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Überlebt – und jetzt?

Beim German Cancer Survivors Day kommen Betroffene zu Wort

Die Chancen, eine Krebserkrankung zu überleben, sind seit dem Jahr 2000 weltweit gestiegen. Auch in Deutschland haben sich die Überlebenschancen nach einer Krebsdiagnose bei fast allen untersuchten Krebsarten verbessert.

Wer die Behandlung erfolgreich abgeschlossen hat, wünscht sich nichts mehr, als die Erkrankung hinter sich zu lassen. Zwar sind die mittlerweile deutlich besseren Überlebensraten das Ergebnis besserer Therapieverfahren und ausgeklügelter Therapiekombinationen, doch durch die Kombination verschiedener Maßnahmen steigen auch die Risiken für therapiebedingte Spätfolgen. Selbst wenn der Krebs verschwunden ist, die Betroffenen müssen lernen, mit Veränderungen zu leben, die durch Erkrankung und Therapie entstanden sind. Dazu kommen möglicherweise seelische Belastungen sowie soziale und berufliche Folgen der Krankheit.

Um auf diese Folgen aufmerksam zu machen, hat die Deutsche Krebsstiftung 2015 den German Cancer Survivors Day ins Leben gerufen. Im Mittelpunkt dieses Tages stehen Menschen, die mit der Diagnose Krebs leben. Auf einer Bühne auf einem belebten Platz von Berlin schildern sie im Interview ihre persönlichen Erfahrungen mit der Erkrankung.

Von Schwierigkeiten bei der Rückkehr in den Alltag berichten viele Betroffene von kreativen Lösungsansätzen. „Während man als Krebspatientin im Rahmen der Behandlung rundum betreut wird, steht man danach zumeist allein da“, so bringt es eine Teilnehmerin auf den Punkt. Das Umfeld habe meist wenig Verständnis für bestimmte Spätfolgen, wie etwa die krankhafte Müdigkeit nach Krebs (Fatigue). Auch die Kostenträger seien wenig darüber aufgeklärt. Und wer krankheitsbedingt beruflich für längere Zeit ausfalle, müsse aufpassen, dass er von seiner Krankenkasse weiterhin Krankengeld erhält.

„Statistisch gesehen ist jeder Zweite in Deutschland im Laufe seines Lebens von Krebs betroffen – die Erkrankung mit ihren existenziellen Folgen geht uns alle an. Es ist wichtig, dass die Betroffenen mit ihren Erfahrungen nicht unter sich bleiben, wie das sonst oft bei Patiententagen der Fall ist. Wir gehen deshalb mit unserer Veranstaltung bewusst an belebte Plätze und Orte, an denen das ganz normale Leben stattfindet“, erklärt Dr. Johannes Bruns, Vorstand der Deutschen Krebsstiftung. „Einige Berichte der Betroffenen haben uns darin bestätigt, neue Informationsangebote zu entwickeln. Seit Januar 2020 bieten wir z. B. einen Kurs an, in dem Betroffene ihre Fragen zum Wiedereinstieg in den Beruf online an eine Psychoonkologin und einen Fachanwalt für Sozialrecht stellen können“, ergänzt Iris Meumann von der Deutschen Krebsstiftung.

Quelle: Leben? Leben! 1/2020

20.07.2020