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Infektionserkrankungen der Haut – passende Hautpflege ist sehr wichtig

Zu den Infektionserkrankungen der Haut zählen zahlreiche. Ungefähr 20 % aller dermatologischen Diagnosen sind infektionsbedingt. Infektionserkrankungen können viral sein, wie die Gürtelrose und Warzen, oder bakteriell, wie die Wundrose, Pickel, Abszesse, Borreliose oder der Befall mit Parasiten. Bevor die Erkrankung entsprechend behandelt werden kann, muss der Erreger genau definiert werden.

Erreger definieren, um das Ansteckungsrisiko zu ermitteln

Es gibt Erreger, die jeden sofort krankmachen, sobald sie die Hautbarriere durchdrungen haben. „Borrelien sind dafür ein sehr passendes Beispiel. Wenn der Kontakt besteht und das Immunsystem die Erreger nicht abtötet, dann entsteht eine Infektion. Viren hingegen, z. B. Humane Papillomviren (HPV), mit denen haben Menschen ständig Kontakt. Wenn es zu einer Infektion kommt, dann liegt es nicht daran, dass die Viren vorhanden waren, sondern dass es eine Eintrittstelle gab, d. h., das Immunsystem konnte die Viren nicht abwehren“, erklärt Prof. Dr. Esther von Stebut-Borschitz. Wenn die Viren es dann in den Körper geschafft haben, können sie eine Infektion auslösen. Anfällig für Infektionen sind besonders Menschen mit Neurodermitis, da sie unter einer Barrierestörung der Haut leiden. Sobald jemand eine Hautinfektion hat, kommt die Frage nach dem Ansteckungsrisiko auf. Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden, weil das Ansteckungsrisiko auch mit dem Erreger zusammenhängt. Theoretisch ist ein Erreger immer ansteckend. „Es gibt eben Erreger, die immer auf unserer Haut leben, die uns aber nur unter bestimmten Bedingungen krankmachen, wenn die Immunabwehr geschwächt ist. Borrelien sind beispielsweise nicht ansteckend, weil sie tiefer im Gewebe liegen, Staphylokokken hingegen sind ansteckend. Es gilt also immer erst zu klären, um welchen Erreger es sich handelt“, rät Prof. von Stebut-Borschitz.

Behandlung bei Infektionserkrankungen der Haut

Betroffene können allerdings auch selbst schon eine Menge tun, im Falle einer Infektionserkrankung der Haut. Wichtig ist es, durch die passende Hautpflege für eine gesunde Haut zu sorgen. Außerdem sollte auch keine übertriebe Hygiene betrieben werden, weil sich auf der Haut auch Keime befinden, die dort leben sollen. Es reicht vollkommen aus, sich die Hände regelmäßig zu waschen. Bei Warzen sollte darauf geachtet werden, dass man sie nicht aufkratzt, weil man dadurch riskiert sie auf eine andere Stelle am Körper zu übertragen, erklärt Prof. von Stebut-Borschitz. Vorbeugende Maßnahmen sind schon mal sehr wichtig. Ansonsten werden Infektionserkrankungen lokal an der Oberfläche behandelt. „Früher wurden lokal auch gerne Antibiotika verabreicht, was dann häufig im Laufe der Zeit vermehrt zu Kontaktallergien geführt hat. Heute werden eher unspezifische Antiseptika verwendet, weil die Erreger dagegen weniger Resistenzen entwickeln. Bei oberflächlichen Infektionen sind Antiseptika vollkommen ausreichend. Bei bakteriellen Hautinfektionen wird ein Antibiotikum verabreicht, welches zum Erreger passt. Virostatika kommen häufig bei den viralen Erkrankungen zum Einsatz, wie bei der Gürtelrose“, sagt Prof. von Stebut-Borschitz. Neben dem Abtöten der Erreger kann die Behandlung auch antientzündlich erfolgen, weil die Schmerzen meistens durch die Entzündung verursacht werden. Deswegen werden auch Schmerzmittel eingesetzt.

Selbsthilfe ist in bestimmten Fällen erlaubt

In manchen Fällen kann man sich zur Behandlung auch eine Creme oder Salbe aus der Apotheke besorgen. Das hängt von der Erkrankung ab. „Allerdings sollte man sich ein Zeitlimit setzen, und wenn die Hautinfektion bis dahin immer noch nicht verschwunden ist, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Man sollte dann auch nicht auf einen Termin in vier Monaten warten“, rät Prof. von Stebut-Borschitz. Für den Alltag sollten Betroffene einige Hinweise beachten. „Sie sollten ihren Arzt unbedingt fragen, ob ihre Erkrankung infektiös ist. Ansonsten sollte auch die Hautpflege der Familienmitglieder optimiert werden, damit auch deren Haut nicht so empfänglich für Hautinfektionen ist“, empfiehlt Prof. von Stebut-Borschitz.

Quelle: Patient und Haut 02/2013