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Die häufigsten Hauterkrankungen im Überblick

Neurodermitis

Neurodermitis ist die wohl bekannteste und am besten erforschte entzündliche Hauterkrankung. Oft entwickelt sich Neurodermitis, auch atopisches Ekzem genannt, schon im Säuglings- und Kleinkindalter. Charakteristisch ist die raue, stark trockene und leicht entzündliche Haut. Die Folge sind juckende und nässende Ekzeme. Der Grund: Bei neurodermitischer Haut ist die Barrierefunktion der Haut gestört. Geschwächt ist die Barrierefunktion der Haut zum einen deshalb, weil die Fettproduktion in der Hornschicht gestört ist. Dieser Mangel an Lipiden führt dazu, dass die Haut Feuchtigkeit verliert und die Hornzellen sich allmählich zurückbilden. Zum anderen fehlen neurodermitischer Haut wichtige Strukturproteine, die die Epidermis, die Oberhaut, zusammenhalten. Eines dieser Proteine ist das Filaggrin, das die natürliche Verhornung der Haut fördert. Fehlt es, können Fremdkörper und Allergene leichter eindringen und die Haut ist generell anfälliger für Entzündungen. Grundlage jeder Therapie ist deshalb eine sorgfältige Basispflege mit rückfettenden und kühlenden Pflegestoffen. Wirkstoffhaltige Salben und Medikamente wirken der Entzündung langfristig entgegen. Sog. Heilhilfsmitteln wie speziell ausgestattete, antimikrobielle Textilien tragen ebenfalls dazu bei, die Symptome zu lindern.

Psoriasis

Ursache der Psoriasis, umgangssprachlich auch Schuppenflechte genannt, ist das überschießende Wachstum der Zellen in der Oberhaut, der sog. epidermalen Hyperproliferation. Die häufigste Form ist die sog. Plaques-Psoriasis oder Psoriasis vulgaris. Ihr Kennzeichen sind rote, stark gerandete, entzündliche Flecken mit ausgeprägter Schuppenbildung an Ellbogen, Knien und Kopfhaut. Bei mittelschweren bis schweren Formen fließen die einzelnen Psoriasisherde ineinander und überziehen weitere Körperareale, z. B. an Rücken und Gesäß. Eine besonders schwere Form der Schuppenflechte ist die Psoriasis-Arthritis, bei der sich die Entzündungen auch auf die Gelenke ausdehnen. Mit einer Reihe von Wirkstoffen, die an den Immunzellen des Körpers ansetzen und als Salben, Tabletten, Injektionen oder Infusionen erhältlich sind, versucht man dieser vermehrten Zellbildung systemisch entgegenzuwirken.

Ekzeme

Zu den häufigsten Hauterkrankungen zählen verschiedene Formen des Ekzems. Ein Ekzem ist die Folge unterschiedlicher, nicht-infektiöser Hauterkrankungen. Verursacht wird es durch Hautreizung, Allergien und andere körpereigene und körperfremde Faktoren. Das Handekzem z. B. ist mit Abstand die häufigste berufsbedingte Hauterkrankung. Symptome sind Rötung, Papeln, Bläschen, Krusten, Schwellung und nässende Haut in der akuten Phase. Wird das Ekzem chronisch, zeigt sich eine Verdickung der Haut, eine Vergröberung der Hautfelderung und Schuppenbildung. Unangenehm ist vor allem der begleitende Juckreiz. Neben sorgfältiger Hautpflege zum Wiederaufbau der Hautbarriere setzt man in der Therapie auf wirkstoffhaltige Salben und Tabletten mit einem Wirkstoff des Vitamin-A.

Urtikaria

Quaddeln und brennender Juckreiz sind die typischen Merkmale bei Urtikaria (von lat. urere – brennen). Die Schwellungen auf der Haut erinnern an die Quaddeln, die sich auch nach der Berührung von Brennnesseln bilden. Man spricht deshalb auch von Nesselsucht. Bei einer akuten Urtikaria klingen die Symptome nach wenigen Tagen wieder ab, eine chronische Urtikaria kann wochen- und jahrelang andauern. Zu den Auslösern werden manchmal natürliche Aromastoffe wie sie in Gewürzen vorkommen, z. B. Salizylsäure in Paprika, Curry, Thymian, Oregano oder Tomatenmark, gezählt. In 50 bis 60 % der Fälle lassen sich die konkreten Auslöser aber nicht eindeutig benennen. Häufig sind chronische Infekte, z. B. der Nasennebenhöhlen, des Mund- und Rachenbereichs oder des Magen-Darm-Trakts, Ursache einer Urtikaria. Als Medikamente kommen meistens Kortison oder Antihistaminika zum Einsatz.

Rosazea

Rosazea ist eine chronische, entzündliche Hauterkrankung, die vor allem das Gesicht betrifft. Meistens tritt sie erst im 3. oder 4. Lebensjahrzehnt auf, unter den 40- bis 50-Jährigen sind die meisten Betroffenen, darunter mehr Frauen als Männer. Rosazea zeigt sich zunächst als anhaltende Gesichtsrötung, vor allem an den Wangen. Der Grund sind kleine, erweiterte Blutgefäße. Später bilden sich Papeln und Pusteln hinzu. Auch Körperpartien, die an das Gesicht angrenzen, wie Hals, Nacken, Kopfhaut, Rücken, können in Mitleidenschaft gezogen werden. Im weiteren Verlauf kommt es zu einer diffusen Vermehrung des Bindegewebes und Talgdrüsen hinzu, was vor allem bei Männern zu einer knollenartigen Wucherung der Nase führt, dem sog. Rhinophym. Menschen vom keltischen, hellhäutigen Hauttyp sind deutlich häufiger betroffen als Menschen mit dunklem Teint. Man nennt Rosazea deshalb auch Keltenkrankheit oder Kupferrose. Die genaue Ursache ist noch ungeklärt. Als Auslöser der frühen Symptome stehen irritierende Stoffe wie Hitze, Kälte, Alkohol, Gewürze aber auch Bluthochdruck und Stress im Verdacht. Auch könnten freie Sauerstoffradikale an der Ausbildung der Rosazea beteiligt sein. Betroffene sollten ihre jeweiligen Auslöser und UV-Einstrahlung meiden. In der weiteren Therapie kommen wirkstoffhaltige Salben und Antibiotika zum Einsatz.

Quelle: Allergikus 01/2013