COPD bezeichnet eine chronisch-obstruktive Lungenerkrankung; die Abkürzung steht für die englische Bezeichnung chronic obstructive lung disease.
Disease-Management-Programme sind strukturierte Behandlungsprogramme für chronisch kranke Patienten, die auf aktuellen, wissenschaftlich gesicherten Erkenntnisse basieren, so die Definition der kassenärztlichen Bundesvereinigung.
Menschen mit chronischen Krankheiten profitieren von einer koordinierten Betreuung im Rahmen eines Chronikerprogramms, den Disease-Management-Programmen. Derzeit existieren neben Programmen für Menschen mit Diabetes mellitus, Brustkrebs, Koronare Herzkrankheit (Herzerkrankung, bei der die Herzkranzgefäße verengt oder verschlossen sind) mit dem Modul „Herzschwäche“ (Herzinsuffizienz) auch seit mehr als zehn Jahren spezielle Programme für Asthma- und COPD-Betroffene. Während dieser Zeit stieg die Zahl derer, die an einem strukturierten Behandlungsprogramm teilnehmen, von 6.000 (Asthma-Betroffene) bzw. 8.000 (COPD-Betroffene) im Jahr 2006 auf mehr als 80.0000 (Asthma-Betroffene) bzw. 70.0000 (COPD-Betroffene) im Jahr 2015 an (Quelle: BVA Tätigkeitsberichte 2006 und 2007 und amtliche Statistik des BMG KM6 Teil II ab 2008). Angeboten werden die strukturierten Behandlungsprogramme von den gesetzlichen Krankenkassen.
Teilnehmende COPD-Betroffene erhalten einen individuellen Behandlungsplan. Dieser beinhaltet verschiedene Therapien, die von der Medikation über Lungensport und Rehabilitation bis hin zur psychosozialen Betreuung reichen. So gehören ein jährlicher Lungenfunktionstest ebenso zu den Qualitätszielen wie die jährliche Überprüfung der eingenommenen Medikamente. Ein Erfolg ist nur möglich, wenn COPD-Betroffene aktiv am Disease-Management-Programm mitmachen.
Disease-Management-Programme sind „Behandlungspfade“ und dienen dazu, die ärztliche Therapie zu optimieren.
Chronische Erkrankungen begleiten Betroffene meist ihr Leben lang, denn eine Heilung ist oftmals nicht möglich. Disease-Management-Programme sind Angebote, die Asthma- und COPD-Betroffene dabei helfen sollen, ihre Erkrankung zu meistern und die Lebensqualität zu erhalten oder gar zu steigern. Sie sollen als „Behandlungspfade“ verstanden werden und dienen dazu, die ärztliche Therapie zu optimieren. Strukturiere Behandlungsprogramme sollen dabei helfen, Beschwerden zu lindern und das Fortschreiten der Erkrankung zu stoppen oder zumindest zu reduzieren. Auch akute und chronische Krankheitsbeeinträchtigungen wie Exazerbationen, Nebenwirkungen der eingenommenen Arzneimittel und Beeinträchtigungen der körperlichen sowie sozialen Aktivität im Alltag sollen möglichst vermieden werden. Den Fachleuten und Einrichtungen (z. B. Allgemeinarzt und Facharzt, Klinik und Reha-Einrichtung) sollen Disease-Management-Programme eine bessere Zusammenarbeit ermöglichen. Ziel ist es, unnötige Doppeluntersuchungen zu vermeiden und die Behandlung besser aufeinander abzustimmen.
Menschen mit chronischen Erkrankungen, die an strukturierten Behandlungsprogrammen teilnehmen wollen, erhalten nach Diagnose, Untersuchungen und Gesprächen mit ihrem Arzt einen Therapieplan. Neben der medikamentösen Behandlung und anderen therapeutischen Maßnahmen beinhaltet dieser u. a. auch Schulungstermine und regelmäßige Arztbesuche. Der Krankheitsverlauf kann so lückenlos dokumentiert werden, was eine kurzfristige Therapieanpassung ermöglicht. COPD- und Asthma-Betroffene, die an einem Disease-Management-Programmen teilnehmen wollen, erklären sich bereit, aktiv mitzuarbeiten, indem sie regelmäßig den Arzt aufsuchen. Werden Termine nicht eingehalten, erinnert die zuständige Krankenkasse an die Kontrolluntersuchung. Werden die Kontrolluntersuchungen dennoch nicht durchgeführt, kann die Krankenkasse das strukturierte Behandlungsprogramm beenden.
Disease-Management-Programme sollen COPD-Betroffenen dabei helfen, ihre Erkrankung zu meistern. Sie können die Lebensqualität erhöhen und möglicherweise dazu beitragen, dass die COPD langsamer fortschreitet.
Das Disease-Management-Programm für Menschen mit COPD wurde Mitte 2016 von dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) aktualisiert. „Sämtliche diagnostischen, therapeutischen und qualitätssichernden Maßnahmen wurden anhand aktueller Leitlinien überprüft und bei Bedarf angepasst oder ergänzt,“ so Dr. Regina Klakow-Franck, Vorsitzende des Unterausschusses Disease-Management-Programme des Gemeinsamen Bundesausschusses.
Das neue Programm zielt noch stärker als bisher auf die Tabakentwöhnung ab. Grund hierfür sind neueste Forschungsergebnisse. Aktuelle Studien belegen, dass die Sterblichkeit als auch das Fortschreiten der COPD durch den Verzicht auf Rauchen deutlich verringert werden können. Die behandelnden Ärzte sollen daher COPD-Betroffenen dringend Tabakentwöhnungsprogramme empfehlen.
Ein weiterer neuer Teil ist, dass Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus, Knochenschwund (Osteoporose), Depressionen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen berücksichtigt werden. „Die wirksame Behandlung dieser Komorbiditäten spielt nicht zuletzt für die Lebensqualität der Patienten eine wesentliche Rolle“, so Dr. Regina Klakow-Franck weiter. Des Weiteren sieht das Chronikerprogramm ein strukturiertes Medikamentenmanagement für Betroffene, die dauerhaft fünf oder mehr Medikamente einnehmen müssen, vor. Ärzte müssen in diesem Fall einmal im Jahr alle Arzneimittel, die der Betroffene tatsächlich einnimmt, dokumentieren und deren mögliche Neben- und Wechselwirkungen berücksichtigen. Ziel ist es, Therapieänderungen und Dosisanpassungen so früh wie möglich durchzuführen.
Quellen:
COPD und Asthma 1/2020
COPD und Asthma 2/2017