curado
Sie sind hier: Startseite » Krankheiten » Hauterkrankungen » News zu Hauterkrankungen » Naturheilkunde bei Hautproblemen

Naturheilkunde bei Hautproblemen

Aus naturheilkundlicher Sicht hat die Haut einen Bezug zum ganzen Organismus des Menschen. Deswegen ist es auch Ziel der Therapie, den gesamten Körper miteinzubeziehen. Neben der Haut werden auch die Ausscheidungsorgane Niere, Leber, Lymphe und der Darm zur Heilung hinzugezogen. Prof. Ulrike Lindequist erklärt im Interview, welche naturheilkundlichen Verfahren bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Psoriasis Erfolg versprechend sind.

Welche naturheilkundlichen Therapieverfahren gibt es bei der Behandlung von Hautkrankheiten?

Im Bereich der Naturheilkunde sind für mich als pharmazeutische Biologin insbesondere die Anwendungen von Pflanzen oder Pilzen und die daraus hergestellten Zubereitungen von Interesse. Diese werden bereits seit Jahrhunderten zur Behandlung von Hautproblemen und zur Pflege der Haut angewendet. Bekannte Beispiele sind die Kamille, die Ringelblume und die Schafgarbe, deren entzündungshemmende Wirkung bei Wunden sowie Haut- und Schleimhautentzündungen vielfältig genutzt wird. Das aus Johanniskraut gewonnene Rotöl wird ebenfalls schon seit langer Zeit bei unterschiedlichsten Hautproblemen verwendet.

Welche Verfahren helfen bei Neurodermitis?

Heute gibt es aus Johanniskraut hergestellte Präparate, deren günstige Effekte bei Neurodermitis klinisch nachgewiesen wurden und deren Wirkmechanismus in Ansätzen verstanden wird. Das trifft auch auf Präparate aus Birkenkork zu, die ebenfalls bei Neurodermitis empfohlen werden. Auch mit Zubereitungen aus der Mittagsblume oder den Bittersüßstängeln machen Patienten mit Neurodermitis positive Erfahrungen.

Was können Betroffene gegen den Juckreiz machen?

Zur Bekämpfung des Juckreizes können gerbstoffhaltige Präparate, z. B. aus Blättern und Rinde des Zauberstrauchs (Hamamelis), angewendet werden. Aus den Samen der gelb blühenden Gemeinen Nachtkerze wird ein Öl gewonnen, welches eine bestimmte Fettsäure enthält, die bei Neurodermitis nur unzureichend gebildet wird. Es kann innerlich auch bei Kleinkindern eingesetzt werden. Die Fettsäure ist auch in den Samen des Gurkenkrauts (Borretsch) und der Schwarzen Johannisbeere enthalten.

Wann stellen sich die ersten Behandlungserfolge ein?

Behandlungserfolge erfordern eine mehrwöchige Anwendungsdauer.

Welche Verfahren haben einen positiven Effekt bei der Behandlung von Psoriasis?

Für die Behandlung der Schuppenflechte verfügen wir heute über unter ärztlicher Kontrolle anzuwendende Wirkstoffe, die ebenfalls aus der Natur stammen, jedoch nicht dem Bereich der Naturheilkunde zugeordnet werden. Proteinwirkstoffe, die mithilfe gentechnologischer Methoden gewonnen werden, oder Naturstoffe, die gemeinsam mit UV-Licht angewendet werden, können auch Patienten mit schweren Formen der Erkrankung helfen. Zubereitungen aus der Mahonia-Rinde können die Therapie unterstützen.

Quelle: Patient und Haut 01/2013