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Pflegemittel bei Hauterkrankungen – Welche Wirkstoffe gibt es?

Fast alle Hautpatienten haben mit trockener Haut zu kämpfen. Stark trockene Haut ist leicht gerötet, rissig, juckt und neigt zu Entzündungen. Spezielle Hautpflegeprodukte beugen dem vor. Die entsprechenden Wirkstoffe sind meist auf pflanzlicher Basis.

Ausschlaggebend für die Wirkung einer Pflegecreme ist nicht nur der Fettanteil, sondern auch die Zusammensetzung der Fettsäuren. So zeichnen sich natürliche Öle und Fette durch eine Fettstruktur aus, die derjenigen der Haut sehr ähnlich ist. Natürliche Fette nimmt trockene Haut deshalb besonders gut auf.

Zu den bei Hautkrankheiten besonders wirksamen natürlichen Fetten gehören die Omega-6-Fettsäuren. Sie gehören zu den essenziellen Fettsäuren und gleichen den natürlichen Säureschutzmantel der Haut aus, der bei Hautpatienten krankheitsbedingt geschwächt ist. Omega-6-Fettsäuren wirken außerdem auch antimikrobiell und reduzieren das Bakterienvorkommen auf der Haut. Gewonnen werden Omega-6-Fettsäuren z. B. aus natürlichem Nachtkerzensamenöl oder Traubenkernöl.

Urea – Harnstoff – ist einer der ältesten bekannten Wirkstoffe in der Dermatologie und ein natürlicher Feuchthaltefaktor der Haut. Bei Hautpatienten ist der natürliche Urea-Gehalt der Haut um bis 50 Prozent reduziert. Ab einer Konzentration von 10 Prozent kann Urea ggf. den Juckreiz lösen und die Schuppenablösung fördern.

Feuchtigkeit bindet auch Glyzerin, ebenfalls ein körpereigener Feuchthaltefaktor der Haut. Seine wasserbindende Wirkung ist sogar noch stärker als bei Urea.

Auch der Anteil der eigentlichen körpereigenen Hautfette, die Lipide, können durch Beigabe in Pflegeprodukten wieder aufgebaut werden. Denn oft genügt schon eine zu hohe Wassertemperatur, um sie bei der täglichen Reinigung „auszuwaschen“. Lipide lagern sich zwischen Zellzwischenräumen der Hornschicht ein und helfen so, die natürliche Hautbarriere wieder zu schließen. Eine Vorstufe der Lipide ist Milchsäure, ein weiterer Wirkstoff in Pflegemitteln. Milchsäure wird in der Haut zu Ceramid umgewandelt, einem speziellen Lipid der Oberhaut.

Rückfettende Wirkstoffe finden nicht nur in Cremes, sondern immer häufiger auch in Badezusätzen Verwendung. Bäder können das tägliche Cremen ergänzen. Allerdings darf die Badetemperatur nicht zu heiß sein. Pflegeprodukte mit den genannten Wirkstoffen dienen bei entzündlichen Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Psoriasis, chronischem Hautekzem oder Rosazea nur zur Basispflege. Gecremt wird zwar auch in der medikamentösen, sog. topischen Therapie. Die Wirkstoffe, die hier zum Einsatz kommen, wurden klinisch entwickelt und sind verschreibungspflichtig. Manche der gängigen rückfettenden Pflegestoffe können u. U. allergisch wirken. Ob eine allergische Reaktion zu erwarten ist, muss der behandelnde Arzt abklären.

Quelle: Allergikus 01/2013