden. Wer eine gesunde Nierenfunktion hat, sollte dabei immer die Menge an aufgenommenen Kohlenhydraten im Blick behalten und die Insulinmenge daran anpassen, denn das Risiko für Unterzuckerungen steigt, wenn weniger Kohlenhydrate aufgenommen werden. Ganz auf Kohlenhydrate verzichten sollten Menschen mit Diabetes indes nicht.

Gesunde Mischkost am günstigsten

So scheint für Menschen mit Typ-1-Diabetes vor allem eine gesunde, aber kalorienreduzierte Mischkost die beste Methode zu sein. Laut Diabetes Ratgeber kann dabei vor allem am Fett eingespart werden.

Mittelmeerkost mit viel Gemüse

Für Menschen mit Typ-1-Diabetes bietet sich beispielsweise mediterrane Kost an. Auf dem Speiseplan steht viel Gemüse, während eher wenig Fleisch auf den Teller kommt. Proteine werden beispielsweise aus Linsen oder Erbsen aufgenommen. Ein weiterer Vorteil: Der geringere Fettanteil, vor allem aus tierischen Fetten – stattdessen stammt das Fett bei dieser Ernährungsform eher aus Oliven- oder Rapsöl. Diese enthalten ungesättigte Fettsäuren, welche günstiger für die Gefäße sind.

Quelle: Befund Diabetes 3/2019

11.12.2019
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